Sterbegeld-Vorsorge, Nicolas Barbon, Volkskapitalismus, Umzugszeiten und andere Kleinigkeiten

von Georg Seeßlen

Aus irgendeinem Grunde haben wir nach der Krise nicht etwa beschlossen, uns etwas weniger Kapitalismus zu leisten, sondern vielmehr alle zu Kapitalisten zu werden, mindestens für die Minuten, in denen Tag für Tag die Börsensendung des deutschen Fernsehens vor den Nachrichten kommt. Da schauen wir, geleitet von extrem gut gelaunten Expertinnen und Experten, ins Innere des Systems, da jagen sich Zahlen, da Kurven die Kurse, zack, rauf und runter mit dem DAX, und da blubbern die Maschinisten der großen Maschine Finanzmarkt ins bereitgehaltene Mikrophon. Der neue Volkskapitalismus ist natürlich ein Entertainment-Kapitalismus, und so wie einst Kachelmann, bevor es ihn verwehte, das Wetter mit seiner eigentümlichen Euphorie „verkündete“, so „verkünden“ nun die Börsen-Moderatoren ihre Kursschwankungen und ihre schrägen Psychologie-Verweise als hätten sie ein bisschen zuviel weißes Pulver durch ein Aktienpaket gezogen. Aber wahrscheinlich brauchen die gar keinen anderen Stoff: Es ist das Geld, was sie so high macht.

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„Wir tun gut daran, wachsam

auf Allgemeinplätze zu reagieren.“