So blöd ist die FAZ


Nun gut, die Zeitung hat es „nur“ gedruckt, geschrieben und schlecht recherchiert hat den Artikel „Ein bisschen Aufbruch“ (28.03.10) Andreas Platthaus, und der wird nun erbarmungslos vorgeführt, indem die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung in der Ausgabe vom 18.04. Wolfgang Kohlhaases Berichtigung in der Rubrik Leserbriefe abdruckt:

„Mit Vergnügen habe ich gelesen, dass die F.A.Z. den Film „Solo Sunny“, zu dem ich das Drehbuch geschrieben habe, in ihre Filmedition aufgenommen hat. Der in diesem Zusammenhang erschienene Artikel hat mich stellenweise gewundert. Drucken Sie eine kleine Zuschrift? Ich würde gern einige Punkte berichtigen. Der besagte Film, ehe er zur Berlinale kam, lief schon mehr als einen Monat lang im Berliner Premierenkino International, er hat also vermutlich nicht nur mit Hilfe seiner Resonanz auf den Filmfestspielen überlebt. „Sterne“, eine leise, so noch nicht erzählte Geschichte über die Judenverfolgung, bekam in Cannes im Jahr 1959 den Spezialpreis der Jury. Auch die sehr verschiedenen Filme „Der geteilte Himmel“ und „Goya“ nach Vorlagen von Christa Wolf und Lion Feuchtwanger sind mit dem Kürzel „Pathos und Linientreue“ bisher nicht bedacht worden. Der stellvertretende Kulturminister Klaus Höpcke war für Film nicht zuständig, konnte den Leuten, die Filme machten, also auch keine Weisungen erteilen. Wolf fragte mich nicht aus Parteitreue nach einem Stoff aus der Gegnwart der DDR, sondern ich brachte ihn die Geschichte, aus der „Solo Sunny“ wurde, unverlangt ins Haus, und sie interessierte uns beide. Der Schauspieler Ernst Busch spielte in „Goya“ nicht die Hauptrolle. Konrad Wolf, der „prominenteste Filmregisseure“ der DDR, wird, ebenso wie sein Vater Friedrich und sein Bruder Markus, nicht mit Doppel-f geschrieben.

Wolfgang Kohlhaase, per E-Mail

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