Der neoliberale Kapitalismus: Leben und Denken wie die Schweine

neoliberal 680

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By Achim Szepanski

17 JAN , 2016

Die Überschrift des Beitrags wurde Gilles Châtelets Buch „To Live and Think Like Pigs: The Incitement of Envy and Boredom in Market Democracies“ entlehnt. Man denke bezüglich dieser freundlichen Übernahme an das Geständnis von Deleuze/Guattari, dass sie nur noch die zitieren, die sie lieben.

Auf welche Maxime, die anstatt des schweinischen Lebens ein anderes Leben einfordert, bezieht sich Châtelet in seinem Buch? Entfalte immer einen Raum, der allen Gerechtigkeit gibt und der deine eigenen Neigungen verstärkt. Das Aufnehmen einer Neigung oder wie Tiqqun sagen, einer forme-de-vie, betrifft nicht nur diese selbst und das Wissen, sondern sie betrifft das Denken, seine Differenzierung und Steigerung. Wer nichts von dieser Maxime versteht, lebt wie ein Schwein. Das neoliberale Schwein will wenn möglich alles so gestalten, um es auf einen möglichen Profit zu reduzieren; es will zwar alles exakt etikettiert, ausgepreist und konsumierbar haben, aber letztendlich sind all seine Begierden, Strategien und Projekte auf die Steigerung der Produktivität und der Profitabilität des eigenen Humankapitals ausgerichtet. (was es noch als Freiheit verkennt, denn es ist das Kapital als ein soziales Verhältnis bzw. als ein System, das über die Konkurrenz den Zwang zur Profitmaximierung setzt. Folgerichtig Adorno: „Die Signatur des Zeitalters ist es, daß kein Mensch, ohne alle Ausnahme […] sein Leben mehr selbst bestimmen kann.“). Anders zu leben heißt laut Châtelet unbekannte Dimensionen der Existenz zu entdecken, oder wie Rimbaud sagt, den Schwindel zu definieren. Wir brauchen den Schwindel, aber auch die Form. Dazu benötigt man jedoch keine Ethik. weiter

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