Wann darf und wann muss man jemanden einen Nazi nennen?

Versuch einer Grenzbestimmung 


 

Von Markus Metz und Georg Seeßlen

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Es ist unübersehbar: In Deutschland wie in anderen europäischen Ländern wächst eine rechtspopulistische Bewegung, die einerseits offen gehalten wird in die “Mitte der Gesellschaft” hinein, andererseits aber auch offen gehalten wird zur extremen, in einigen Fällen auch zur militanten und gewaltbereiten Rechten. Die Kritiker dieser rechtspopulistischen, antidemokratischen und antieuropäischen Bewegungen sind oft recht schnell mit der Bezeichnung “Nazi” bei der Hand, so offensichtlich scheinen zumindest die Anknüpfungs- und Verbindungspunkte zwischen Rechtspopulismus und Neofaschismus. Möglicherweise aber ist der inflationäre und unbedachte Gebrauch der “Nazi” -Bezeichnung nicht minder gefährlich als eine Auflösung der Grenzen gegenüber Gedanken, Worten und schließlich Taten, die den Bruch mit demokratischen, rechtsstaatlichen und humanistischen Grundwerten zumindest in Kauf nehmen. 
Es gibt einerseits jene Nationalkonservativen, “Identitäten” oder auch nur “besorgten Bürger” , die Wert darauf legen, nicht “in die rechte Ecke gestellt” oder gar mit “Nazis” gleichgestellt zu werden. Und andererseits die Neofaschisten, die sich durch den Gebrauch der einschlägigen Insignien, der Zitate und der Selbstinszenierung selber eindeutig in die Tradition und in den Geist des deutschen Nationalsozialismus stellen. Dazwischen freilich tut sich ein weites graues Feld auf. Die Sendung will versuchen, eine sehr notwendige Auseinandersetzung zwischen der demokratischen Zivilgesellschaft und den nationalistischen, xenophoben, antidemokratischen und “völkischen” Rechten diskursiv zu schärfen.

Screenshot oben BR2

Bild: picture-alliance/dpa

gesendet Sonntag, 31.07.2016 
22:05 bis 23:00 Uhr – Bayern 2 – Zündfunk Generator

 

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