50 Millionen Menschen auf der Welt bekennen sich zu der aus Afrika stammenden Religion, die in der westlichen populären Kultur als „Vodoo“ bezeichnet wird und hier für wüste Okkult- und Verschwörungsfantasien herhalten muss. Zu den faszinierend-bedrohlichen Vorstellungen dabei gehört der Zombie: der durch Zauberei in eine willenlose Hülle verwandelte Mensch.

Die ersten Hollywood-Zombie-Filme standen in den 1930er-Jahren noch ganz unter dem Eindruck der tendenziösen Berichte aus Haiti und des Schocks der erfolgreichen Sklavenrevolte, bei der die Vodoo-Religion eine nicht unerhebliche Rolle gespielt hatte. Mit wenigen Ausnahmen wurde in der Filmproduktion der rassistisch-propagandistische Aspekt gedankenlos übernommen und mit anderen Horror-Mythen verbunden. Erst George A. Romero schuf 1968 mit seinem rauen Film „The Night of the Living Dead“ einen neuen Bezug: Der Zombie als Metapher des Verfalls von Kapitalismus und Demokratie. Seitdem sind Zombie-Filme, -Songs, -Bücher und -Comics aus der Popkultur nicht mehr wegzudenken. (Deutschlandfunk)

 

POPKULTUR 
Zombies! Dekonstruktion eines Mythos

Von Markus Metz und Georg Seeßlen

FREISTIL / Beitrag vom 03.08.2014

 

Georg Seeßlen

Überleben in der Zombiewelt: Untote – Im Leben und im Film

E-Book [Kindle Edition]

 

Kurzinhalt: Um die Figur des Untodes kreisen die Gedanken in den drei Essays des kleinen Sammelbändchens „Überleben in der Zombiewelt; Untote – im Leben und im Film“ und führen uns in die Gesellschaft der Untaten, in die Zwischenzone von Leben und Tod. Wo kommen sie her, die Zombies, wo gehen sie hin, diese willenlosen Wesen, die unterwegs sind, die Welt in einen untoten Ort zu verwandeln? Eine Welt die das Untote schon in sich hat.

Ein Untoter, so meint Seeßlen, ist der Mensch jenseits von Moral, Hoffnung, Glück und Mitleid. Ein Wesen, das nicht weiß, warum es etwas tut.
Klar, dass Seeßlen den Zombie auch als popkulturelles Phänomen betrachtet.
„Zombokinematografia“ nennt er seinen kurzen Abriss der Geschichte des Zombiefilms und zeigt auf, dass der Zombie schon längst seinen Weg von der Leinwand bzw. Mattscheibe in die Welt gefunden hat – bis hinein in uns selbst.

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