Hirnbruchstücke 39

Vom Glück

Ein Abendessen ist die reinste Hetze.

Früher hatten wir ja nichts. Von einem Ofen wurde nicht geträumt, weil der in einer Wohnung hätte stehen sollen. Wohnungsträume hatten Vorrang.

Heute residieren Rohms ja – man weiß es aus zahllosen Berichten in Presse und Fernsehen – in einer geräumigen Villa am Rande Fuldas. Ständiges Gewusel, wenn die Bediensteten ihren Aufgaben nachgehen: Bücher abstauben, Matratzen verbrennen, neue nachlegen, Luft vor mein Gesicht fächern. Arbeit über Arbeit für siebenhundert Leute, die durch meine enormen Verkäufe ein Auskommen gefunden haben. Soll sich mal keiner Beschweren. Ich kann da nachtragend sein. Und so leicht findet sich kein zweiter Ausbeuter, der derart schlecht entlohnt.

Ein Unmensch bin ich in keinem Fall, und nur weil einer vor mir kniet, auf dem ich meine Füße ablege, sollte man nicht schlecht über mich denken.

Trotz meines Glücks, komme ich aus dem Stress einfach nicht heraus, er hält mich in seinen Klauen, etwa wenn ich das Abendessen hinunterschlinge, weil längst schon wieder mein nächster Roman auf mich wartet.

Zum Kauen war ursprünglich ein professioneller Gourmet eingestellt, den ich entlassen musste. Es gibt Dinge, die muss man leider noch selber tun. Tragisch, aber so ist es eben.

Da kannst du, wie ich, Millionen auf deinem Konto haben, essen musst du in eigener Person.

Geld allein macht eben auch nicht restlos glücklich.

Aussterbende Berufe (Heute: Der Autobeschauer)

Berufe gibt es – ich muss hier für einige Sekunden unterbrechen, weil es mich juckt, rechts oben an der Schulter -, die gibt es bald nicht mehr, aber ich bin überzeugt, dass sie nicht zur Gänze aussterben werden, wie etwa der des Autobeschauers.

Autobeschauer ist nicht nur ein Beruf, da würde man ihm nicht gerecht. Die Lebensumstände sind es, der eigene Charakter, die einen schließlich irgendwann an der Straße aufstellen, um Autos zu betrachten.

Hier bei uns, wo es noch Dörfer gibt, die aus drei Häusern bestehen, blüht der Beruf des Autobeschauers regelrecht. Der Vater gibt den Besen an seinen Sohn weiter, der ihn mit in sein Grab nimmt, wenn er nicht hin und wieder besoffen über eine Kirmes und in ein Mädchen fällt, um sich den nötigen Nachwuchs zu zeugen.

Ernsthaft muss das Gewerbe betrieben werden. Eine gewisse Ausdauer ist vonnöten, kann es doch oft mehrere Tage dauern, bis der Autobeschauer eines Autos ansichtig wird, um es, den Besen umklammernd, gierig zu bestarren, jene drei bis vier Sekunden, die es währt.

Viel verdient der Autobeschauer nicht, deshalb muss er hin und wieder – man sollte ihm das verzeihen – eines der Autos, die sich in die unwirtliche Gegend, in der er lebt bzw. haust, verirren, ausrauben. Persönlich meint er es nicht böse, wenn er die Insassen totschlägt, um nachzusehen, ob sich ein wenig Geld für ihn in ihren Taschen befindet.

Er muss ja sein Auskommen finden, der Autobeschauer, denn nur vom Beschauen wird seine Familie nicht satt.

Schade ist es, wenn ein solcher Beruf allmählich ausstirbt, er und andere, die der Jugend kaum noch bekannt sind. Wer weiß schon noch vom Kuhumwerfer, vom Wirtshausschweiger, vom Straßaufstraßabgeher? Niemand, weil sich um das Handwerk nicht mehr gekümmert wird.  Eine Schande ist es, und es wird sich dereinst rächen, sich nicht weiter um diese Berufsbilder bemüht zu haben.

Laut neusten Hochrechnungen sterben minütlich drei Berufe aus. Fort ist fort, und da muss sich nicht wundern, wenn man seinen Kindern mit einer Fernsehdokumentation beweisen muss, dass es Autobeschauer gab.

“Schau!”, wird man rufen”. Aufgeregt wird man auf ein Männchen am Straßenrand zeigen, das jeden Augenblick mit seinen Augen ein Auto, das sich eben nähert, taxieren wird. Diese steifen Bewegungen. Der Autobeschauer ist ein Wunder der Natur. Stets gut getarnt, scheint es, als würde er mit seiner Umwelt verwachsen. Das Gesicht beschattet von einem Dreitagebart, die Augen ummantelt von dunklen Ringen. Holpert etwa ein Familienwagen an ihm vorüber, genügen ihm die wenigen Sekunden, um die Städter allesamt erfasst zu haben. Genussvoll zerkauen seine Augen die Gesichter, die nicht ahnen, welch merkwürdiger Jäger sie soeben erlegt hat. Noch Stunden später schmeckt die Erinnerung des Autobeschauers ihre weichen Züge, ihre von den Einkaufszentren der Stadt gebleichten Visagen.

So einfach sollte man diesen Beruf nicht aufgeben. Und deshalb ist es mir ein tiefes Bedürfnis, meine Leser allesamt aufzufordern, sich für den Erhalt des Autobeschauers einzusetzen.

Danke für eure Aufmerksamkeit.

Biografien

Wenn man lebt, braucht es keine veröffentlichte Biografie. Da muss sich keiner hinsetzen und sich Lügen über ein Leben aus den Fingern saugen. Man ist ja bereits eine Biografie, ein sehr tätige sogar, die noch gar nicht weiß, wann und wo sie mal enden wird. Lieber eine Biografie auf zwei Beinen, als ein Leben auf dreihundertachtzig Seiten.

 

Beim Meldeamt

Ein Reisepass ist kein Pappenstiel. Man findet sich darin. Die Körpergröße. Augenfarbe. Auch seinen Fingerabdruck muss man hinterlassen. Drückt den Zeigefinger auf einen kleinen Ofen, bis das verbrannte Fleisch zu riechen ist. Man wird gescannt. Teile des Körpers. Nach dem Zeigefinger wollen sie, dass man seine Nase auf das Rotlicht presst. Die Stirn. Das linke Ohr. Rechtes Ohr. Die Körpergröße wird mit einem Schätzblick nochmals überprüft. Schön möglich, dass man in den letzten zwei Jahren auf 2.35 Meter angewachsen ist. Man plane eine Basketballkarriere, erklärt man. Trotz oder gerade wegen der 42 Lebensjahre. Die Augenfarbe changiert zwischen Grün, Gelb, Violett und Pink. Das sind keine Augen. Das sind Discokugeln.

Hätte niemand gedacht, dass es so einen Spaß macht, seinen Reisepass zu beantragen. Und das für läppische 59 Euro. Billiger wird es, bestellt man sie als Großlieferung. Ab 20 Reisepässen spart man 20 Cent. Zufrieden verlässt man das Meldeamt. Dort ist man eben noch Kunde.

Plagiat

Das kennt man doch. Bei uns im Haus wohnt einer, der sich so anzieht wie Dieter Bohlen. Gelächter, weil sich die Glitzersteinchen auf dem Sakko schlecht auf einer Baustelle ausnehmen. Jetzt nimmt ihn keiner mehr ernst, ihn stört es nicht. Es geht ja um die Seele. Die jauchzt. Und so ein Politiker will auch denken, er trage Glitzersteinchen, eben nur im Kopf. Mit so einer zusammengebastelten Doktorarbeit läuft es sich beschwingter durch die Flure des Parlaments. Da scheißt man auf die Unterstellungen, man sei nicht echt. Man ist ein Nachgemachtes. Und? In der Schule hat man bereits von seinem Nebenmann abgeschrieben. Mit Erfolg. So linste man sich zum Abitur, hoch in die politischen Ämter. Und wenn man sich dann im Fenster spiegelt, glaubt man ja auch wirklich für einen kleinen Augenblick, das sei man selbst, den man da erblickt. Dabei ist es die Frisur vom Udo. Das Kleid von Versace. Man ist eben ein Zusammengebasteltes. Na und?

 

Der Mann, der kein Flughafen sein wollte

Der Körner wollte es nie.

Landeten unsere Papierflieger auf seinem Grundstück, setzte es Drohungen. Nichts Unbestimmtes, sondern klare Aussagen darüber, was er mit unseren Armen zu tun gedächte, bekäme er sie in seine Hände.

Pranken waren das. Groß wie Klodeckel. (Hans vermutete, dass Körner in einem früheren Leben als Auftragskiller für die Israelis gearbeitet habe. Wir anderen hielten das allerdings für eine überzogenen These, die keiner näheren Überprüfung standhalten würde.)

Mann, konnte der Körner mit seinem Gesicht spielen. Da war alles in Bewegung. Wie auf einem Rangierbahnhof. Oder in der Fußgängerzone an einem Samstag. In der Nähe seines Gesichts hätte ich nicht wohnen wollen. Man hätte keine Ruhe gehabt. Ständig schossen Schweißperlen wie Silberkugeln durch die Gegend.

Wenn er uns in die Finger bekäme, würde er uns schon lehren, was es heißt, Flieger in fremden Gärten landen zu lassen.

Ein Lärm machte der, das war für alle Nachbarn unzumutbar. Selbst die Lastwagen, die durch unsere Straße polterten, übertönte er. Manchmal fuhren sie auch schneller, als hätten sie Angst vor dem Körner.

Einer von den Jungs kam auf die Idee, ihn über Nacht mit derart vielen Fliegern einzudecken, dass er seine Wiese nicht mehr sehen würde. “Soll er doch in einem Meer aus Papierfliegern ersaufen, die alte Sau.”

Aus den Plänen wurde nichts. Und kurze Zeit später gaben wir die Fliegerei dann auch ganz auf. Wir hatten uns dafür entschieden, Fußballprofis zu werden, weil die Verdienstmöglichkeiten weitaus besser waren. Außerdem wurde man für jedes Tor wie ein Halbgott gefeiert, auch wenn das Frau Jakob und ihre kaputte Scheibe zunächst nicht einsehen wollten.

Der Körner schaute uns seit dieser Zeit traurig an. Etwas schien ihm zu fehlen, vielleicht war es die Aufregung um seinen plötzlich von uns nicht mehr genutzten Flughafen.

Später starb er an einem Herzinfarkt. Zur Beerdigung sind wir nicht gegangen.

Es soll überhaupt eine sehr stille Trauerfeier gewesen sein. Er hätte uns eben bei unserer Flughafenarbeit unterstützen sollen.

Rechtenschaftsbericht

Jetzt haben die Rechten, wie man so hört und liest, Schulden beim Staat, sogar beim Bundestag. Ja, was soll man da sagen? Das ist alles nicht so einfach, wie sich das der Durchschnittslinke in seinem besetzten Haus vorstellt.

Und so ein paar Unregelmäßigkeiten in einem Rechenschaftsbericht, die können schon mal vorkommen. Wo der Bericht noch nicht mal richtig ausgezeichnet war, und zwar als Rechtenschaftsbericht, in dem man ehrlich von seinen ganzen nationalen Machenschaften und Umtrieben berichten darf.

Und wie an 1,27 Millionen kommen? Da müsste man erst ein paar Länder überfallen, um die nötigen finanziellen Mittel zu erbeuten. Und das muss doch jedem klar sein, dass man von heute auf morgen nicht mehr, wie das mal war, seinen Blitzkrieg abziehen kann. Dann noch die “Sonderbelastung” durch den drohenden Verbotsantrag, wo doch die Rechten ihren rechten Arm geben würden für ein Verbot aller, die sie kritisieren. Nun sollen sie verboten werden, was sich, so ihr Beschluss vom letzten Reichsparteitag, von selbst verbietet, denn wer soll denn sonst auf Dauer alle anderen verbieten. Völlig unlogisch, lachen sich die Rechten ins Fäustchen, bevor sie wieder in so einem Migrationsgesicht landet.

Nicht, dass man für Gewalt wäre. Das liegt nicht an ihnen. Das sind die Gesichter, die in ihre Fäuste laufen.

Geschichte, so haben sie gelernt, ist das, was man daraus MACHT.

 

Belästigung

Das, zetert Ludwig, habe er nicht nötig. Da müsse man sich sein Gesicht ansehen. Die Tränensäcke, beste Ware, und außerdem hängen sich nicht nur herum, sondern dienen auch den Kindern seiner Tochter als Schaukel.

Eine Frechheit sei sie, die Behauptung, er habe die Frau, er spart sich den Namen für schlechte Zeiten auf, sexuell belästigt. Bei den letzten zwei Worten verzieht sich sein Gesicht. Zu einem Grinsen.

Noch habe er Geld, um sich in einem dafür vorgesehenen Etablissement höchstselbst sexuell belästigen zu lassen, auf seine zahlungskräftige Anweisung hin, auch wenn solche Besuche bei gewissen Kreisen nicht besonders angesehen wären. Aber das, was ihm da untergestellt worden wäre, untergeschoben, diese Lüge, die könne er nicht auf sich sitzen lassen, zumal er die Position oben bevorzuge. Nie würde er sich einer jungen Frau nähern, nur weil ihm Gott seine hundertzwei Kilo und dieses gemein-debile Dauergrinsen schenkte.

Er wolle nicht länger belästigt werden. Damit sei nicht zu spaßen. Das sei Rufmord, tobt Ludwig, sich der Blicke seiner Nachbarin gewiss, die, so fügt er flüsternd an, dieses Glitzern in den Augen trage. Erregt streicht Ludwig sich eine fettige Haarsträhne aus der Stirn.

Alle wollten nur seinen Körper. Lange ertrage er das nicht mehr.

Ein ausgewachsener Schläfer

Der Erich M, wenn ihr euch noch erinnert, hatte stets einen tiefen Schlaf, der war so tief, so abgrundtief tief, dass seine Frau jeden Morgen fürchtete, sie würde ihn nicht mehr unter die Lebenden bekommen, also unter die Wachen bzw. unter die, die zur Arbeit gehen.

Es wäre mehr als tragisch gewesen, hätte sich Erich M eines Tages dazu entschieden, nicht mehr zu erwachen, sondern bis zum nächsten Sonntag in fünf Jahren zu schlafen. Dann hätte seine Frau mit den drei Kindern ein mehr als ausgewachsenes Problem gehabt, denn das waren andere Zeiten, in denen eine Frau auf dem Land noch aus vollem Herzen abhängig von ihrem Mann sein musste, wollte sie nicht verhungern. Da wäre auch kein soziales Netz gewesen, um sie aufzufangen. Die Leute hätten sie verächtlich angesehen und mit den Fingern auf sie gezeigt, bis sie kein Mensch mehr gewesen wäre, sondern ein Hinweisschild. Die Vorwürfe, warum sie ihren Mann nicht aus dem Schlaf bekäme, hätten sie irgendwann sicherlich aufgefressen. Schläfer waren damals nicht gern gesehen, Tiefschläfer gingen gar nicht.

Und sie versuchte wirklich alles, um ihren Mann Erich M vom Schlafen abzuhalten. Das Blasorchester wurde engagiert, die mussten sich ihre Finger unter seinem Fenster wund spielen, bis die Familie bald schon ganz taub von dem eifrigen Trompetenspieler war, der seine Soli ins Wohnzimmer verlegte.

Nach der Musik kamen die Drohungen. Sie sagte ihrem Erich, der kaum noch auf den Beinen stehen konnte, dass sie ihn verlassen werde, würde er auch nur ein Auge schließen. Der Schlaf sei für die Toten. Er solle sich gefälligst wie ein Lebender benehmen und sie hier und jetzt im Flur besteigen. Drei Kinder brachten diese Wachhaltversuche noch hervor, dann verstarb der Erich plötzlich an einem kalten Wintermorgen. Er fiel mit einem Gähnen aus seinen Latschen und schlief sich endgültig aus, so wie er bzw. sein Körper es sich gewünscht hatte.

Die Witwenrente war nicht hoch, aber sie reichte zum Überleben, zumal Frau M als Witwe im sogenannten “Witwenclub” aufgenommen wurde. Das war eine Vereinigung von Frauen, die durch das Dorf zogen, die Lippen von einem leichten Lächeln umspielt, und die nichts anderes taten, als dem Leben ihrer Dahingegangen zu gedenken. Anekdote auf Anekdote zogen sie aus ihren Hüten, bis schließlich jede von ihnen mit einem Nobelpreisträger verheiratet gewesen war. (Oh Wunder der Erinnerung!)

So löste sich am Ende eben doch noch alles in Wohlgefallen auf.

Kummer

Man kann sich nicht um alles kümmern. Man hat seinen eigenen Kummer, der den eigenen Tag voll und ganz ausfüllt. Und gestorben wird, auch wenn man sich nicht darum kümmert.

So kam es, dass wir erst heute bei der Polizei vorstellig wurden, um Beschwerde zu führen, da wir uns bereits seit zwei Jahren in Folterhaft befinden. Die unter uns wohnende Frau H besieht sich seit geschlagenen zwei Jahren – Tag und Nacht – das gesamte Programm von RTL. Die ersten sieben Monate wären noch ertragbar gewesen, erklärte ich den erstaunten Beamten, nun reiche es aber der Dauerbeschallung.

Dass man die Frau H tot auf ihrem Sofa fand, sollte man nicht  uns zur Last legen, sondern eher dem eingeschränkten Angebot des Fernsehsenders vorhalten. Bei der einfältigen Auswahl ist es kein Wunder, wenn man, wie von Frau H wohl beschlossen, irgendwann entnervt das Zeitliche segnet.

Mumifiziert sei sie, teilte uns einer der Polizisten kopfschüttelnd mit. Na, mein Gott, dachte ich nur. So etwas soll schon in den besten ägyptischen Familien vorgekommen sein.

Zu beanstanden wäre höchstes, und vielleicht könnte man da auch finanziell etwas mit den Erben, sofern sich welche finden, regeln, dass die Frau H zwei Jahre nicht ihren Pflichten der Treppenhausreinigung nachgegangen ist.

Sterben, schön und gut, aber man sollte seinen Kummer bitte nicht zum Kummer der anderen werden lassen.

 

Opfer-Abo

Das war ja abzusehen. Das mit dem Gerhard. Lang konnte es ja nicht dauern. Muss sein Geld jedem in den Rachen werfen. Hat alle Zeitschriften-Abos. Und jetzt das. Läuft mit seinen zwei blauen Augen stolz durch die Nachbarschaft. Morgen würden sie ihm die Beine brechen, verkündete er mir mit schmerzender Brust. Ich halte nichts von solchen Geschäften. Alles muss man nicht mitmachen. Habe ich dem Gerhard natürlich nicht gesagt, sondern mich nach seiner ersten Entführung erkundigt. Am Kopf hat er sich gekratzt und überlegt. Da sei er sich jetzt nicht sicher, ob das auch in seinem Abo drin wäre. Da müsse er nachlesen. Aber das Auge, fährt er fort, das bekäme er sicher noch ausgestochen. Irgendwann an einem Donnerstag. Er habe es sich notiert. Seine Frau überlege bereits. Ihre Kolleginnen hätten sich fast alle krankgemeldet. Fehlende Finger. Eine hätte ein Ohr mit einer Machete abgeschlagen bekommen. Das halte er für ein Gerücht.

Er ist dann langsam die Straße entlang. Das rechte Bein hat er nachgezogen. Und gejammert hat er, da wusste gleich jeder, der Gerhard hat ein Abo.

Anrufen kann man ja mal. So ein Beratungsgespräch kostet ja fast nichts. Nur die Telefongebühren. 8,89 Euro in der Minute. Und eine Warteschleife haben die auch. In der hängt man mindestens vierzig Minuten. Scheint ein solides Unternehmen zu sein. Die haben kaum Zeit, überhaupt ein Gespräch anzunehmen.

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