(No) Passion, oder zehn Bemerkungen eines melancholischen de-Palma-Bewunderers

1. »Passion« ist das Remake eines ziemlich guten Films von Alain Corneau (»Love Crime«), einem der wenigen, die vielleicht etwas wiedergeben von der politischen und sexuellen Ökonomie, die den Weg in die große Krise begleitete. Es gibt nur sehr wenige gute französische Filme, deren amerikanisches Remake wenigstens beinahe genau so gut wurde wie das Original.

2. Die Geschichte ist also bekannt. In der Boom-Ökonomie liefern sich zwei Frauen, die eigentlich hätten Verbündete sein müssen im Kampf um die Verweiblichung des Business, einen brutalen Machtkampf. Zuerst scheint ja auch für die freundliche Isabelle (Noomi Rapace) darin kein großes Problem zu bestehen, dass die gewandte Christine (Rachel McAdams) sich vergleichsweise schamlos an ihren Fähigkeiten und Ideen bedient und sie als die eigenen verkauft. Zweifel sind anfänglich rasch besänftigt. Man ist schließlich Teamplayer, man wird es gemeinsam schaffen. Außerdem gibt es da diese durchaus erotische Spannung zwischen den Frauen. »Alles über Eve« im Neoliberalismus. Aber Christine hat dann doch zu viel Spaß an der Kontrolle der anderen Frau. Sie treibt es zu weit. Der Gegenschlag kommt. Er wird mit den Mitteln der Sexualität geführt. Unter anderen…
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filmkritiken 2010-13-300Georg Seeßlen: Filmkritiken 2010 – 2013
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Mit Leidenschaft für den Film und mit Liebe zum Kino

52 Filmkritiken, geschrieben und veröffentlicht in den Jahren 2010 bis 2013, bieten Einblicke und Ansichten, vermitteln Zusammenhänge und Perspektiven.
Das Thema der Filmkritik ist das Filmesehen. Und Filmesehen ist eine Kunst. Und Georg Seeßlen versteht davon eine ganze Menge. Seine kompetente Übersetzung des audiovisuellen Mediums Film in Sprache ist tiefgründig, vielschichtig und bezieht aktuelle gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen mit ein.
Gehen Sie mit Georg Seeßlen auf eine Reise in die Filmgeschichte. Eine Reise in Zeit und Raum.

 

 

 

Bilder: © Ascot Elite Filmverleih

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