Neueste Intervention

Da dreht sich einem regelmäßig der Magen um, also raus mit den Innereien, man unterbricht fürs Brechen, weil wieder mal einer der Korrekten sich in die Tastatur übergeben musste, Gutmenschenkotzwürggesellen haben so ihre stählernen Positionen, die sie kund tun müssen, sonst wüsste ja keiner, wie korrekt sie sind, die sind genauso Faschisten wie ihre vermeintlichen Ziele, also greifen sie auch gern zum Schraubstock und dreschen auf den Sarrazin und den Houellebecq, FRESSE, Arschloch, ich schreibe hier im Irrsinn, da ist fast ALLES erlaubt, Zum Rest des Beitrags »

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Endlösung

Endlösung ist ein guter Titel, mit dem bekommt man Aufmerksamkeit, außerdem regen sich dann einige Kandelaber auf, soll heißen, das sind Armleuchter, Idioten eben, Kopf heben, nicht schlafen, lesen, los geht es, wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt, bleibt dumm, also bloß nicht nachfragen, wie, wie, wie, Schweinchen, du hast ein Sexleben, du bist ein Arschficker, geht also um Schwule, speziell um Schwule in der Armee, die will man da aber nicht, also raus aus der Armee, wir vergewaltigen Frauen, keine Männer, es gilt noch immer bei den US-Streitkräften die Devise, nicht fragen, nicht antworten, penetriert wird heimlich nachts im Wüstensand, oder eben im, Gott sind die schwul die Schwulen, Schlafsack, komm und knetet mir die Eier, das ist kein schwulenfeindlicher Text, auch wenn er so klingt, ist ein armeefeindlicher Text, auch ein Wutausbruch gegen Fußballvereine, das stelle man sich doch mal vor, wie wollen die sich denn nach einem Tor in die verschwitzten Arme fallen, wenn die wissen, ist ne Tucke, ne Schwuchtel, der will mich doch nur, Zum Rest des Beitrags »

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Schockbilder

Die USA waren ja schon immer ein Vorreiter, jetzt wollen sie also wieder einmal reiten, da sollen Schockbilder auf die Zigarettenpackungen, so richtige Ich-bekomme-eine-Sauangst-Bilder von Rauchertoten, das ist eine gute Idee von den USA, denn ich bin ja auch Raucher und dann klappt es bestimmt mit dem Aufhören, eigentlich habe ich nur auf diese Bilder gewartet, denn das ist eine große Vorreiteridee, so Bilder gehören eh überall drauf, auch auf die Panzer, da sollten sie Bilder von Soldaten in der Psychiatrie kleben oder von weggeschossenen Kinderköpfen, auch gut, ja eine gute Vorreiteridee ist das, dann noch Bilder an die Scheiben der Waffenläden, denn so eine Waffe lässt sich in den VorreiterUSA recht gut kaufen, man marschiert da einfach rein und sagt, ich hätte gerne eine Knips-den-Einbrecher-aus-Schießprügel, Zum Rest des Beitrags »

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Bush-Krieg

Der sitzt da, locker, weil Dummheit locker macht, weil alles hinter ihm liegt, weil der Blick mit Selbstgefälligkeit vollgesogen ist, weil er ein dickes Buch geschrieben hat, weil er die Raupe Nimmersatt liebt, weil er foltern ließ, weil er gelogen hat und ein Verbrecher ist, weil er seine Anzüge mag, die ihn auch mögen, und er sich denkt, wenigstens die Anzüge mögen mich, der sitzt da bei Oprah Winfrey, für die er ein weiterer Star ist, ein weiterer Name, mit dem sie sich schmücken kann, weil er die Einschaltquote nach oben treiben wird, und für die Einschaltquote würde sie auch den Teufel mit einem Lächeln begrüßen, der sitzt da, versunken in den Eigenlob und den weißen Sessel, er hat das linke Bein über das rechte Bein geschlagen, nicht weil er die Linken mag, wohl aber, weil er sich hier zu Hause fühlt, weil er die Neger im Interesse seiner Macht arbeiten lässt, auch wenn sie nie dort wären, wo sie heute sind, wenn er nur schon früher gelebt und Macht gehabt hätte, der sitzt da und redet von seinem Buch, denn er hat ein Buch geschrieben, weil heutzutage jedes Arschloch ein Buch schreibt, weil Papier geduldig ist und die Geschichte von den frechsten Lügnern geschrieben wird, weil bisher noch jeder Mächtige zum Lügner werden musste, Zum Rest des Beitrags »

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Ein Fluchtversuch

Was hat das Leben der Politiker eigentlich noch mit uns zu tun, das fragt sich einer, der seine Buchstaben hackt, der sie hier direkt in die Tastatur kackt, wie ist es um so ein Politikerherz bestellt, wüten da wütende Herzensstürme oder rumpelt da ein tonnenschwerer Castor-Transport über die Schienenherzstränge, über die würde der Politiker vielleicht gerne mal schlagen, darf er aber nicht, er ist ja Politiker und somit gebunden an die Krawatte, auch ans Brüderlein in der Automobilindustrie, die Brüder sitzen eh überall in den Vorständen der großen Firmen, nur nicht zu Hause, denn da wartet die Frau, vielleicht der Mann, der grübelt sich nicht tot, denn der oder die ist längst eingebunden in die Krawattenzwänge, wie ist das Feld eines Politikers eigentlich bestellt, bellt so einer auch mal in den Nächten, Zum Rest des Beitrags »

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Casino Melusine

Daniel Craig in Casino Royale (Regie: Martin Campbell, USA 2006) © Sony Pictures

Und, fragt Remus, was und, wie war die Reise, das war, ja, was war, schreit Remus schon wieder, wir hatten da ein sonderbares Erlebnis, sage ich, sonderbar, Remus runzelt die Stirn, er ist an diesem Morgen gut aufgelegt, er stürmt in die Küche, kommt mit zwei bis zum Rand gefüllten Kaffeebechern wieder, nett, sage ich, Whiskey, sagt Remus, aber doch nicht um diese Uhrzeit, ich sehe ihn entsetzt an, lockert die Stimmbänder, sagt er, ich schaue besorgt zum Käfig, denn an den Stimmbändern muss Adler Freddie etwas haben, er piepst nicht, da kommt kein Ton, die Seraphe steht direkt vor dem Adlerköpfchen, sag doch etwas, sag doch etwas, aber der Adler will einfach nicht, der schweigt sich beharrlich aus, Remus stellt den Becher vor mir ab, nein, nein, kein Whiskey, wie war es jetzt bei Melusine, Melusine ist eine Bloggerin, eine Gleisbauarbeiterin, die ihr Netz stetig ausbaut, da fahren inzwischen bereits die ersten Züge, da holte uns so ein Kerl am Bahnhof ab, ihr Kerl, fragt Remus, ja, sage ich, wie war der so, Gott und Fuck, Remus, der Typ war mindestens drei Meter groß, was soll ich über den schreiben, der schlägt mich beim nächsten Treffen tot, wenn ich jetzt das Falsche schreibe, dann, aha, sagt Remus, erwischt, was soll das heißen, erwischt, du beugst dich dem Diktat der Straße, Scheiße, sage ich, Zum Rest des Beitrags »

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Flusszeit

Es gibt keinen Stillstand, alles ist in ständiger Bewegung, im Fluss, so würden es Philosophen und Landschaftsgärtner nennen, es gibt uns nicht, wir sind nie die, die wir eben noch waren, denn im nächsten Augenblick sind wir schon wieder andere, die Seraphe sagt, hast du deine Tasche gepackt, sie ist die Mutter, die in einigen Minuten das Kind an den Vater übergibt, schon ist sie eine andere Mutter, sie ist die gehetzte Mutter, die verlassene Mutter, das Kind läuft ins Zimmer, räumt Sachen auf die Seite, gleich ist es das Wochenendkind, noch ist es das wartende Kind, während der Rohm an seiner Tastatur sitzt, er beschreibt das Geschehen, den Wandel, dem er selbst unterliegt, die Welt ist eine volle Schachtel, Zum Rest des Beitrags »

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Die Arschlöcher des Universums

Habe gerade den neuen Roman überarbeitet, ist ein ganz neuer, der ist noch neuer wie neu, der ist noch neuer wie der Neue, der noch nicht bei den Kulturmaschinen erschienen ist, Bombenwarnung im Kanzleramt, dank sei der Spiegelseite, jetzt bin ich im Bilde, was für eine Welt, in der Küche brutzelt Fleisch, die Seraphe hängt Wäsche auf, Frauen sind ja nun wirklich, und das sagt ein Gegner, nein, ein ausgesprochener Feind des Feminismus, wo war ich, ach da, Frauen sind ja nun wirklich die Arschlöcher des Universums, ausgenutzt, ausgerungen und in der Küche ausgesetzt, bitte ein Runde kochen, der Rohm macht das nicht anders, schließlich muss ja einer schreiben, was bei Ihnen zuhause schreibt keiner, dann suchen sie sich aber mal schnell einen Schreiberling, warum, keine Ahnung, fragen Sie die Seraphe, die hat sich einen gesucht, der Vogel nervt, ich liebe seine abgefuckten Schreie, denn ohne die könnte ich nicht mehr leben, geschweige denn schreiben, wo war ich, ach gerade kommt das Töchterchen, nö, die ist nicht von mir, ich lieb sie aber wie eine Tochter, die kommt also vom Lernen, erzählt der Mama, kommen Sie noch klar, erzählt also der Seraphe etwas über das eben Gelernte, die beugt sich über das Heft, kocht nebenher, Multitasking nennen das die Fachleute, ich sage, die haben sich zu den Arschlöchern des Universums machen lassen, zurück zu Spiegel-Online, Fuck, da grinst mich Berlusconi an, widerlich, sieht mir nach einer uneingestandenen und nicht ausgelebten Homosexualität aus, Essen ist fertig, bin gleich wieder da, worüber schreibst du, fragt die Seraphe, über dich, nenn es, Die Arschlöcher des Universums, danke, sagt die Seraphe, Wumm, Teller weg, Essen erledigt, Zum Rest des Beitrags »

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Halloween

Und wenn dann, sagt Remus, plötzlich die Toten vor der Tür stehen, die stehen nicht so einfach vor der Tür, sage ich zu Remus, tot ist tot, sage ich, blinzele ins Sonnenlicht, bei Tage betrachtet wirkt die Welt nüchtern, da sind die Katzen nicht grau, höchstens man trifft auf eine graue Katze, aber auf Katzen trifft man hier eher selten, das würde meinem Wellensittich Freddie auch nicht besonders gefallen, ich krame meine Zigaretten, Camel, na klar, auf den Tisch, klopfe zwei Kippen aus der Packung, reiche Remus eine Zigarette, so kommen wir den Toten wenigstens ein Stück entgegen, sage ich, er nickt nur stumm und greift zu, so still kenne ich Remus gar nicht, sonst muss man ihm den Mund verbieten, aber jetzt, tot ist tot, Zum Rest des Beitrags »

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Gespräch mit ErIch

oder: Was einen ständig so vom Schreiben abhält

Kennst du das, frage ich Remus, was, fragt er, du willst einen Beitrag für Getidan schreiben und dann, was, Remus grinst mich an, er lehnt sich nach hinten, sein Rücken ruht in einem Meer aus Kissen, er streicht sich eine Locke aus der Stirn, greift nach seiner Pfeife, seit wann rauchst du denn Pfeife, frage ich ihn, was ist jetzt mit deinem Beitrag, also, wie soll ich das sagen, spuck es einfach aus, sagt Remus, gut, ich versuche es, du willst einen Beitrag für getidan schreiben, du hast es dir vor der Tastatur so richtig gemütlich gemacht, weiter, weiter, feuert Remus mich an, ich bin ja dabei, Zum Rest des Beitrags »

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Peter legt die Latte höher

Das erotische Fliegertagebuch: Dritter Teil einer Reise in die wunderbare Welt der katholischen Sexualmystik

Auch am Himmelsbogen sind Jungfrau und Löwe Nachbarsterne.

Kardinal Faulhaber

Ich hebe den Saum des Kleides, wenn ich durch den Schmutz gehen muß; und mein Gehirn soll darin herumschleifen?

Carmen Sylva

Was bisher geschah: Der Würzburger Jugendseelsorger Berthold Lutz gilt als Oswalt Kolle der katholischen Sexuallehre. In seinem Debüt Die leuchtende Straße schildert er die Abenteuer des kleinen Norbert, der dem Charme eines sportiven Kaplans erliegt. Herzstück der Geschichte ist das sogenannte Fliegertagebuch, geschrieben von einem ebenfalls durchtrainierten Freund des Kaplans – ein Buch im Buch, das vor Erotik knistert …

Auch dieser Freund des Kaplans – das darf uns nicht wundern – war ein Fan der Geschlechtskraft. „Nun hat aber Gott wie ein gewaltiger Konstrukteur den Menschen erschaffen und selber von seinem Werk gesagt, daß es gut, ja sehr gut sei“, lesen Norbert und Josef „mit glühenden Köpfen“, „dabei war die Geschlechtskraft“, die – flugtechnisch gesprochen – in die Ordnung der „gottgeschenkten Motoren“ gehöre, „nicht ausgenommen“. „Diese gottgeschenkten Triebe – so nennen wir dererlei Kräfte – sind nichts Schlechtes; sie können gar nichts Schlechtes sein! Denn sie tragen den Firmenstempel des heiligsten Gottes.“

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Der Ritt durch den Todesgarten

Nach dem Fressen ist vor dem Fressen, sagte wer, wissen Sie nicht, ich auch nicht, sagen wir also, es ist von mir, wir also raus aus dem Lokal, Kippe ins Maul, Remus ist heute nicht dabei, gut so, gut so, sagt die Frau an meiner Seite, ich schwenke den Kopf, schließe die Augen kurz, sehe die Soldatenfrau mit ihrem Gefangenen an der Hundeleine, da kann man mal sehen, so Bilderverseucht sind wir schon, besser ich, denn ich bin Spiegelonlineverseucht, da gibt es doch bessere Startseiten, sag ich mir, reiße die Augendeckel auf, Fuck, Sonnenlicht kann ich nicht ausstehen, Zum Rest des Beitrags »

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Das ist die Liebe der Prälaten

Norberts Reise ins Wunderland.

Teil 2 einer Expedition in die charmante Welt des Päpstlichen Ehrenprälaten Berthold Lutz

Süßer Mai, in deinen Kelchen

Küssen fromme Bienen sich …

Clemens Brentano: „Am Sophientag“


Erst der tiefsten Liebe soll

Eines Nachts mein Kelch sich weiten,

Und der keuschen Seligkeiten

Bin ich dann zum Rande voll

Gerda Maria Koch: „Mädchenlied”

Nachdem wir Kaplan Lutzens Erstling Die leuchtende Straße literaturgeschlechtlich einsortiert haben, sei kurz der Inhalt  referiert. Dieser paßt, trotz aller Turbulenzen, in ein einfaches Satzgefüge. Kaum hat er sich an die Gruppe herangepirscht, wird Norbert ergriffen, gefesselt und wieder befreit.

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Die Verteidigung der Treppenhäuser

Akt, Treppe runter - nach Marcel Duchamp,
Kunst Cartoon von Martin Mißfeldt, 1993 (© 1985-2010 Martin Mißfeldt, Berlin) via www.martin-missfeldt.de

So ein Treppenhaus hat es nicht einfach, sagt Remus, du kannst nicht einfach ankommen und so ein Treppenhaus in den Keller hinunter schreiben, denn so ein Treppenhaus ist Durchgang für die Kommenden und Gehenden, also der rechte Ort für Kunst, sagt Remus, er lacht auf, öffnet die Tür und heult wie ein Wolf ins Treppenhaus hinein, nun einmal langsam, der Reihe nach, mische ich mich ein, denn wenn man Remus nicht stoppt, dann schwatzt er einem die letzten Haare vom Kopf, ich bin da hin, weil ich vom Fotokünstler eingeladen wurde, warum wohl, sagt Remus, die Galerie hätte dich sicherlich nicht noch einmal eingeladen, den Künstler hast du über alles gelobt, aber das Treppenhaus, also die Galerie, hast du mit den übelsten Beschimpfungen überzogen, du hast deinen Wortunrat über die Treppen gekippt, hast das Treppenhaus zum Treppenhaus erklärt, dabei ist das eine Galerie, aber auf keinen Fall, sagt Remus, nur ein altes schäbiges Treppenhaus, du Idiot, jetzt reicht es aber, sage ich zu Remus, das hat der Mann der Galeristin über dich gesagt, das sage doch nicht ich, obwohl, nein, nein, fahre ich ihm in seine Wortparade, doch, doch, und überhaupt, wie kannst du von deinem Geschreibsel denken, es würde jemanden interessieren, die von der Galerie lasen es, sage ich, und das sogar rotbäckig, ruft Remus, wir sollten einen Wein auf deine Literatur trinken, die Frage ist nur, ist das überhaupt noch Literatur, denn du findest ja nicht einmal den Punkt, du kannst ihn nicht setzen, das Leben, ich schreibe dem Leben hinter her, ich hänge mich an die Zipfel des Lebens und lass mich ziehen, dann lass dich woanders hin ziehen, sagt Remus, nicht in eine Fuldaer Galerie, aber dort wohne ich, Zum Rest des Beitrags »

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Keine 15 Minuten Rohm


Natürlich, erklärt Remus, habe ich Widerspruch eingelegt, ich habe Wochen vor meinem Haus verbracht, ich wusste doch gar nicht, wann die von Google kommen würden, ich hatte, sagt Remus, mein Haus extra neu streichen lassen, diese Kosten, ich darf gar nicht daran denken, ich habe mich völlig verschuldet, ich sehe ihn erstaunt an, denn so eine fiktive Person bekommt keinen Kredit, da bin ich mir sicher, aber wer weiß, vielleicht hat er sich das Geld bei der SIMS-Bank besorgt, Wochen, habe ich das schon erwähnt, sagt Remus, verbrachte ich vor meinem Haus, ich trug einen neuen Anzug, die Haare waren gegelt, ich lächelte vierundzwanzig Stunden am Tag zur Straße hin, Zum Rest des Beitrags »

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Spucknapf

Das ist nicht so einfach, was, frage ich zurück, Remus grinst mich an, zieht den Kopf nach hinten, holt aus, warte, rufe ich, denn der elende Kerl hat den Spucknapf noch nicht einmal getroffen, seine grünen Auswürfe kleben an der Wand, er zeigt auf sie, kichert, schluckt seinen Rotz, so wird das nichts, das muss alles raus, erklärt mir Remus, nicht alles, sage  ich, und wenn es schon raus muss, dann mit etwas mehr Geschick, wo waren wir, versuche ich ihn vom Spucknapf abzulenken, bei der Integration, sagt Remus, bei der Kanzlerin, die hat sie für gescheitert erklärt, hm, und ich wollte dir gerade von meinem Celan erzählen, sagt Remus, ich habe da nämlich diesen Gedichtband von Celan, den werde ich im Müll versenken, aber wenn das Marie erfährt, was ist dann, frage ich, dann ist, sagt Remus, der Teufel los, denn dann bin ich nicht nur ein Feind der Dichtkunst, dann bin ich auch gleich noch ein Antisemit, denn so einen Celan den darfst du nicht einfach nehmen und im Müll begraben, sagt Remus, den Antisemitismus haben sie auch der Gruppe 47 vorgeworfen, keine Ahnung, sagt Remus, vielleicht waren das auch ein paar alte Antisemiten, vielleicht konnten sie aber auch seine geschraubte Art einfach nicht ausstehen, manchmal zielt so eine Antipathie mehr auf eine bestimmte Person und nicht gleich auf ein ganzes Volk und eine Religion, sagt Remus, er räuspert sich, man merkt, er würde gerne wieder einen Rotzballen aus dem Hals nach oben in den Mundraum entführen, was raus muss, muss raus, sagt Remus immer, aber nur, sage ich, wenn man es auch geschickt im Spucknapf versenkt, da wiederspricht er mir, zeigt hin zur Tapete, die sieht viel besser so aus, sagt Remus, ich werde renovieren können, sage ich, er zuckt mit den Schultern, auch nicht das Schlechteste, denn vielleicht entwickelst du endlich einmal Geschmack und klebst etwas Farbiges an die Wände, am Besten in Grün, denn dann fallen meine Spuckattacken auch zukünftig nicht mehr auf, ich will ihn von dem Thema fort bekommen, Zum Rest des Beitrags »

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Der Stoff jauchzt auf

Wo Tag und Nacht die Triebwerke heulen:
1. Teil einer Pilgerreise in die wunderbare Welt des Würzburger Prälaten Berthold Lutz

Der Ehrentitel Katholik, der schönste, den es in menschlicher Sprache gibt.

Paul Claudel

Es brummen Honigbienchen

Es hüpfen die Kaninchen …

Bill Ramsey: Auf der bunten Hollywoodschaukel

„Es gibt eine Nähe zwischen den Plätzen, wo man betet, und denen, wo man kopuliert“, stellte Peter Hacks 1988 in Linke Arbeiter fest. Daß kirchliche Anlagen „Stätten der Ergießung“ seien, wird heute niemand, der ein Zeitungsblatt auseinanderfalten kann, mehr bezweifeln (genausowenig, daß es Kommissar Higgins 1967 mitnichten gelungen sein kann, dem Mönch mit der Peitsche das Handwerk zu legen). Höchste Eisenbahn, an das Werk eines Würdenträgers zu erinnern, dessen Thema „das Schönste“ und „Allerfeinste“ war – und der als größter Sexualmystiker deutscher Zunge gelten dürfte, hätte ihn die eigene Zunft, und mit ihr die Welt, nicht längst vergessen. Zum Rest des Beitrags »

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Evas Apfelarsch (Comiczeichner Robert Crumb)

Der amerikanische Comiczeichner Robert Crumb unternimmt einen Ausflug ins Alte Land

Am Anfang war das Luftgewehr.
Gott nahm das Luftgewehr und schoß.
Jürgen Höhne, „Der Glanz dieser Tage“

„Jeder Autor, und sei er noch so groß, wünscht, daß sein Werk gelobt werde. Und in der Bibel, den Memoiren Gottes, steht ausdrücklich: daß er die Menschen erschaffen zu seinem Ruhm und Preis“, schreibt Heinrich Heine in Die Harzreise. Ludwig Tieck drückt sich in seinen Gläsernen Gedichten galanter aus: „Hättest du mich, o Herr, als menschliches Bild nicht erschaffen, / Tönte auch nicht dein Lob vom Maule des schnatternden Affen.“

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Das Geheimnis der gelben Tüte

Leben und Taten des Kwami Ogonno: Günter Wallraff hat einen Blaxploitationfilm gedreht

Was mich mit all diesen Christen verbindet,
ist das, was man in der religiösen Sprache
ganz schlicht „Nachfolge Christi“ nennt.

Günter Wallraff

Und so weiß ich nur einen Ausweg: Schafft fünf, sechs,
schafft ein Dutzend Wallraffs.

Heinrich Böll

Zwei Apfelsinen im Haar
Und an der Hüfte Bananen
Das trägt Hans Esser seit heut’
Zu einem Kokosnußkleid …

Der alberne Ohrwurm will mir nicht aus dem Kopf, seit ich das letzte Mal im Kino war. „Schwarz auf Weiß“ heißt der Film, der für eine Handvoll Cent hergestellt wurde, und der   inhaltlich und formal an Genreperlen wie „Unter Null“ und „Ganz unten“ anknüpft.

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Beat-Club IV: Badeurlaub im Mekong-Delta

Daß man beim „Beat-Club“ auch was lernen konnte, dafür sorgten die Filmbeiträge.
Vierter und letzter Teil einer Expedition ins Reich der Haarmenschen

Man bemißt seinen Fortschritt im Geiste
an seinen LPs.

Jim Morrisson

Alles beginnt, drei Tage nach Adornos 65. Geburtstag, mit Portraitstudien. Wir lernen das Schulmädchens Pucki kennen, werden über Hobbys („Meerschweinchen, Beat“) und Lebensziel („Innenarchitektin, Heirat“) informiert. Ein halbstarker Schornsteinfeger tritt ins Bild und weiht uns pfeiferauchend in die Mucken der Arbeitswelt ein. Dekorateur Manfred, 21 („besitzt Beat-Keller, Blockflöte, Gesellenbrief“), darf für seinen Chef „selbst ‘n Beat-Fenster entwerfen“. Das macht natürlich Laune. „Unsere Jugend, die trägt heute mehr oder weniger so eine Art Small-Faces-Schnitt“, erklärt Manfred nach Feierabend, und „viele lieben es, ‘nen Schnäuzer zu tragen. Ich persönlich trage auch ‘n Schnäuzer, weil es mir sehr gut gefällt und mich ‘n bißchen so an die früheren Zeiten erinnert.“

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