Peter Claus über aktuelle Kinostarts
Starlet (ab 16. Mai)
von Peter Claus+ in Film, Filmspiegel, Im Kino, Kolumnen & Blogs, Kritik am 15. Mai 2013
Eine der Entdeckungen des letztjährigen Festivals von Locarno – endlich hierzulande in den Kinos.
Ein so genannter kleiner Film, der große Emotionen auslöst. Die Story ist schön schräg: 22-Jährige landet mitten im Leben einer Greisin – und damit beginnt eine herzzerreißend-wunderbare Freundschaft. Die darf viele Höhen erleben, muss aber auch Tiefen aushalten. Wie schwer das sein kann,
wird mit hinreißender Leichtigkeit im Ton und dabei vollkommener Ernsthaftigkeit in der Erzählhaltung illustriert.
Dies ist einer dieser immer selteneren Filme, bei denen die Tränen des Lachens und des Weinens beständig zusammen kullern. Regisseur Sean Baker hat die Inszenierung ganz auf seine zwei Hauptdarstellerinnen abgestellt und erreicht mit ihnen das Optimum an nur denkbarer Wirkung. Dree Hemingway, Model und Urenkelin des Schriftstellers Ernest Hemingway in der Titelrolle, und die erstmals vor der Kamera erschienene 85-jährige Besedka Johnson harmonieren großartig miteinander. Es wirkt, als spielten sie nicht, sondern seien in jeder Szene ganz sie selbst.
Der feine Film gehört zu jenen Juwelen des Kinos, die man um Gottes Willen nicht zu Tode analysieren darf. Einzige Empfehlung: Hingehen, ansehen, genießen – und all die kleinen Denkanstöße, die der Film verteilt, aufnehmen.
Peter Claus
Starlet, von Sean Baker (USA 2012)
Bilder: Rapid Eye Movies
ShareParadies: Hoffnung (ab 16. Mai)
von Peter Claus+ in Film, Filmspiegel, Im Kino, Kolumnen & Blogs, Kritik am 15. Mai 2013
Zum dritten und damit letzten Mal: ein Ausflug in die Hölle des Menschlich-Allzumenschlichen – Dank Autor und Regisseur Ulrich Seidl. Komisch ist das wieder, auch bitter, doch vor allem – Überraschung! – geradezu zartfühlend.
Zunächst kommt einem das Stichwort „Schönheitswahn“ in den Sinn. Der hat ja inzwischen auch Jugendliche ergriffen, wobei’s doch wohl vor allem die Eltern mit ihren Schnapsideen sind, die den Mädels Wespentaillen und den Jungs ’nen Waschbrettbauch verordnen. Ulrich Seidl greift das auf und nimmt’s als Ausgangspunkt des letzten Teils seiner „Paradies“- Trilogie. Wir lernen die 13-jährige Melanie kennen. Sie wird in ein Sommercamp für
Übergewichtige gesteckt. Das Mädchen soll Pfunde los werden. Wichtiger für sie: der das Training begleitende Arzt wird ihr Traummann. Sie verliebt sich zum ersten Mal in ihrem Leben.
18 Jahre ist es mittlerweile her, dass der Film herauskam, doch noch immer provoziert Seidls Doku „Tierische Liebe“ mit ihren schonungslosen Beobachtungen von Menschen, die ihre tierischen Hausgenossen als Kind-, Vater-, Mutter-, Partner-Ersatz misshandeln. Seitdem erwartet man von Seidl ein Missbehagen mit auf den Weg zu bekommen, sich irgendwie im Dunkel eigener Schmuddelphantasien ertappt zu fühlen. Bei den zwei ersten Teilen seiner „Paradies“-Trilogie um das biblische Begriffsterzett Glaube, Liebe, Hoffnung war es auch so. Diesmal aber fehlt der Biss. Seidls Film wirkt verblüffend versöhnlich mit einer recht verhaltenen Erzählweise. Seidl karikiert durchaus den Schlankheitswahn und dessen Folgen mit viel Komik und sogar Slapstick. Der Drill, mit dem die Heranwachsenden den stromlinienförmigen Vorstellungen von Schönheit angepasst werden sollen, wirkt nur albern. Damit geißelt der Österreicher sozusagen im Vorübergehen die ganz auf Äußerlichkeiten abonnierte bürgerliche Gesellschaft in der so genannten westlichen Welt. Aber tatsächlich nur im Vorübergehen, husch-husch, nebenbei. Er hätte ruhig spitzer sein dürfen. Es sieht so aus, als habe er ein wenig zu ängstlich alles Provozieren vermieden, um die Würde der Figuren
nicht zu beschädigen. Er beleuchtet die seelische Not von Melanie mit spürbarer Zuneigung zu dem Mädchen. Das Erwachen ihrer erotischen Sehnsucht und die daraus resultierende tiefe Enttäuschung, weil ihre Liebe nicht erwidert wird, fasst Seidl in rührende Szenen.
Melanie ist übrigens die Tochter der Frau, die in „Paradies: Liebe“ die Schatten des Sextourismus unter Kenias Sonne entdeckte und die Nichte der fanatischen Katholikin in „Paradies: Glaube“. Mutter und Tante zeigt Seidl in den Vorgängerfilmen von vornherein als geistig arm und emotional beschränkt. Melanie gesteht er viel Herz zu und durchaus auch Verstand. Irgendwann möchte man das Mädchen einfach mal tröstend in den Arm nehmen. Allerdings wird Ulrich Seidls bittere Botschaft deutlich: Eine Welt, in der die Erwachsenen nur noch in engsten Grenzen leben, geistig und emotional geprägt von Vorurteilen und Geldgier, kann Kindern und Jugendlichen keine Zukunft bieten.
Hauptdarstellerin Melanie Lenz, Schülerin ohne Schauspielerfahrung, zeigt die innere Verzweiflung Melanies klar, schnörkellos, und sehr wirkungsvoll. Mit jugendlich-linkischer Körpersprache und in sehr knappen Dialogen, die meist improvisiert erscheinen, bringt sie die Unsicherheit der Pubertierenden zum, Ausdruck. Nichts wirkt da angeschafft, gar gekünstelt. Sicherlich verkörperte die zur Zeit der Dreharbeiten wirklich 13-Jährige in der Hauptsache sich selbst. Damit beleuchtet sie die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens aufs wirkungsvollste – und wird zum Clou des Films!
Peter Claus
Paradies: Hoffnung von Ulrich Seidl (Österreich/ Frankreich/ Deutschland 2012)
Bilder: Neue Visionen
ShareThe End of Time (Peter Mettler)
von Peter Claus+ in Film, Filmspiegel, Im Kino, Kolumnen & Blogs, Kritik am 8. Mai 2013
Der Essay sorgte im Vorjahr in Locarno beim Filmfestival für heftiges Pro und Contra. Wo die einen nichts als gestalterische Manierismen sahen, fühlten sich andere pointiert in einen Strudel philosophischer Betrachtungen zum Thema Werden und Vergehen hineingezogen. Wie so oft liegt die Wahrheit wohl in der Mitte.
Peter Mettler versucht das Unbegreifliche zu begreifen: die Zeit. Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Wochen, Monate, Jahre, Gestern, Heute, Morgen – was steckt hinter all diesen Begriffen, die das Phänomen Zeit zu fassen versuchen? Im CERN-Projekt in der Schweiz, da, wo der Teilchenbeschleuniger auch zeit sichtbar machen soll, findet Mettler erstaunlicherweise fast nur unbefriedigende Aussagen. In einer Einsiedelei auf Hawaii, und, das Gute liegt bekanntlich nahe, bei seiner Mutter. Sie stellt die in ihrer Schlichtheit schönste Frage des ganzen Films – und deutet damit darauf hin, dass es wohl nie möglich sein wird, die Zeit in den Griff zu bekommen. Sehr anregend!
Peter Claus
The End of Time, von Peter Mettler (Schweiz 2012)
Bilder: Real Fiction Filmverleih
ShareOut in the Dark (ab 09. Mai)
von Peter Claus+ in Film, Filmspiegel, Im Kino, Kolumnen & Blogs, Kritik am 8. Mai 2013
Zeitgleich zur Doku „The Invisible Men“ kommt nun auch dieser thematisch verwandte Spielfilm in die deutschen Kinos. Erzählt wird die Lovestory eines palästinensischen Studenten in Tel Aviv zu einem israelischen Anwalt. Nimr (Nicholas Jacob), der Student, findet bei Roy (Michael Aloni), dem Juristen, das, was er sonst nirgendwo hat: Geborgenheit, ein Gefühl des Zuhauseseins. Doch die Bürokratie setzt dem Glück mit Schikanen zu. Die Zwei, im öffentlichen Bewusstsein Männer außerhalb des Erlaubten, des angeblich Normalen, kommen nicht zur Ruhe.
Schon der Titel des Films, „Out In The Dark“, spielt mit der Doppeldeutigkeit des Wortes „Out“. Sich zu outen, also sich zu seiner Sexualität zu bekennen, ist in aufgeklärten Ländern absolut positiv besetzt. Da, wo vorvorgestrige Haltungen das Sagen haben, ist das Gegenteil der Fall – und „out“ steht für das Ausgegrenztwerden. Bildern, die nahezu immer im Halbdunkel, in Schatten, im Verborgenen angesiedelt sind, spiegeln den Alltag von schwulen Männern in Israel/ Palästina ohne große Erklärung. Man fühlt als Betrachter sofort die Bedrängnis, der die Menschen ausgeliefert sind. Interessanterweise setzt Michael Mayer in diesen ungewöhnlichen Bildern auf eine gewohnte, an Hollywood orientierte Erzählweise voller Tempo, Überraschungen, Dramatik. Atmosphärisch ist das durchweg stark. Und die Darsteller überzeugen vollkommen. Erfreulicherweise verzichtet Mayer auf ausufernde Sexszenen. Das mag in Mitteleuropa verwundern. Für den Kulturkreis, in dem die Filmgeschichte angesiedelt ist, wird schon so mehr als genug Zündstoff für einen Skandal entfacht.
Verblüffen dürfte manche das Finale: Auch hier setzt Mayer auf Zurückhaltung. Die Andeutungen, die er macht, genügen, um die Tragweite der Ereignisse zu begreifen – und die Unmenschlichkeit einer Gesellschaft, die Menschen, nur weil sie anders sind als die vermeintliche Mehrheit, als minderwertig brandmarkt.
Peter Claus
Out in the Dark, von Michael Mayer (USA/ Israel/ Palästina 2012)
Bilder: PRO-FUN MEDIA
ShareThe Invisible Men (ab 09. Mai)
von Peter Claus+ in Film, Filmspiegel, Im Kino, Kolumnen & Blogs, Kritik am 8. Mai 2013
Schwul in Palästina? Undenkbar! Es kann schließlich nicht sein, was nicht sein darf. Palästinensische Männer, deren sexuelle Orientierung dem eigenen Geschlecht gilt, müssen, wenn ihnen ihr Leben lieb ist, unsichtbar (invisible) bleiben. Rückhalt in der Familie oder bei Freunden gibt es so gut wie nie. Nahezu alle Betroffenen tauchen erst einmal illegal in Tel Aviv unter. Mit Glück gelingt die Flucht ins Ausland.
Drei Schicksale beleuchtet der Film – einfühlsam und unspektakulär. Schwul in Palästina und Palästinenser in Israel – das ist derart ungeheuerlich, dass sich auch jegliche Effekthascherei verbietet. Yariv Mozers couragierter Dokumentarfilm erzählt von Verfolgung, Missachtung, Verrat, aber auch von Freundschaft, Liebe und Hoffnung. Louie, Abdu, und Faris sehnen sich nach einem Asylland. Doch wohin? Und wie? Und vor allem: Leben fern der trotz allem geliebten Heimat?
Flotte Antworten auf die drängenden Fragen bleiben zum Glück aus. Der Film lässt die Realität für sich sprechen, die Bilder der Bedrängnis, die Hilferufe per Mobiltelefon. Die Interviewausschnitte und Diskussionen der Protagonisten untereinander sind ohne Pathos. Wenn dann einer der Männer von den wenigen, die zu ihm stehen, verabschiedet wird, wenn er nächtens einen schwere Koffer hinter sich herziehend in eine ungewisse Zukunft geht, stellt sich beim Zuschauer eine Betroffenheit und eine Wut ein, wie sie alles Gutmenschengerede nicht provozieren könnte.
Peter Claus
The Invisible Men, von Yariv Mozer (Israel/ Niederlande 2012)
Bilder: GMfilms
ShareStar Trek Into Darkness (ab 09. Mai)
von Peter Claus+ in Film, Filmspiegel, Im Kino, Kolumnen & Blogs, Kritik am 8. Mai 2013
Wer jenseits des Jugendalters ist, verbindet mit Star Trek vor allem Kindheitserinnerungen. Die Abenteuer in den unendlichen Weiten des Alls haben im Fernsehen und im Kino für wohligen Schauder gesorgt, immer komisch, stets etwas menschelnd, durchweg im schönsten Sinne kindlich.
Funktioniert’s auch noch Jahrzehnte nach dem ersten Start, 1966 war’s? Durchaus. Das Raumschiff Enterprise ist partout nicht klein zu kriegen. Spock (Zachary Quinto), Kirk (Chris Pine) und Pille (Karl Urban) spielen wieder mal durch, was sie schon immer gespielt haben: Krieg. Da sie die Guten sind, drücken wir ihnen die Daumen.
Star-Trek-Fans der ersten Stunde seien gewarnt: Ja, die Dramaturgie ist letztlich so simpel – und entspricht damit dem Original. Nein, so geschliffen im Kinderbuchformat wie damals wird der Kampf Gut gegen Böse nicht mehr verkauft. Die moderne Tricktechnik fordert ihren Tribut: das Weltraumabenteuer hat einen geradezu monströsen Schauwert, der von digital erzeugter Action dominiert wird. Emotional aufgeheizt wird die Saga mit dem Trend-Thema Terrorismus. Spätestens da winkt der Fan von einst müde ab. Das Besondere der Star-Trek-Serie, nämlich das Bekenntnis zum geradezu albernen Spiel mit Science-Fiction-Visionen fern des Realisierbaren, ist dahin – und damit aller Charme.
Kein Wunder, dass der, wenn ich nicht irre, zwölfte „Star Trek“-Blockbuster auch jedem zugänglich ist, der noch nie von der Enterprise, Mr. Spock und all den anderen Versatzstücken der Mär gehört hat. Die angeblich „nur“ 185 Millionen US-Dollar für die Produktionskosten müssen schließlich wieder eingespielt werden. Da muss auch Klein-Doofi auf Rollerbeinchen bestens bedient werden. Kurz: wir haben es mit einer Geldvermehrungsmaschinerie und nichts anderem zu tun. Dass hier niemand Kunst erwartet (wiewohl das ja ganz schön wäre), ist geschenkt. Doch nun auch noch den ureigenen Stil der Barbie-und-Ken-Utopien im doch eher unblutigen und nie ernst zu nehmenden Krieg-der-Sterne-Gewand aufzugeben, das ist denn doch zu viel des Profitstrebens. Kirk & Co. retten die Erde, verlieren dabei aber an Bodenhaftung. Das sieht sich an wie ein Spezialeffekt-Feuerwerk, das von einem total von Drogen durchgedrehten Hirn an einem Supercomputer ausgeheckt wurde. ’Ne Nummer kleiner und ein Hauch mehr Kindergarten-Freundlichkeit von altem Schlag – es hätte so schön und auch schön lustig werden können.
Einen gewaltigen Pluspunkt gibt’s: der Titel findet im Filmfinale eine höchst überraschende Deutung. Die sei hier nicht verraten. Nur eins: damit ist klar, dass eine Fortsetzung folgt.
Peter Claus
Star Trek Into Darkness, von J. J. Abrams (USA 2013)
Bilder: Paramount
ShareWerden Sie Deutscher (ab 02. Mai)
von Peter Claus+ in Film, Filmspiegel, Im Kino, Kolumnen & Blogs, Kritik am 2. Mai 2013
Besuch in einem Integrationskurs. Was passiert da? Welche Werte werden vermittelt? Wie sieht das Bild von Deutschland und den Deutschen aus, das dort entsteht? Ohne Kommentar wird eine Integrationsklasse fast ein Jahr lang begleitet. Man staunt, man wundert sich, man schüttelt den Kopf. Besonders spannend ist der wunderbar unprätentiöse Film immer dann, wenn er Gefühlen, etwa auch Ängsten, der Kursbesucher Raum und Zeit
lässt. Aufregend daneben: die soziale Vielfalt, die deutlich wird. Da lernt der scheue Mann aus Bangladesh, der unentwegt Furcht vor Abschiebung haben muss, neben dem coolen Weltenbummler, der darüber nachdenkt, in Berlin eine Bar aufzumachen. Am Ende erwartet alle das „Zertifikat Deutsch“. Sie brauchen es für ihre Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Es sagt, dass die Absolventen des Kurses Kenntnisse in der deutschen Sprache haben, im Rechtssystem, in Historie und in Kultur. Der Film zeigt: Über Deutschland hier und heute erfahren sie kaum etwas. Kein Wunder, wissen wir Deutschen doch selbst nicht gerade gut, was uns und unsere Heimat ausmacht.
Der Film bleibt übrigens nicht im Klassenzimmer. Einige Kurteilnehmer werden in ihrem persönlichen Umfeld besucht, etwa bei der Arbeitssuche begleitet. Da zeigt sich schnell, welchen Wert der Kurs hat. Spätestens dann ist einiges Schmunzeln angesagt. Ein Schmunzeln mit bitterem Klang. Da wird man denn als Zuschauer auch zum Kursteilnehmer.
Peter Claus
Werden Sie Deutscher, von Britt Beyer (Deutschland 2012)
Bilder: imFilm – Agentur + Verleih
ShareI, Anna (ab 02. Mai)
von Peter Claus+ in Film, Filmspiegel, Im Kino, Kolumnen & Blogs, Kritik am 2. Mai 2013
1998 kam die Romanadaption „Solo für Klarinette“ von Regisseur Nico Hofmann in die Kinos und fiel trotz imponierender Besetzung mit Corinna Harfouch und Götz George in den Hauptrollen durch. Der erotische Psychothriller nach dem Buch von Elsa Lewin war ein grandioser Misserfolg. Schade, dass der Film nicht noch einmal gestartet wird. Gut möglich, dass er heute, lange nach dem Ende der so genannten Spaßgesellschaft, besser ankäme. Verdient hätte es der Film!
Hofmann hatte die Handlung aus New York nach Berlin verlegt. Die schon 2011 gedrehte Neuverfilmung des Buches spielt nun in London. Und bleibt in der Qualität weit hinter Hofmanns Thriller zurück. Die Story folgt der Vorlage: reifere Frau und auch nicht mehr ganz junger Mann versuchen, eine unmögliche Liebe zu leben. Charlotte Rampling und Gabriel Byrne sind diesmal die Protagonisten. Beide spielen exzellent. Doch Regisseur Barnaby Southcombe, der Sohn von Charlotte Rampling, hat nicht genug Gespür dafür, eine starke Atmosphäre aufzubauen. Die Story der einsamen Anna und des nicht minder einsamen Kommissars Bernie beginnt mit einem Mord. Im Buch wird davon nicht in Krimi-Manier erzählt. Es geht ganz um die psychologischen Verästelungen. Bei Hofmann sorgte die Suche nach dem Täter für Spannung. Eine konsequente Neubearbeitung des Stoffes. Southcombe mogelt diesbezüglich etwas rum, verrät zwar, wie im Buch, wer die Tat begangen hat, setzt aber dennoch halbherzig auf Krimielemente. Das Eigentliche, das Drama, das aus Einsamkeit erwachsen kann, gerät dabei zu sehr an den Rand der Erzählung. Die Notwendigkeit, eine Handlung abzuspulen, geht zu Lasten der Figurenzeichnung. Da können auch die zwei Weltstars nichts retten. Sie haben schlichtweg zu wenig zu spielen. Das war bei Hofmann anders. Man sehnt sich geradezu nach Harfouch und George. Da ist wohl mal wieder der Gang zum DVD-Verleih angesagt.
Peter Claus
I, Anna, von Barnaby Southcombe (Frankreich/ Großbritannien/ Deutschland 2011)
Bilder: NFP
ShareIron Man 3 (ab 02. Mai)
von Peter Claus+ in Film, Filmspiegel, Im Kino, Kolumnen & Blogs, Kritik am 2. Mai 2013
Was soll man über den erneuten Auftritt von Robert Downey jr. als „Iron Man“ schon groß schreiben können? Ist ja klar, dass die Story auf Spannung setzt, raffinierte Tricktechnik zum Einsatz kommt, jede Menge Action geliefert wird und sowieso und außerdem, dass die Schauspieler genregemäß perfekt agieren. Aber: der Film lässt einen auch staunen, weil Unerwartetes geboten wird. Überraschenderweise wird nämlich die Titelfigur als Mensch erkundet. Nicht Iron Man steht im Zentrum, sondern der Mann, der Iron Man spielt, der Erfinder Tony Stark (Robert Downey jr.), Milliardär, Playboy und Ex-Waffenproduzent. Es ist ein technisch genialer Anzug, der ihn zu Iron Man werden lässt. Und der Film zeigt, was Tony kann und wer er ist, wenn der Anzug nicht rund um die Uhr funktioniert. Die Technik streikt. Der starke Mann aus der Welt der Comic-Factory Marvel ist also
auf den Einsatz seiner persönliche Kraft und Intelligenz angewiesen. Sein Kampf gilt einem Bösewicht namens Mandarin (Ben Kingsley). Der terrorisiert die Welt mit mörderischen Attacken. Iron Mans Feldzug gegen den Unhold wird bildgewaltig in 3D-Format vorgeführt. Regisseur Shane Black, bisher vor allem als Drehbuchautor erfolgreich, hat sich jedoch nicht dazu verführen lassen, die Tricktechnik in den Vordergrund zu rücken. Mit durchaus feinsinnigem Witz und dazu einer gehörigen Portion Emotionalität erzählt er vor allem die Geschichte eines Mannes, der seine eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten begreifen lernt, um sie dann für den Sieg des Guten einzusetzen. Dabei erscheint Tony Stark nicht als selbstloser Menschenfreund mit Heiligenschein. Seine ganz und gar eigennützigen Motive fallen nicht unter den Tisch. Natürlich sind auch die edel, denn es gilt für Tony, ihm persönlich nah stehende Leute zu schützen.
Hauptdarsteller Robert Downey jr. strahlt eine selbstverständliche Virilität fern von dümmlichem Machogehabe aus. Gerade, zeigt Verletzlichkeit und Selbstironie. Drum glaubt man ihm den über sich hinaus wachsenden Tony Stark. Die Fantasy-Comic-Figur wird dank des Schauspielers zu einem wirklichen Charakter, dem man als Zuschauer gern die Daumen drückt. Don Cheadle in der Rolle von Tonys Freund Rhodey besteht mit Charme und Kraft neben dem Hauptdarsteller. Die Zwei ergänzen einander aufs Beste. Gwyneth Paltrow als Tonys große Liebe Virginia „Pepper“ Potts darf erfreulicherweise mehr als schöne Augenweide sein. In einer besonders gelungenen Szene tritt sie sogar als Iron Woman auf und sorgt damit für ein Höchstmaß an Spannung. Aber auch für die von ihr mit Sex Appeal und viel Humor verkörperte Sirene gilt: die menschlichen Qualitäten sind das A und O, es ist nicht die Technik. Am Ende zählt allein die innere Stärke. Die gewichtige Botschaft wird übrigens recht früh verkündet, wenn, bezogen auf die Waffenproduktion, der Satz fällt „Wir schaffen unsere eigenen Dämonen“. Doch keine Sorge! Pseudophilosophisch dröge geht es nicht zu. Der Spaß an Fantasy und Thrill ist enorm. Regie und Drehbuch lassen ihren Anspruch der Reflexion von durchaus Ernsthaftem zwar deutlich erkennen, doch bedienen sie vor allem das Bedürfnis nach ausgeklügelter Unterhaltung. Dennoch reicht’s sogar für ein paar kritische Gedanken zu Themen wie einer fatalen Macht gewisser Medien und den Grenzen der internationalen Terrorbekämpfung. Für einen Blockbuster ist das überaus erstaunlich. Ein schauspielerisches Glanzstück liefert Guy Pearce, der als Aldrich Killian neben dem bestechenden Ben Kingsley einen weiteren Schurken und damit eine Schlüsselfigur mimt. Pearce erweist sich
gleichsam als Mann mit unzähligen Gesichtern. Vielen dürfte sich allerdings besonders Ty Simpkins einprägen. Er verkörpert den achtjährigen Harley, einen Iron-Man-Fan, der für entscheidende Entwicklungen der Erzählung sorgt. Neben dem kindlichen Nachwuchsgenie sieht Tony Stark für einen Moment echt alt aus. Wie auch schon zu Beginn der Geschichte. Da wirkt er arg gebeutelt von seinem vorjährigen Einsatz samt Nahtoderfahrung in „The Avengers“. Der Schrecken darüber, keineswegs unsterblich zu sein, und die Konfrontation mit anderen Superheldinnen und -helden, wie zum Beispiel Black Wido, Hulk und Thor, haben ihm das Überlegenheitsgefühl der Einmaligkeit genommen. Der beinahe schon depressiv anmutende Tony weiß: Helden gibt’s im Dutzend billiger. Sie drohen zur Ramschware zu werden. Auch dagegen setzt er sich mit seinem erneuten Einsatz als Retter der Welt erfolgreich zur Wehr. Dabei hat er es diesmal mit einigen überaus gruseligen Widersachern zu tun. Für den Mandarin treten nämlich Typen einer „Die zehn Ringe“ genannten Organisation an, die innerlich derart glühen, dass sie alles, was sie anfassen, ob Stahlträger oder eben den Iron-Man-Anzug, zum Brennen bringen und damit zerstören können. Diese Wesen können sogar explodieren und dann im Handumdrehen scheinbar unversehrt im Flammenmeer wieder auferstehen.
Die besondere Qualität des Films wird übrigens gleich zu Beginn mit einer Rückblende auf Silvester 1999 deutlich, in der die Ursachen für den aktuellen Clinch aufleuchten. Der Soundtrack dazu besticht mit dem damals populären Hit „Blue (Da Ba Dee)“ des italienischen Trios Eiffel 65. So wird auch noch musikalisch signalisiert, dass Scherz, Ironie und tiefere Bedeutung einträchtig zusammenwirken. Und das mit vielen überraschenden Einfällen, die vorab nicht verraten werden dürfen. Nur ein Tipp für alle, die bisher keine eisernen Fans der Marvel-Comic-Verfilmungen sind: Auf keinen Fall schon während des Abspanns aus dem Kino gehen. Danach geht’s nämlich noch a bisserl weiter!
Peter Claus
Iron Man 3, von Shane Black (USA 2013)
Bilder: Concorde Film
ShareThe Broken Circle (ab 25. April)
von Peter Claus+ in Film, Filmspiegel, Im Kino, Kolumnen & Blogs, Kritik am 24. April 2013
Das Schicksal tost. Die Emotionen peitschen. Das Publikum bricht kollektiv in Tränen aus. – Kitsch pur? Mitnichten. Das belgische Filmdrama landet nicht einen Moment in den Niederungen des Banalen.
Der Ruf der Melodramen ist dahin. Die Flut an pilcherndem TV-Quark ist Schuld. Meisterwerke, wie sie der Deutsche Detlef Sierck unter dem Namen Douglas Sirk vor allem in den 1950er Jahren in Hollywood drehte, gibt’s nur noch sehr, sehr selten. Hier ist nun endlich mal wieder eins.
Der 2009 mit „Die Beschissenheit der Dinge“ bekannt gewordene belgische Drehbuchautor und Regisseur Felix Van Groeningen erzählt eine (auf einem Theaterstück basierende) Lovestory zweier Künstlernaturen. Die Geschichte von Tätowiererin Elise (Veerle Baetens) und Bandmusiker Didier (Johan Heldenbergh) wird von ihm mit geradezu hemmungsloser Lust am Schwelgen in überbordenden Emotionen erzählt. Gekrönt wird die Liebe des Paares durch die Geburt von Tochter Maybelle (Nell Cattrysse). Doch das Kind erkrankt schwer. Die Liebenden sind gezwungen, über Leben und Tod ihres Kindes zu entscheiden. Und es kommt noch schlimmer. Von Glück ohne Ende kann nicht die Rede sein. Zerbricht das Paar daran?
Im Februar gab es am Ende der Berlinale in der Sektion Panorama den Publikumspreis. Zu Recht. Denn der wuchtige Film besticht nicht allein mit dem Mut zu starker Emotionalität. Wie einst Sirk, etwa in „Written on the Wind“ (1957) oder „Imitation of Life“ (1959), setzt Van Groeningen neben aller ausgeklügelten Psychologisierung auf soziale Genauigkeit und damit auf ein stimmiges Gesellschaftsbild. Der Kampf der Eltern gegen Ängste und Schmerz, ihr Miteinander und auch ihr Gegeneinander, sind in einem nachvollziehbaren Alltag und einem glaubwürdigen Milieu verankert. Schon allein dadurch wird es den Zuschauern überaus leicht gemacht, sich in die Protagonisten hinein zu denken und zu fühlen. So fremd ihre Geschichte dem Einzelnen (hoffentlich!) ist, so bekannt sind doch die Umstände ihres Daseins. Gefasst sind die in kluge Bildkompositionen, die den Schauspielern tatsächlich Seelenlandschaften eröffnen, Räume, die das Innere der Figuren spiegeln, ohne je überzogen zu wirken. Wohl jeder kennt aus eigenen Erfahrungen das Spannungsfeld von Atheismus und Glaube, Nüchternheit und Romantik. Auch darum wähnt man sich schon kurz nach Filmbeginn als Teilnehmer am Geschehen.
Der optischen Gestaltung mit ihren satten Farben entspricht die akustische. Ein greller Soundtrack dominiert. Bild und Ton steuern die Gefühle des Publikums nach klassischer Kintopp-Manier dahin, wo Felix Van Groeningen sie haben will. Selbst sehr kühle Naturen dürften sich dem nicht entziehen können. Sogar sie sollten also ein Taschentuch extra einstecken. Das ist so wegen der sozialen Verankerung der Figuren und weil deren Auf und Ab nie in der billigen, durchweg konstruiert anmutenden Art von 3-Groschen-Romanen gezeichnet wird. Spätestens hier müssen die bezwingenden Leistungen der Akteure gewürdigt werden. Veerle Baetens und Johan Heldenbergh stehen scheinbar die ganze Zeit „voll unter Strom“. Die Not von Elise und Didier ist groß, also sind es auch die Gesten der Schauspieler. Die aber beherrschen die Kunst, immer genau im richtigen Momenten abzubremsen, dem Publikum mit kleinen Momenten des Verharrens die notwendigen Atempausen vor dem nächsten Sturm zu gönnen. Ihrer Klasse ist es vor allem zuzuschreiben, dass sogar das sehr, sehr deutliche Statement zum Themenkreis Religion und Stammzellenforschung nicht einen Moment lang aufgesetzt wirkt. Der Präsenz der Darsteller ist zudem zu danken, dass die etwas vertrackte Erzählweise voller Verweise auf die Zukunft und Rückblenden überschaubar bleibt und den Fluss der Gefühle nicht stört. Der steuert couragiert auf einen Umstand hin, um den jeder weiß, der aber weithin verdrängt wird: die nicht zu verhindernde Allmacht des Todes. Das ist erschreckend. Doch man verlässt das Kino keineswegs deprimiert. Denn wie im wahren Leben ist es auch hier: neben allem Tragischen ist immer auch Heiteres zu entdecken. Schöne Erkenntnis: Tatsächlich lässt sich noch aus dem Schlimmsten Kraft ziehen, sogar Lebensfreude. Man geht erstaunlich beschwingten Schrittes nach Hause.
Peter Claus
The Broken Circle, von Felix Van Groeningen (Belgien 2012)
Bilder: Pandora
ShareBeerland (ab 25. April)
von Peter Claus+ in Film, Filmspiegel, Im Kino, Kolumnen & Blogs, Kritik am 24. April 2013
Ein Amerikaner in Deutschland. Seit gut einem Jahrzehnt lebt Matt Sweetwood hier. Und kommt aus dem Staunen nicht heraus. Zum Beispiel darüber, welche hohe Wertschätzung hierzulande das Bier erfährt.
Der Film baut auf Fakten: circa 5000 verschiedene Biermarken werden in Deutschland von etwa 1300 verschiedenen Brauereien hergestellt. Und die Leute trinken alles, sich selbst dabei, auch das wird gezeigt, nicht selten um den Verstand. Historisches und Heutiges wird von Sweetwood zu einem farbenreichen Bilderbogen montiert. Die Geschichte des Bierbrauens samt Reinheitsgebot von 1516 wird klar dazu gezeigt, welche Möglichkeiten des Biergenusses es gibt, Trinksprüche und -spiele inklusive. Die Tour hat ihren Höhepunkt auf dem von Matt Sweetwood „Beerland“ genannten Oktoberfest in München. Ausgerechnet dort will der Regisseur seinen aus den USA nach Deutschland gereisten Eltern zeigen, wie sehr sich Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verändert hat. Nicht nur die Eltern staunen und grübeln – auch das Kinopublikum bekommt einiges zum Nachdenken.
Der Film ist überwiegend versöhnlich. Auch lustig geht’s zu, insbesondere dann, wenn Interviews mit Bierbrauern und Biertrinkern pointiert von kurzen Animationssequenzen illustriert werden. Matt Sweetwood aus dem puritanischen Kansas, Missouri, wo Bier absolut verdammt wird, gelingt dabei ein so amüsantes wie bemerkenswertes Panorama gegenwärtiger Lebensart – und Unart!
Peter Claus
Beerland, von Matt Sweetwood (Deutschland 2013)
Bilder: Movienet Film/24 Bilder Filmagentur
ShareSide Effects (ab 25. April)
von Peter Claus+ in Film, Filmspiegel, Im Kino, Kolumnen & Blogs, Kritik am 24. April 2013
Ein Thriller von Regisseur Steven Soderbergh. Da darf einiges erwartet werden. Der Name steht für Qualität, selbst wenn es sich um reine Kommerzprodukte handelt. Und tatsächlich: Inszenierung und Schauspiel sind bestechend, die Story hat weitestgehend Hand und Fuß. Gediegene Unterhaltung ist angesagt.
Die Story darf lediglich skizziert werden: Psychologe Dr. Jonathan Banks (Jude Law) übernimmt die Betreuung von Emily Taylor (Rooney Mara) nachdem sie in einer Tiefgarage mit ihrem Wagen offensichtlich einen Suizidversuch unternommen hat. Die junge Frau erscheint ihm schwer depressiv. Sie zeigt auch keine Besserung nach der Entlassung ihres Mannes Martin (Channing Tatum) aus der
Haft. Er saß wegen eines Wirtschaftsverbrechens ein. Die zwei Männer versuchen alles, um Emily wieder aufzurichten. Der Psychologe kontaktiert sogar ihre frühere Ärztin (Catherine Zeta-Jones). Auf deren Anregung hin verschreibt er voller Hoffnung ein gerade erst auf den Markt gekommenes Psychopharmaka. Das aber hat Nebenwirkungen mit zahlreichen Folgen, die das Schicksal aller Beteiligten in mörderischem Maße prägen.
Hier ist auf den zweiten Blick nichts wie es auf den jeweils ersten erscheint. Zwischen Gut und Böse gibt es keinerlei Trennung. Soderbergh spielt lustvoll mit zwielichtigen Charakteren, undurchschaubaren Situationen und den Abgründen des menschlichen Seins. Gelegentlich schlägt die Logik dabei Purzelbaum. Das nimmt man gelassen hin, denn die Spannung ist groß. Aber: Steven Soderbergh folgt seinem offenkundigen Vorbild Alfred Hitchcock ausgerechnet mit einem fatalen Kniff aus dessen Film „Stage Fright“ („Die rote Lola“/ 1950): Zum Auftakt der Erzählung wird das Publikum mit einer handfesten Lüge bewusst auf eine falsche Fährte gelotst. Hitchcock selbst hat das im Gespräch mit Truffaut im Interview-Buch „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ sehr bereut. Er kam zu der Einsicht, dass es immer klüger ist, dem Publikum das Gefühl zu geben, schlauer als die Filmfiguren zu sein. Schade, dass Soderbergh dem berühmten Vorbild da nicht folgt. Drum verlässt man das Kino ein wenig vergnatzt. Man hat das Gefühl, ein wenig für dumm verkauft worden zu sein. Schade.
Trotzdem ragt der Film mit seiner gestalterischen Klasse aus dem Durchschnittsangebot heraus. Was auch dem erstklassigen Schauspieler-Ensemble zu danken ist, allen voran Jude Law. Seine Präsenz vor allem sorgt dafür, dass der sozialkritische Hintergrund der Story, die unendliche Profitgier der Pharmaindustrie, nicht zu kurz kommt. Neben ihm beweist Rooney Mara nach „Verblendung“ erneut ihre große Wandlungsfähigkeit. Auch sie führt das Publikum aufs Glatteis. Ihr folgt man dabei allerdings mit außerordentlichem Vergnügen an einer schön schaurigen Gänsehaut.
Peter Claus
Side Effects, von Steven Soderbergh (USA 2013)
Bilder: Senator Film
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