Kroatien, Bosnien und Serbien in drei Tagen

Das Wetter in Sarajewo war nicht so gut. Dichte Wolken, verhangene Berge, kühler Wind. Der Online-Wetterdienst meldete acht Grad. Der in Sarajewo heimische Schriftsteller Dževad Karahasan berichtete einmal in einem Essay für die Zeitschrift „Wespennest“ von einem Freund im kanadischen Exil, der seine Tage im fernen Vancouver stets damit beginne, sich über die Wetterlage in Sarajewo zu informieren. Das gehöre zu seinem Morgen wie das Zähneputzen und das Kaffeetrinken. Der Freund wisse von dort aus über alle Aktualitäten inklusive der Benzinpreise genau Bescheid. Doch wenn er zu Besuch komme, dann bezeichne er die Straßen mit ihren alten Namen und nehme die zahlreichen Veränderungen, die sich in seiner Abwesenheit ereigneten, gar nicht wahr – als ob er es immer noch mit jener Stadt zu tun habe, die er einst verließ. So wenig die räumliche Distanz des Exils ihn von Sarajewo trennen konnte, so sehr blieb er in einer vergangenen Zeit zurück. Es ist die Zeit, die die Menschen voneinander isoliert, und nicht der Raum.

Besucher, die sich wie wir, ein paar Journalisten auf einer Pressereise, nur für einen Abend hier aufhalten, bekommen nicht mehr zu sehen als ein paar historische Merkzeichen auf der dünnen Folie der Gegenwart. Wir sind da, anwesend im Stadtraum, und ahnungslos in der Zeit. Im Rauschen des Verkehrs und Rumpeln der Straßenbahnen ist es schwer, sich vorzustellen, dass hier vor 16 Jahren noch geschossen wurde. Wer nichts davon wüsste, würde die „Sniper Alley“ nicht erkennen, auch wenn die Einschusslöcher in einigen zernarbten Hausfassaden noch an den Krieg erinnern. Die Trümmer sind längst beseitigt. Ein riesiges Einkaufszentrum steht kurz vor der Vollendung und hat bestimmt andere Gebäude mit ihrer Geschichte verdrängt. Der „Avaz Twist Tower“ des Nachkriegs-Medienmoguls Fahrudin Radončić, der bei der Wahl zum Präsidenten des muslimischen Lagers im Herbst 2010 trotz seiner Reichtums nur auf dem zweiten Platz landete, schraubt sich angeberisch in die Höhe, sieht aber ziemlich leer aus. Wer sollte in einem Land mit 40 Prozent Arbeitslosigkeit auch so viel Büroraum mieten?

Die verbliebenen Ruinen wirken daneben seltsam irreal und müssen die ganze Last der Geschichte tragen. So wie das Gebäude der Nationalbibliothek, das sich im Stadium zögerlichen Wiederaufbaus befindet. Neben dem Eingangsportal, hinter Baugerüsten, weist eine an die rohe Ziegelwand gemörtelte Marmortafel auf die „serbischen Kriminellen“ hin, die in der Nacht vom 25. auf den 26. August 1992 die Bibliothek in Flammen setzten, so dass über zwei Millionen Bücher und Dokumente verbrannten: „Vergesst nicht, erinnert und mahnt!“ Ein paar Straßenzüge weiter ist die Stelle, an der 1914 der österreichische Thronfolger und seine schwangere Gemahlin ermordet wurden. Anfang und Ende des 20. Jahrhunderts; die Zeiten überlagern sich. Die Gedenktafel hier ist im Tonfall deutlich zurückhaltender, so dass unklar bleibt, ob man den Attentäter Gavrilo Princip, einen bosnischen Serben, nicht vielleicht sogar immer noch für einen Helden halten soll. Jedenfalls ist dem Serbentum an dieser Stelle der Zeitrechnung mit einer anderen Moral zu begegnen. Aber Princip war ja auch ein Vorkämpfer der bosnischen Unabhängigkeit.

„Das Wichtigste in Bosnien ist deine Zugehörigkeit“, sagt der franziskanische Hochschullehrer Mile Babić, einer von etwa zehn Autoren aus Sarajewo, denen wir an diesem Abend in einem Lokal in der Innenstadt gegenübersitzen. „Erst wenn du zu einer definierten Gruppe dazugehörst, bist du ein Mensch. Wer sich aber nicht ins nationale oder religiöse Paradigma einfügt …“ Der Theologe spricht seinen Satz nicht zu Ende. Er steht da, die Arme weit ausgebreitet, als predige er, und ist der einzige Bosnier im Raum, der keine Zigarette raucht. Alle andren qualmen um die Wette, als läge der tiefere Sinn eines Dichtertreffens hierzulande darin, den Ort der Begegnung in Sekundenschnelle einzunebeln. Bosnien ist Marlboro Country, eine Oase der Freiheit der Raucher. Wer die wild zerklüftete, gebirgige Landschaft durchfahren hat, zweifelt daran nicht.

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Bosnien hat nicht nur den Krieg verloren,

sondern, schlimmer noch, den Frieden.

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Unsere von der „Alten Schmiede“ in Wien organisierte Reise führt von Split über Mostar nach Sarajewo und weiter nach Belgrad: Kroatien, Bosnien und Serbien in drei Tagen, Autorengespräche und ein Besuch der Belgrader Buchmesse inklusive. Das ist ein hypertropher Wahnsinn, hat aber doch den Vorteil, die Weite des Balkan und seiner Widersprüche in einem kompakten Zeitrahmen wahrnehmen zu können. Felsige Bergregionen und ödes Flachland, Macchia und Laubwälder, Paprikafelder und Kartoffeln. In Split scheint die Sonne, in Sarajewo beginnt es zu regnen, in Belgrad schüttet es. Auch die Dichte des Zigarettenqualms nimmt mit der Entfernung von der EU als einer realistischen Perspektive zu, und mit ihr die allgemeine Unübersichtlichkeit. „Eurosa“ lernen wir als neues Wort in Belgrad, Europa-Narkosa, aber daran glaubt auch schon keiner mehr. Berge von Fleisch kommen in Belgrad auf den Tisch, und als Beilage gibt es Gulasch. Der Sliwowitz zur Begrüßung und als Gesprächsgrundlage ist überall obligatorisch. Und in noch einem Punkt sind sich die Dichter aller Orte einig: Dass hier bei ihnen die beste Literatur entstehe. Doch während die Kroaten davon ehrlich überzeugt sind, ist die gleiche Aussage in Sarajewo eine aus Verzweiflung geborene Notlüge. In Belgrad wird sie von stummem Trotz getragen.

In Split geht der Blick westwärts, übers blaue Meer. Das Dunkel der jüngsten Vergangenheit liegt in sicherer Entfernung hinter den verkarsteten Bergriegeln. Venedig und Triest sind allemal näher als der Balkan. Dass Split ins jugoslawische Verhängnis hineingeriet, muss ein territoriales Missverständnis gewesen sein. Traumatischer als die Belagerung der Stadt vom Land aus war folglich die Seeblockade, die ihre Sehnsuchts-Adern kappte. Krieg bedeutete hier, dass keine Schiffe mehr fuhren.

Die kroatischen Autoren erheben sich der Reihe nach, nennen ihre Namen, ohne zu hoffen, dass wir sie auch verstehen, zählen all ihre Preise und ihre Publikationen auf – Romane mit Titeln wie „All das, was ich verschwiegen habe“ oder „Jahr der Schweine“ – und setzen sich wieder. Ihre Stimmen bilden einen großer Chor. Sie widersprechen sich nicht, sie ergänzen sich bloß. Die Frauen sind schweigsamer, oder sie kommen neben den Männern nicht so recht zu Wort. Eine arbeitet hauptberuflich in einem Zentrum für Autismus, eine andere lektoriert Lehrbücher für die Grundschule. Vom Schreiben allein können sie nicht leben. „Als freier Künstler gehörst du zu den Leuten, die Pfandflaschen aus Mülltonnen sammeln“, sagt einer. Fast alle kommen aus dem Journalismus oder verdienen dort ihr Geld. Viele von ihnen, auch Renato Baretić, der „zweitbestverkaufte Bestsellerautor“ des Landes, sind als Kolumnisten bekannt. Das ist kein Zufall, sagen sie. Journalisten haben eben das Schreiben gelernt, und deshalb schreiben sie die besten Romane. Darüber wundere sich nur, wer es auch erstaunlich finde, dass unter Wasserballspielern so viele gute Schwimmer sind.

Journalisten zeichnen sich in diesem heroischen Selbstverständnis dadurch aus, dass sie näher am Leben und an der Wirklichkeit dran sind. Ihre „Wirklichkeitsprosa“ dominierte die kroatische Literatur seit Mitte der 90er Jahre, singt der kroatische Chor. Sie folgte auf die kurze Phase postmoderner Experimente. Gemeint ist damit eine rasch nachgeholte Moderne, in der all das an Schreibweisen und Formen erprobt wurde, was im westlicheren Europa von 1945 bis 1989 vorgemacht wurde. Im Krieg und in den Jahren danach drängte sich dann die „Wirklichkeit“ auf, und es klingt hier so, als wäre völlig klar, was das ist: Die Welt da draußen, man muss sie nur beschreiben. In Kriegszeiten neigt die Wirklichkeit zu Eindeutigkeiten. Inzwischen aber, so tönt der Chor mit leichtem Bedauern, habe sich ein neuer „Intimismus“ durchgesetzt, wo man sich lieber mit privaten Schwierigkeiten in Liebesdingen als mit gesellschaftlichen Problemen und der schwierigen nationalen Identität befasse. Die Alltags-Normalität kehrt zurück. Für die Repräsentanten einer journalistischen Literatur ist das keine gute Nachricht.

Auf die Frage, ob es denn auch so etwas wie Kritik oder eine literarische Öffentlichkeit gebe, erhebt sich höhnisches Gelächter: Nachdem die WAZ-Mediengruppe aus Deutschland im August 2005 rund 49% der Tageszeitung „Slobodna Dalmacija“ erwarb, wurde dort erst einmal die Sonntagsbeilage abgeschafft, weil eine Marktanalyse ergab, dass sie keine zusätzlichen Käufer brachte. Sie wurde durch einen Immobilienteil ersetzt. Das Tagesfeuilleton schrumpfte zugunsten des Sportteils. Ob Geld vielleicht doch Tore schießt, darüber lässt sich streiten. Doch dass Kritik keine Zeitungen verkauft, das ist sicher. Und Literaturzeitschriften haben, wie in anderen Ländern auch, allenfalls marginale Bedeutung.

Literaturkritik findet deshalb im Internet statt, und es sind vor allem serbische Kritiker, die in Split hohes Ansehen genießen. Der Blick von außen hat den Vorzug, sich über einheimische Vorurteile und die Cliquenhaftigkeit einer kleinen literarischen Szene hinwegzusetzen. Der Austausch über die Landesgrenzen hinweg wächst und gedeiht, summt der muntere Chor. Das ist jedoch wohl eher ein ökonomischer Effekt als eine Überwindung nationaler Borniertheiten. Kroatische Verlage gründen Dependancen in Serbien – und umgekehrt, um Bücher zeitgleich auf beiden Märkten zu publizieren und das Preisgefälle zu überwinden. Denn in Kroatien kostet alles zwei bis dreimal so viel wie in Serbien. Zudem erhebt Serbien einen Zoll auf kroatische Bücher, der sie vollends unerschwinglich macht. Das ist politisch gewollt, kann nun aber, durch die Verlagsgründungen vor Ort, umgangen werden. So herrscht in Split trotz aller Klagen über die prekäre Existenz der Autoren Zuversicht: Der Markt wird es schon richten; es geht voran.

„Sieger sind immer dümmer“, sagt der serbische Soziologe Todor Kuljić, den wir in seinem Büro in der Philosophischen Fakultät der Uni Belgrad besuchen. Er trägt melancholische Cordhosen und beschreibt sich als „Nicht-Nationalisten und immer noch kritischen Marxisten.“ Klar, dass so einer sich ein wenig einsam fühlt. Seine Analyse der Gedächtnispolitik nach 1989 ist unter dem Titel „Umkämpfte Vergangenheiten. Die Kultur der Erinnerung im postjugoslawischen Raum“ kürzlich auf Deutsch im Berliner Verbrecher Verlag erschienen. Sieger des Balkankrieges, also dümmer, sind für Kuljić die Slowenen und die Kroaten. Sie haben erreicht, was sie erreichen wollten: ihre staatliche Unabhängigkeit. Und sie haben die Serben, denen sie die Verantwortung für den Krieg übertragen können und auf die sie mit Fingern zeigen. „Milošević war der größte Imperialist“, sagt Kuljić. „Aber der kroatische Präsident Tuđman war der größte Nationalist. Und Bosniens Präsident Izetbegović machte die Religionen groß.“

Vedran Smajlović in der zerstörten Nationalbibliothek Sarajewos, 1992. (Foto: Mikhail Evstafiev)

Die Bosnier, sagt Kuljić, sind eindeutig die Verlierer. In Bosnien wurde gekämpft und gemordet, wurden Moscheen, Häuser, Dörfer zerstört, das Land geteilt. Die Serben aber wissen nicht, ob sie den Krieg verloren oder gewonnen haben. Sie haben ihn nicht erlebt – er fand ja in Bosnien und Kroatien statt. Doch die Bomben auf Belgrad erlauben auch ihnen, sich ein bisschen als Opfer zu fühlen. Ihr Ziel, Jugoslawien unter serbischer Hegemonie zu erhalten, haben sie nicht erreicht. „Jugoslawien war unsere Illusion“, sage man heute in Belgrad. „Jugoslawien war unser Gefängnis“, behaupteten die Kroaten. Und die bosnischen Muslime meinten: „Unter Tito ging es uns besser.“

Tatsächlich sieht man nirgendwo so viele Tito-Devotionalien wie in Mostar, dessen Moscheen von einer trutzburgartigen, aus Beton gegossenen katholischen Kirche mit einem grotesk hohen Kirchturm überragt werden. Da gibt es Tito-Köpfe auf Münzen und Ansteckern, Tito-T-Shirts neben solchen mit der Aufschrift „Don’t panik, I’m a muslim“ und Džeko-Nationaltrikots mit der Nummer 11. Fast könnte man glauben, Tito habe den Wiederaufbau der Alten Brücke über die Neretva noch persönlich geleitet. Neben zerschossenen Häuserruinen, aus denen Essigbäume wachsen, lädt das Balkanrestaurant „Europa“ zum Cevapcici; Souvenirbuden mit ihrem globalisierten Ramsch säumen die Straßen. Die Touristen sind zurück. Sie sind die einzige Hoffnung. Sie erheben die Kriegsruinen in den Rang von Sehenswürdigkeiten.

„Tito war der letzte Habsburger“, sagt Todor Kuljić in Belgrad. „Die Habsburger Monarchie war nicht so schlecht. Sie ist ein Synonym für den multikulturellen Staat. Tito war ein Autokrat, ein Diktator, keine Frage. Aber er hat 50 Jahre lang den Frieden bewahrt. Zwischen Salazar und Franko auf der einen, Ceausescu oder Ulbricht auf der anderen Seite sieht er gar nicht so schlecht aus.“ Es sind also nicht nur die Muslime, die der Tito-Zeit nachtrauern. Für Todor Kuljić war das eine im Vergleich zur Gegenwart kulturell reiche, lebhafte Epoche mit vielfältigen Beziehungen zur westlichen Welt. Er habe in seiner Jugend die Beatles geliebt, sein Sohn höre heute nur noch serbischen Pop. Kuljić beklagt den herrschenden Konservatismus, den Irrationalismus, die Dominanz der Religionen und die Heroisierung der mittelalterlicher Nationalgeschichte. „Es gibt nur Patrioten oder Verräter, nichts dazwischen“, sagt er. „In Kroatien ist es so ähnlich, nur dass es dort keine Verräter gibt. Sie sind alle Patrioten.“

Zu den „Verrätern“ der jungen Opposition gehört demnach auch Saša Ilić. Er ist einer der in Split so hoch geschätzten serbischen Literaturkritiker. Wir treffen ihn auf der Belgrader Buchmesse, am Stand des Verlages „Fabrika Kujiga“, wo er eine Zigarette raucht. In seinem jüngsten Roman geht es um die immer noch unaufgeklärten Hintergründe der Ermordung des serbischen Präsidenten Zoran Đinđić im März 2003. „Der Fall Columbia“ heißt dieses Buch, weil Ilić den Fall Đinđić mit der kurz zuvor im All verglühten amerikanischen Raumfähre Columbia verknüpft. Das Buch ist zwar pünktlich erschienen, liegt jedoch sicherheitshalber hinter den Kulissen des Messestandes, und Ilić zeigt es vor wie ein Geheimdokument. Er rechnet mit Attacken in den offiziellen Medien. Kleine Auflagen von ein paar hundert Exemplaren sind die oppositionellen Autoren gewohnt. Ihre Öffentlichkeit sind Literaturzeitschriften wie „Beton“ oder das zugehörige Internet-Forum elektrobeton.net. In den großen Zeitungen, sagt Ilić, bekommen wir keinen Raum.

Der „Erinnerungsbürgerkrieg“, wie Todor Kuljić das nennt, dauert in Belgrad immer noch an. In Sarajewo debattiert man weniger über die Geschichte, als darüber, wie es weitergehen soll. Das Abkommen von Dayton hat die Teilung des Landes besiegelt und die „ethnischen Säuberungen“ sanktioniert. Die komplexe Struktur des provisorischen Staates mit seinem serbischen und bosnisch-kroatischen Landesteil und einer gemeinsamen Regierungsebene hat einen Verwaltungsmoloch mit 150 Ministern hervorgebracht, der eigentlich nur dazu dient, jegliche Bewegung und Entwicklung unmöglich zu machen. Der Chor der rauchenden Autoren Sarajewos klingt eher depressiv: „Wir leben in einem schönen Land, doch in einem unschönen Staat“. „Europa hat uns vergessen.“ „Hauptsache kein Krieg, alles andere ist der Welt egal.“

Mile Stojić, ein wuchtiger Mann mit weißem, zum Pferdeschwanz gebunden Haar, ging 1992 ins Exil nach Wien. Heute lebt er wieder in seiner Heimatstadt, die ihn damals als „Verräter“ oder „Deserteur“ verabschiedet hatte. Während des Krieges und noch danach wurde er als bosnischer Autor herumgereicht und konnte sich an diesem vergänglichen Ruhm über die Exilsituation trösten. Heute gibt es kein Exil mehr und kein internationales Interesse. Der 11. September 2001, Irak, Afghanistan haben Bosnien vom Radar der Weltöffentlichkeit verdrängt. „Was wir erlebt haben, übertrifft jede Phantasie“, sagt Stojić. „Unsere Realität ist phantastischer als jede Phantastik.“ Bosnien hat nicht nur den Krieg verloren, sondern, schlimmer noch, den Frieden. Der Erinnerungskrieg, den die Serben immer noch mit sich selbst ausfechten, ist hier Geschichte. Die versöhnliche Zukunft, von der die Kroaten träumen, ist nicht in Sicht. Dazwischen aber ist nicht viel Platz.

Text: Jörg Magenau

Text erschienen in „Literaturen“

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