Michael Scholten / Wolf Jahnke: Reiseführer zu Filmdrehorten in Kambodscha, Thailand und Vietnam

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Wo liegt der geheime Traumstrand, den Leonardo DiCaprio in „The Beach“ sucht? Auf welcher thailändischen Insel duellieren sich James Bond und „Der Mann mit dem goldenen Colt“? In welchen Tempeln Kambodschas kämpft Lara Croft? Und wie hat sich Vietnam verändert, seit „Der Liebhaber“ und „Der stille Amerikaner“ dort lebten?

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© Cover: Schüren Verlag

 

 

Ob Urwald oder Großstadtdschungel, ob Tempel oder Wolkenkratzer: Kinofilme führen die Zuschauer an faszinierende Orte, die auch in der Realität nichts von ihrem Reiz verlieren. Das neue Buch „on location: Reiseführer zu den Orten des Kinos: Thailand – Kambodscha – Vietnam“, verrät Filmfans und Reisenden, wo in Thailand, Kambodscha und Vietnam moderne Klassiker wie „Die durch die Hölle gehen“, „The Killing Fields – Schreiendes Land“, „Good Morning, Vietnam“, „Indochine“, „Bridget Jones 2“ oder „Hangover 2“ gedreht wurden und was sie über die jeweiligen Länder und ihre Kultur verraten.
Recherchiert und geschrieben wurde dieser cineastische Reiseführer von Michael Scholten und Wolf Jahnke. Scholten ist Globetrotter, ehemaliger Reporter der Zeitschrift „TV Spielfilm“ und freier Autor von Kinopresseheften. Von 2009 bis Mitte 2014 lebte er in Kambodscha und bereiste oft die Nachbarländer. Wolf Jahnke betreute für Universal Pictures und Epix Media zahlreiche DVD-Veröffentlichungen und leitet seit 2012 beim Filmlabel Turbine Medien das Produktmanagement und Marketing für DVDs und Blu-rays.

 

 

 

getidan.de veröffentlicht einen Auszug aus dem Buch, das im Schüren Verlag erschienen ist und 9,90 Euro kostet.


 

 

DIE LIEBE SEINES LEBENS

(The Railway ManGB / AUS 2013;Regie: Jonathan Te­plitzky)

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Colin Firth auf der Brücke am Kwai in DIE LIEBE SEINES LEBENS (© Studiocanal)

1942, nach dem Fall von Singapur, geriet der britische Offizier Eric Lomax in japanische Kriegsgefangenschaft und musste am Bau der Eisenbahntrasse zwischen Bangkok und Rangoon mit­ wirken. Viele Jahrzehnte später litt er noch immer unter den Er­innerungen an die Todesängste jener Zeit. Um mit der Vergan­genheit abschließen zu können, reiste er nach Asien zurück
und traf seinen früheren Peiniger, den Hauptfolterer Takashi Nagase. Eric Lomax’ Buch „The Railway Man“ über Schuld und Sühne diente Regisseur Jonathan Teplitzky als Grundlage für sein starbesetztes Drama „Die Liebe seines Lebens“, das zum Teil an Originalschauplätzen gedreht wurde. So be­sucht Oscar-Preisträger Colin Firth in der Rolle des gealterten Eric Lomax in Kanchanaburi die Brücke am Kwai und den Fried­hof der alliierten Soldaten. Viele Rückblenden, die das entbeh­rungsreiche Leben der Kriegsgefangenen zeigen, entstanden dagegen im australischen Queensland.
Zu einer kleinen Meuterei kam es bei den Dreharbeiten an Bangkoks Hauptbahnhof Hua Lamphong: Nach einem 13­stün­digen Drehtag, der nur mit 1800 Baht (43 Euro) und einem Snack vergütet wurde, verließen viele westliche Statisten das Set, weil weitere Überstunden bei minimaler Bezahlung angekündigt wurden. Sie wollten nicht länger von asiatischen Statisten herumkommandiert und auf Viehwaggons gepfercht werden.

Top-Location: Die Brücke am Kwai

Als japanische Truppen im Zweiten Weltkrieg Thailand und Birma besetzten, wollten sie eine durchgehende Eisenbahntrasse zwi­schen Bangkok und Rangoon schaffen. Ingenieure berechneten für den Bau der 415 Schienenkilometer und vielen Brücken fünf Jahre. Doch die Japaner ließen Kriegsgefangene und Zwangs­ arbeiter so sehr schuften, dass die Strecke schon nach 16 Monaten, am 25. Dezember 1943, in Betrieb genommen wurde. Mehr als 250.000 Menschen kamen dabei ums Leben. Allein auf dem Friedhof der alliierten Soldaten in Kanchanaburi wurden 6982 Opfer beigesetzt. Das benachbarte JEATH Museum erinnert an die Strapazen der Arbeiter. Der Name setzt sich aus den Anfangs­buchstaben jener Länder zusammen, aus denen die Arbeiter stammten: Japan, England, Amerika/Australien, Thailand und Holland. Die Stahl­ und Betonbrücke, die Besucher zu Fuß oder mit der Eisenbahn überqueren können, hat mit der Holzbrücke aus dem Hollywoodklassiker „Die Brücke am Kwai“ nichts gemein. Es gab zwei Brücken am Kwai: eine Holzversion, von der heute nichts mehr übrig ist, und eine Stahlbetonversion, die fünf Monate später gebaut wurde. Die Ja­paner nutzten beide Brücken fast zwei Jahre lang, bis sie 1945 von alliierten Flugzeugbombern zerstört wurden. Die Stahlbrücke wurde 1946 wieder aufgebaut, 1971 umfassend renoviert und ist noch heute für zahlreich gebuchte Touristenfahrten in Betrieb.
David Leans mit sieben Oscars ausgezeichnete Epos „Die Brücke am Kwai“ (1957) spielt zwar im Grenzland zwischen Thailand und Myanmar, wurde aber in Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, gedreht. Die bei Kitulgala über den Kelani errichtete Holzbrücke war 35 Meter hoch, 130 Meter lang und wurde für das Finale samt einer unbesetzten Eisenbahn und mehreren Waggons gesprengt.

(Michael Scholten)

Fotos: Michael Scholten

website: michaelscholten.com

Viele Texte vom Autor finden Sie auf getidan.de / Seine E-Books gibt es hier

 

Weitere Informationen zum Buch und über das Verlagsprogramm gibt es auf der website schueren-verlag.de

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