Hexenverfolgung: Neue Thesen am Eichstätter Dom

Anschlag340An Fronleichnam 2014 haben der Künstler Wolfram P. Kastner und der Autor Claus-Peter Lieckfeld
 während des Pontifikalamtes am Eichstätter Dom Thesen angeschlagen, in denen sie u.a. die Rehabilitation der in Eichstätt wegen unterstellter „Hexerei“ gefolterten und ermordeten Frauen und Männer fordern.

„Aus Liebe zur Wahrheit und in dem Bestreben, diese zu ergründen, soll in Eichstätt in aller Öffentlichkeit über die folgenden Sätze disputiert werden: Die Urteile gegen Frauen und Männer, die der „Hexerei“ angeklagt und verurteilt wurden, waren und sind schreiendes Unrecht und werden aufgehoben.
Die Folter, der die Angeklagten unterworfen wurden, war und ist ein Verstoß gegen die Menschenwürde sowie gegen Recht und Gesetz damals wie heute ….“

(Voller Wortlaut der Thesen siehe pdf unten)

Die 426 Frauen und Männer, die in Eichstätt im Zeichen des Kreuzes gefoltert, geköpft oder lebend verbrannt wurden, haben in dieser Stadt – anders als in vielen deutschen Städten kein öffentlich wahrnehmbares namentliches Gedenken.
Die namentliche Rehabilitation der Opfer ist schon ein paar Jahrhunderte überfällig.
Die Aktion soll Denkanstoß sein: auch vor dem Hintergrund, dass ideologisches Morden und Folter immer noch nicht der Vergangenheit angehören.
Der Anschlag mit den Thesen und Namen der ermordeten Menschen wurde nach anderthalb Stunden von Seiten der Kirche entfernt.
Wir hoffen, dass sie abgenommen wurden, damit sie endlich bedacht und beherzt werden können. In diesem Fall sind wir gerne bereit, sie dem Bischof und der katholischen Gemeinde Eichstätts zu überlassen.
Andernfalls würden wir die Herausgabe verlangen.

Wolfram P. Kastner                                                                      
Claus-Peter Lieckfeld

Institut  für  Kunst  und  Forschung
Trivastr. 7
D-80637 München

Anschlag-680

Die angeschlagenen Thesen (PDF)

Einlage für das Gesangsbuch (PDF)

 

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