Gespenster im Arsenale

Mit „Çın“ hat der türkische Künstler Cevdet Erek auf der Biennale von Venedig ein subtiles, kunstvolles Bild für die Lage in der Türkei installiert.  Eine sanft aufsteigende Rampe aus rohen Holzbrettern, eingefasst von einem Stahlgerüst. Auf den ersten Blick weiß man nicht recht, ob in[…]

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Unter den vier Vulkanen

Die kleine Kunstbiennale in Sinop am Schwarzen Meer zeugt vom Beharrungsvermögen der türkischen Zivilgesellschaft. „It’s worth taking a vacation here. You can see everything clearly.” Auf den ersten Blick klingt es wie eine klassische Urlaubsbotschaft. Und doch spürt man den Unterton in dem Satz in[…]

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Christina Dimitriadis im Interview

„Learning ist doch ein lebenslanger Prozess“ Ingo Arend sprch mit der deutsch-griechische Künstlerin über die Documenta in Athen, die Hoffnung auf eine neue Multikultur in Griechenland und Adam Szymczyks neues Haus auf der Insel Hydra Frau Dimitriadis, vor kurzem kam die Nachricht, die griechische Regierung soll[…]

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Naomi Klein: „Gegen Trump. Wie es dazu kam und was wir jetzt tun müssen“

BUCHKRITIK Schockstarre – in diesen Zustand verfielen liberale Demokraten nach dem Wahlsieg von Donald Trump. Glaubt man Naomi Klein, war das kein Zufall, sondern Programm. In ihrem neuen Buch beschreibt die kanadische Aktivistin den neuen US-Präsidenten als „Prototypus des Katastrophenkapitalisten“. HÖREN Auf den ersten Blick[…]

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Auf der Suche nach dem Standort.

In der Türkei wurde sie im letzten Jahr nach einer Rufmordkampagne gegen die Kuratorin abgesagt. Nun zeigt die Çanakkale-Biennale ihre Schau „Homeland“ in der Kunsthalle Osnabrück.  Eingeschlagene Fenster, verwitterte Türen, von Schlingpflanzen überwucherte Balkone. Reysi Kamhis Holzkohlezeichnungen kommen ganz unscheinbar daher. Die Istanbuler Künstlerin hat[…]

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Özel Olan Politiktir. (Das Private ist politisch.)

Im Kunstraum Kreuzberg verkehrt der Berliner Künstler Viren Erol Vert das Privileg der „Purpurgeburt“ in ein Konzept demokratisch-diskursiver Selbstermächtigung. Eine lebenslustige ältere Dame in einer Runde aufgekratzter Herren. Vor der Abendgesellschaft biegt eine Bauchtänzerin den Kopf fast bis auf den Boden. Was auf den ersten[…]

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Politische Kunst der Documenta: Sorgenfalten des Kapitalismus

Die Documenta in Athen will neoliberale Politik am Schauplatz der Austeritätspolitik kritisieren. Sie verliert sich dabei in Allgemeinplätzen. „Documenta is the Botox of Capitalism.“ Die Umhängetasche mit diesem Spruch, mit der ein Biennale-Aktivist zur Eröffnung über die Documenta 14 in Athen flanierte, war natürlich eine[…]

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Ulrike Guérot: Der neue Bürgerkrieg. Das Offene Europa und seine Feinde

Die Autorin Ulrike Guérot fordert in ihrem Buch „Der neue Bürgerkrieg“ das Pferd Europa vom politischen Kopf her aufzuzäumen – und nicht vom ökonomischen Schwanz. Dabei greift sie gerne zu pathetischen Formeln. Trotzdem ist es eine Streitschrift im besten Sinne. „Europa muss geschaffen werden“. Der[…]

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Enrique Vila-Matas: Kassel. Eine Fiktion

Mit multiplen Identitäten auf der documenta Enrique Vila-Matas verarbeitet in „Kassel. Eine Fiktion“ seine eigenen Erfahrungen auf der documenta. Der bekennende Postmodernist spielt dabei großzügig mit den Identitäten seiner Figuren. Vollkommen überzeugt ist unser Rezensent von dem Roman aber nicht. Vier hölzerne, nummerierte Luftballons, die[…]

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57. Biennale Venedig 2017 – VIVA ARTE VIVA

Rückfall in die Bohème. Lauwarme Vorspeisen in Venedig: Auf der größten und wichtigsten Kunstbiennale der Welt will Kuratorin Christine Macel die Kunst aus den Fängen der Politik lösen – landet dabei aber im 19. Jahrhundert. Wer hat Angst vor Rot, Grün und Blau? Natürlich niemand.[…]

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Ein Haus voller Weisheit. Das türkische Kuratorinnenkollektiv „Collective Çukurcuma“ eröffnet im Neuköllner Artspace Dzialdov die alternative Bibliothek „House of Wisdom“.

„Bagdads intellektuelles Powerhouse“. So beschreiben Wissenschaftler gern ein legendäres Projekt. Im Jahr 825 gründete der Abbasiden-Kalif Al-Maʾmūn am Ufer des Tigris in Bagdad eine Art Akademie. Das „Haus der Weisheit“ war der kulturelle Grundstein des „Goldenen Zeitalters“ des Islam. Ohne die verschollenen Schriften der griechischen[…]

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Die Kunst aus dem Ghetto geführt

Die angelsächsischen Kunsthistoriker Anthony Gardner und Charles Green sehen die Inflation der Biennalen positiv. In einem nützlichen Sammelband sieht Joanna Warsza die Möglichkeit von ihren Boykotten eher skeptisch. Ein umgestürzter Panzer vor dem amerikanischen Pavillon, der britische Pavillon ist zu einer orientalischen Karawanserei umgebaut, vor[…]

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Natalie Lettner: Maria Lassnig. Die Biografie.

„Ich bin die Frau Picasso.“ In ihrer minutiösen Biografie zeichnet die Wiener Kunstwissenschaftlerin Natalie Letter Leben und Werk der feministischen Malerinnen-Ikone Maria Lassnig nach. „Die malende Tigerin.“ So titelte Emma einmal über Maria Lassnig. So reißerisch, wie er klang, war der Titel nicht. Schließlich hatte[…]

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Documenta 14 in Athen

Am eigenen Mut gescheitert Die weltweit grösste zeitgenössische Kunstschau Documenta bespielt zum ersten Mal eine gleichberechtigte Zweitausstellung ausserhalb ihrer Mutterstadt Kassel. Doch die Auseinandersetzung mit der Gastmetropole Athen enttäuscht. «Die Hoffnung hat Geschichte geschrieben.» Die Rhetorik hätte hochfliegender nicht sein können, als Syriza im Januar[…]

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Kunstmesse Art Dubai 2017

Falsche Flaggen am Golf Die USA igeln sich ein, die Emirate öffnen sich. Beobachtungen zum arabischen „Nation-Building“ rund um die Art Dubai 2017 „Ich bin das erste Trump-Kunstopfer.“ Die Zuhörer wussten nicht so recht, ob sie lachen oder weinen sollten über Mohammad Salemys Sarkasmus. Nach[…]

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Iman Humaidan: Fünfzig Gramm Paradies

Beirut – eine gigantische Werkstatt Beirut 1994: Die Journalistin Maja Amir kehrt nach zehn Jahren in ihre Heimat zurück, um einen Dokumentarfilm über den Bürgerkrieg zu drehen. Doch dann findet sie einen Koffer voller Briefe einer Exil-Syrerin und wird so mit der Geschichte ihres Landes[…]

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KULTURELLE STRATEGIEN GEGEN RECHTS

Der Eigensinn der Ästhetik   Das Kunstwerk von Manag Halbouni sorgte in Dresden für heftige Auseinandersetzungen  Was tun gegen rechts? Über kaum eine Frage streitet der Kulturbetrieb derzeit leidenschaftlicher. Reicht es noch, so das stete Memento auf allen einschlägigen Branchentreffs, Ausstellungen zu eröffnen, Festivals zu[…]

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Istanbul – Auf gepackten Koffern

Die Stadt hat sich mit international viel beachteten Schauen zur Kunstmetropole entwickelt. Jetzt machen sich Angst und Selbstzensur breit Allahu Akbar. Mit diesem Schlachtruf stürmten religiöse Fanatiker Ende vergangenen Jahres die Kunstmesse Contemporary Istanbul (CI). Eine Frauenstatue des Istanbuler Künstlers Ali Elmaci mit dem Porträt[…]

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In der Berliner Schankwirtschaft „Laidak“ sagen sich Stadtfuchs und Freak Gute Nacht.

Tension and Balance „Na, das ist ja schon ein sehr spezieller Teil des linken Spektrums, der da hingeht.“ Julia schaut streng über ihre Goldrandbrille, als ich ihr von meinem Faible fürs Laidak erzähle. „Äh, findest du?“, frage ich irritiert. So radikal sehen sie da gar[…]

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Mit der Ausstellung „In the carpet. Über den Teppich“ erinnert die ifa-Galerie an einen unterschätzten Dialog über die Moderne.

Der Geist von Casablanca Ein rotes und ein gelbes Rechteck auf schwarzem Grund, flankiert von zwei weißen Quadraten, das Ganze durchkreuzt von weißen und blauen Diagonalen. Auf den ersten Blick hält man die titellose Arbeit an der Wand für ein klassisches Bauhaus-Bild, so wie sie[…]

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