Von Licht an
von Elena Rauch in Ich, die Frau - Er, der Mann, Kolumnen & Blogs am 1. Januar 2012
Ich mach dann mal das Licht hier aus, sagt er, knipst demonstrativ am Schalter und guckt streng. Dabei wäre ich sowieso gleich zurückgekommen. Die fünf Minuten. So geht das immer. Selbst in allergrößter Eile – das Kino wartet, das Taxi, die Sitzung im Büro – erst kommt der Stromcheck. Zimmer für Zimmer. PC, Leselampe, Radio – alles aus?
Es soll ja Männer geben, die drehen wenn sie nach Hause kommen erst mal eine Kontrollrunde durch die Wohnung und knipsen das Licht aus. Und wehe es glimmt ein vergessenes Lämpchen Der Herr der Finsternis ist eingetroffen.
Dabei mag ich abgedunkelte Wohnungen mit Notbeleuchtung nicht. Ich mag nicht in dunkle Korridore sehen und auch nicht den PC fünfmal am Abend ein- und ausschalten. Ich mag es hell und warm. Wozu wurde schließlich die Elektrifizierung erfunden. Für unser Wohlbefinden. Aber sowas versteht ein Mann nicht. Da ist man gleich ein gewissenloser Umweltfrevler, ein Regenwald-Mörder. Zum Rest des Beitrags »
Warten ist ein komplexer Vorgang
von Elena Rauch in Ich, die Frau - Er, der Mann, Kolumnen & Blogs am 23. Dezember 2011
Männer sagen, dass sie in ihrem Leben Jahre mit Warten auf Frauen vertrödeln. Völlig zu Unrecht
Männer haben es ja mit der Statistik. Immer müssen sie alles ausrechnen. Dann reiben sie uns irgendwelche Zahlen unter die Nase und gucken vorwurfsvoll.
Zeit ist das Feuer, in dem wir brennen, sagt Mister Spock von der „Enterprise“. Auch ein Mann, aber Halb-Vulkanier. Ein Erdenmann, glaubt man seinen Beschwerden, verbrennt im Warten auf die Frau.
In Großbritannien haben sie ausgerechnet, dass ein Mann in seinem Leben ein Jahr damit verbringt, auf Frauen zu warten. Davon angeblich allein 22 Wochen vor Umkleidekabinen.
Ich möchte wirklich mal wissen, was das soll. Beweisen, dass sie in Mathe besser sind? Uns ein schlechtes Gewissen machen, weil wir ihre wertvolle Zeit vertrödeln? Offensichtlich haben sie ja immer noch genug davon. Unsereiner jedenfalls hat für solche albernen Rechnereien keine Zeit.
Außerdem stimmen sie nicht. Jedenfalls nicht so. Aus ihren komplexen Zusammenhängen gerissen, ohne Berücksichtigung von Ursache und Wirkung führen solche Aussagen zu gefährlichen Verzerrungen.
Eine Frau würde nie auf die Idee kommen, kleinkrämerisch auszurechnen, wie viele Jahre ihres Lebens sie zum Beispiel darauf wartet, dass er mal das Klo putzt. Eine Frau versteht sehr gut, dass einem solchen Entschluss eine lange Phase des Zweifelns, des Abwägens und des inneren Kampfes mit Selbst- und Fremdbildern vorangeht. Außerdem ist es gefährlich, er könnte sich verletzen, hineinfallen oder giftige Chlordämpfe einatmen.
Eine Frau hat zum Warten eben ein ganzheitliches Verhältnis. Zum Rest des Beitrags »
Steaks und Schuhe
von Elena Rauch in Ich, die Frau - Er, der Mann, Kolumnen & Blogs am 10. Oktober 2011
Ich bin ein Fan von psychologischen Studien. Wenn ich beim Frisör sitze, verschlinge ich alles, was ich in den herumliegenden Zeitschriften darüber zu lesen bekomme. Man glaubt ja gar nicht, woran die in den Instituten so alles forschen. Vor allem, wenn es den sensiblen Gesamtkomplex „Mann“ erklärt. Dann brauche ich keinen Cappuccino, keine Fachsimpelei über Strähnchen, ich will Informationen.
Wissen ist Macht, hieß es mal. Frauen beziehen ihre Macht aus diesem Wissen. Das haben wir Männern voraus. Die blättern lieber im Sportteil. Deshalb werden sie nie erfahren, wenn wir etwas tun, warum wir es tun. Sie wundern sich nur. Wir hingegen begreifen mit jeder Studie ein bisschen mehr. Aha, der Mutterkomplex. Sieh da, die Krise der Selbstinszenierung! Oh, ein Fall von unterdrückter Beziehungsangst! Man lebt souveräner, wenn man die Hintergründe kennt. Manchmal frage ich mich, wie das unsere Großmütter aushielten ohne solcher Lebenshilfen. Zum Rest des Beitrags »
Linke Straße rechts abbiegen
von Elena Rauch in Ich, die Frau - Er, der Mann, Kolumnen & Blogs am 22. August 2011
Dass Männer aus Prinzip nie nach dem Weg fragen, ist bekannt. Aus diesem Grund haben sie ja auch das Navigationsgerät erfunden.
Aber es gibt Ereignisse im Leben einer Autofahrerin, da versagt diese fabelhafte Erfindung. Das passiert in der Regel in einsamen Gegenden, mit fast leerem Tank und wenn man es eilig hat. Solche Situationen beweisen dann, dass Männer und Frauen nicht zusammenpassen. Jedenfalls nicht, wenn es um Orientierung geht. Fragen Sie niemals, wirklich niemals einen Mann nach dem Weg!
Kürzlich war ich unterwegs nach Oberweißbach. Ein dienstlicher Termin, ich fuhr sehr entspannt los. Herr Tomtom sagte, wo’s lang geht. Bis ich an ein Schild kam, wo „Umleitung“ nach irgendwo draufstand. Kein Problem, dachte ich. Hab ja Herrn Tomtom.
Der führte mich geradewegs auf einen Bagger zu. Dann war der Weg zu Ende. Zum Rest des Beitrags »
Schöner Wohnen
von Elena Rauch in Ich, die Frau - Er, der Mann, Kolumnen & Blogs am 10. August 2011
Wenn es um die heimischen vier Wände geht, sind wir Frauen zuständig. Wir bestimmen, ob die Wand rot oder blau angestrichen wird, ob das Sofa links oder rechts steht. Das muss uns noch aus der Zeit anhängen, als wir tagelang in der Höhle hockten, das Feuer schürten und warteten, bis er von der Mammutjagd nach Hause kommt. Deshalb sind bis heute wir es, die stundenlang in Einrichtungsmärkten herumlaufen, Kissenhüllen, Bilderrahmen und neue Lampenschirme anschleppen.
Ein Mann hat für sowas einfach keinen Sinn. Für ihn ist völlig unerheblich, ob da was Grünes oder was Gestreiftes vor dem Fenster hängt. Ob überhaupt was hängt. Er wird nie verstehen, warum eine Frau einmal im Jahr das Wohnzimmer umräumen muss. Kaum hat er sich gemerkt, wo er nach den Weingläsern suchen muss, stehen sie woanders. Zum Rest des Beitrags »
Kein ehrliches Rührei
von Elena Rauch in Ich, die Frau - Er, der Mann, Kolumnen & Blogs am 6. August 2011
Na gut, ich habe es getan und es ist danebengegangen. Nein, ich habe nicht das Haushaltsgeld in Aktien von Bioethanol-Herstellern verzockt. Ich habe gekocht und zwar ein Eiersoufflé.
Die Tochter holte sich gleich den letzten Joghurt aus dem Kühlschrank und verkündete, sie habe sowieso keinen Hunger. Er hatte leider welchen, weshalb er schweigend die gelbe, flüssige Pampe löffelte. Den Rest schütte ich ins Klo.
Ich hätte es wissen müssen. Alle meine Soufflé-Anstrengungen endeten bis jetzt so. Ich kann trotzdem nicht anders. Ich muss es immer wieder tun.
Schuld ist der ANC. Genauer, seine Frauenliga. Auf einem studentischen Solidaritätsbasar erwarb ich einst eine Broschüre ihrer Herausgeberschaft: Internationale Gerichte. Die Herstellung der meisten Rezepte (z. B. Nasi Goreng) gab die sozialistische Versorgungslage nicht her. Aber immerhin wusste ich dank ihm schon vor der Wende, dass Sambal Olek kein russischer Samba-Tänzer war, Zum Rest des Beitrags »
Feindgebiet Supermarkt
von Elena Rauch in Ich, die Frau - Er, der Mann, Kolumnen & Blogs am 29. Juli 2011
Eine erfahrene Frau macht so was nur im Notfall: ihn mit einem Einkaufszettel in den Supermarkt schicken. Man gewinnt nichts wirklich dabei. Keine Zeit, und Nerven schon gar nicht. Entweder er kommt ewig nicht wieder, oder er schleppt die falschen Sachen an. Steaks statt Salat (hatten sie nicht), Gurken statt Zucchini (ist das nicht das Gleiche?) und Geschirrspülmittel für 20 Euro (stand ganz oben, aus biologischem Anbau und fairem Handel). Dazwischen klingelt mindestens viermal das Telefon. Wo steht hier der Kaffee? Was ist Kurkuma? Willst du wirklich, dass ich hier noch drei Stunden die Eier suche? Warum gibt es so viele Sorten Waschpulver? Es soll Männer geben, die gelten als verschollen, seit sie zum Einkaufen geschickt wurden.

CC BY-SA LYZADANGER Zum Rest des Beitrags »
Die Osterhäsin
von Elena Rauch in Ich, die Frau - Er, der Mann, Kolumnen & Blogs am 23. April 2011
Ich weiß schon, wie das heute wird. Schatz, machst du noch lange? wird er aus dem Wohnzimmer rufen und sich schon mal ein Glas Wein einschenken. Und ich werde vor Ärger platzen wie die Eier, die ich gerade aus dem Topf fische. Während im Fernsehen bei einer der regulären Bibelverfilmungen Moses vom Berge ruft, die Kerze sanft flackert und die Chips knistern, hocke ich allein in der Küche. Dort pflege ich die Ostersamstagabende zu verbringen. Zwischen brodelnden Wassertöpfen, geplatzten Eiern, vollgekleckerten Küchenschränken, am Tisch festgebackenen Abziehbildern und alten Konservenbüchsen mit Farbtinkturen. In diesem Jahr übrigens Metallic. Silber oder goldfarben. Frauen sind ja anfällig für Modetrends. Als Bio modern wurde, habe ich Berge von Zwiebeln entblättert und Eier in Spinat grün gekocht. Ich habe geritzt, getupft, marmoriert, gespachtelt, bicoloriert was das Ei aushält. Und nie, nie war da eine starke Männerschulter an meiner Seite, an die ich mich lehnen konnte. Zum Rest des Beitrags »






