von Georg Seeßlen

Wir leben ja, sagt man, im „post-ideologischen Zeitalter“. Da ist es sehr schön zu wissen, wie das politische Praxis wird, hierzulande. Nicht, dass Thilo Sarrazin 5.000 Euro dem Kreisverband Berlin-Neukölln der SPD spendet ist besonders überraschend. Aber die „Non olet“-Begründung der stellvertetenden SPD-Kreisvorsitzenden Kirsten Flesch (der taz gegenüber geäußert) ist schon aufschlussreich dreist: „Wir sind nicht so ideologisch verbohrt, dass wir im Wahlkampf eine solche Spende ablehnen“. Das ist vielleicht ein Schlüsselsatz für unsere Politik derzeit.

Wir sind nicht so ideologisch verbohrt, um nicht mit jedem blutsäuferischen Diktator Waffengeschäfte zu machen. Unsere Universitäten sind nicht so ideologisch verbohrt, dass sie die freundlichen Übernahmeangebote der Wirtschaft ablehnten. weiterlesen

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