Kinostart: 27.10.2011

Das ist einer von den Filmen, vor denen man ein bisschen Angst hat: Das könnte peinlich werden. Oder auch peinigend. Aber Eva Ionesco hat über ihre eigene Kindheit als von der Mutter erschaffenes und missbrauchtes erotisches Traumbild einen überraschend luziden und dezenten Film gemacht. „My Little Princess“ wie „I’m Not a F**king Princess“ im Original ebenfalls ein wenig dezenter heißt, nähert sich dem Trauma behutsam und doch mit unmissverständlicher Perspektive. Der des Opfers.

Einerseits ist das ein hochdramatischer, autobiographischer Abrechnungsfilm. Als kleines Kind wurde die Regisseurin Eva Ionesco von ihrer Mutter, der Fotografin Irina Ionesco, als Modell zum Mittelpunkt einer kindlich-erotischen Bildwelt gemacht. In einer Mischung aus Zwang und Verführung, Liebe und Hass, Abhängigkeit und Neugier ließ sie es sich noch dort gefallen, wo sie den Übergriff zu spüren begann. Der Hippen Kultur der siebziger Jahre gefiel so etwas, auch wenn es schon Stimmen genug gab, die Irina Ionescos Bilder ihrer Tochter in den Flitterkleidern und Verführungsposen zumindest als degoutant verwarfen…

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filmkritiken 2010-13-300Georg Seeßlen: Filmkritiken 2010 – 2013
[Kindle Edition]

getidan Verlag; ca. 169 Seiten; 6,59 EUR

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Mit Leidenschaft für den Film und mit Liebe zum Kino

52 Filmkritiken, geschrieben und veröffentlicht in den Jahren 2010 bis 2013, bieten Einblicke und Ansichten, vermitteln Zusammenhänge und Perspektiven.
Das Thema der Filmkritik ist das Filmesehen. Und Filmesehen ist eine Kunst. Und Georg Seeßlen versteht davon eine ganze Menge. Seine kompetente Übersetzung des audiovisuellen Mediums Film in Sprache ist tiefgründig, vielschichtig und bezieht aktuelle gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen mit ein.
Gehen Sie mit Georg Seeßlen auf eine Reise in die Filmgeschichte. Eine Reise in Zeit und Raum.

 

 

Bilder: © X-Verleih

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