In Band 22 der Gesamtausgabe von Siegfried Kracauer befindet sich auch das Exposé zu einer Arbeit über „Masse und Propaganda“, in der er, von den sozialen und den ideologischen Folgen der Krise nach dem Krieg ausgehend, die Funktionsweisen faschistischer Propaganda zu untersuchen unternehmen wollte.

Dieses Exposé kann ausgesprochen hilfreich bei der Bewertung der Krise, die wir gerade erleben, und der Antwort sein, die unsere Art von Propaganda, Werbung, Unterhaltung, Information, darauf gibt.

Die Frage ist zunächst: In welcher Art Krise befinden wir uns? Drei Möglichkeiten bieten sich an:

1. Eine (wenn auch vielleicht etwas heftig ausgefallene) zyklische Krise, wie sie für den Kapitalismus gang und gäbe (wenn nicht gar „notwendig“) ist. Also nichts was das ökonomische System und seine politische Begleitung nicht schon irgendwie wieder hinbekäme.

2. Eine Modernisierungs- und Umbaukrise: Nach der Krise werden beide, das Ökonomische wie das Politische in den einzelnen von der Krise betroffenen Gesellschaften wie im globalen Geschehen, vollkommen andere sein als vorher: Die beiden Systeme werden radikal umgebaut.

weiterlesen: Georg-Seeßlen-Blog

 

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