the-wolf-of-wall-street-1.680

© Universal

Martin Scorsese kann gar keine schlechten Filme machen. Aber ein paar von seinen letzten Arbeiten schienen ein bisschen wie Fingerübungen, so, als wollte er sich und uns beweisen, dass er dies (eine nostalgische Fantasy-Film-Kinder-Geschichte) oder jenes (einen Mindfuck-Thriller) eben auch kann. Mit „The Wolf of Wall Street“ aber ist er wieder in seinem Element: Böse, vulgär, heftig und präzis.

Der Film entstand noch dem autobiographischen Bericht jenes Jordan Belfort aus Queens, New York, der der richtige Mann am richtigen Ort zur richtigen Zeit war, um den amerikanischen Traum, die Broker-Version des Jahres 1988, neu zu erfüllen. Er und seine Kumpel füllen sich mit dem Aktiengeschäft die Taschen, bei dem sie ohne Gnade die größte Schwäche ihrer Zeitgenossen ausnutzen: die Gier. Die Stratton Oakmont Brokerage wird zu einem Modellfall der Jahre vor dem Platzen der Blase. Die Leute dort „machen“ wirklich Geld, und zwar direkt aus der Dummheit der Menschen. Und sie werfen es auch mit vollen Händen wieder hinaus, für Drogen, für Prostituierte, für die Spielsachen der Reichen, die Villen, Yachten und Flugzeuge, mit denen man sich gegenseitig und den Rest der Welt beeindruckt. Doch mit diesem System verhält es sich wie mit dem Glücksspiel-Imperium in Scorseses Film „Casino“: Es hätte perfekt sein können, aber…

weiterlesen

filmkritiken 2010-13-300Georg Seeßlen: Filmkritiken 2010 – 2013 [Kindle Edition]

getidan Verlag; ca. 169 Seiten; 6,59 EUR

Download via amazon 

Mit Leidenschaft für den Film und mit Liebe zum Kino

52 Filmkritiken, geschrieben und veröffentlicht in den Jahren 2010 bis 2013, bieten Einblicke und Ansichten, vermitteln Zusammenhänge und Perspektiven.
Das Thema der Filmkritik ist das Filmesehen. Und Filmesehen ist eine Kunst. Und Georg Seeßlen versteht davon eine ganze Menge. Seine kompetente Übersetzung des audiovisuellen Mediums Film in Sprache ist tiefgründig, vielschichtig und bezieht aktuelle gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen mit ein.
Gehen Sie mit Georg Seeßlen auf eine Reise in die Filmgeschichte. Eine Reise in Zeit und Raum.

 

Share