Occupy und Demokratie
von Steffen Vogel in Allgemeines, Gesellschaft am 18. Januar 2012
Die Weisheit der Vielen
Prostestbewegungen sind populär – das Jahr 2012 verspricht mehr davon. Derweil kürte das “Time Magazine” den Demonstranten zur Person des Jahres 2011.
Erinnert sich noch jemand an die Jahre, als Engagement hierzulande wenig galt? Wer Aktivisten damals als wohlbehütete Naivlinge abtat, brauchte keinen nennenswerten Widerspruch fürchten. Das scheint vorbei, seit Protestbewegungen in der arabischen Welt Diktatoren gestürzt, in Südeuropa Plätze besetzt und vor der Wall Street Zelte errichtet haben. Kürzlich hat das Time Magazine den Demonstranten zur Person des Jahres 2011 gekürt.
Viel wohlwollende Aufmerksamkeit erfährt auch die deutsche Occupy-Bewegung. Das mag überraschen: Bleibt sie nicht programmatisch sträflich vage? Werden ihre Demonstrationen nicht von Mal zu Mal kleiner? Auch am Sonntag kam der Protest zwar vielfältig und kreativ daher.
Aber der Andrang auf dem Berliner Boulevard Unter den Linden hielt sich deutlich in Grenzen. Dennoch bleibt zu erkunden, woher die Sympathien für diese Proteste rühren – und worin die Verdienste dieser Bewegung bestehen.
Indirekt hat Angela Merkel bereits im vergangenen September eine Antwort auf diese Fragen geliefert. Zum Rest des Beitrags »
Autobiographien
von Jörg Magenau in Allgemeines am 11. Januar 2012
Philipp Lahm hat es getan und Thomas Anders, Wolfgang Niedecken ebenso wie Fatih Akin, Alice Schwarzer sowieso und Eva Mattes, Keith Richards und bald auch Harry Belafonte, Gaby Köster und nun auch der „vorerst gescheiterte“ Karl-Theodor zu Guttenberg – letzterer allerdings nur in Gesprächsform, weil das weniger Arbeit macht. Die Liste ist unvollständig und unabschließbar, der Trend bleibt ungebrochen. Sie alle schrieben über sich selbst oder ließen über sich schreiben, Bücher mit Titeln wie „Lebenslauf“, „Mein bisheriges Leben“, „Für ’ne Moment“, „Life“ oder, ganz und gar unbescheiden, „100 Prozent Anders“. Was ist daran bloß so interessant? Warum verkaufen sich diese Bücher wie geschnitten Brot? Worin besteht ihr Versprechen? Zum Rest des Beitrags »
Mein Freund der Baum
von Henryk Goldberg in Allgemeines am 7. Januar 2012
Der Stern wird wieder nicht auseinandergebaut werden: Aus seinen Einzelteilen wäre wohl nie wieder ein Ganzes zu fügen, und dabei stammt er von einer Oma. Auch die Pyramide wird wieder für ein Jahr in der kleinen Kammer für Dieses & Jenes verschwinden, ebenso der beinahe vollautomatische Weihnachtsbaumständer.
Nur der Baum selbst ist ein Problem. Irgendwann wird er irgendwo abgeholt. Die genaueren Angaben stehen vermutlich im Abfallkalender. Nur, dass dieser Haushalt nicht so verfasst ist, dass irgendeines seiner Mitglieder zu sagen wüsste, wo dieser Kalender zu finden wäre.
Also werden wir die Nachbarn beobachten und die umliegenden Straßen. Wo sich eine größere Ansammlung trauriger Weihnachtsbäume zeigt, werden wir den unseren hinzufügen. Immer in der Hoffnung, dass die Nachbarn aus Kenntnis handeln.
Irgendwie ist der Abschied vom Baum auch immer etwas melancholisch. Wie Abschiede überhaupt, zum Beispiel von der Schwester, die heute auf eine sehr, sehr lange Reise geht. Und der ich etwas mit auf die Reise gebe, was zu sagen ich mich nicht traute: Die Spezialsocken, die sie mir schenkte, sind eine Nummer zu klein. So muss ich sie nicht benutzen und kann sie in Ehren halten.
Henryk Goldberg
erschienen in Thüringer Allgemeine (05.01.2012)
Bild: © getidan





