Yuma ist jung und unschuldig. Doch das Mädchen an der Schwelle zum Erwachsensein kommt aus einem Milieu, in dem Unschuld an sich ein Paradoxon ist. Eine Chance gibt es, dem zu entkommen: den Sport. Durch ihn hat Yuma die Chance, dem Elendsviertel von Managua zu entkommen. Zunächst ist es schließlich die Liebe, die ihr Stolpersteine in den Weg legt: Ernesto, der Mann aller Träume, lebt in der Welt der Wohlhabenden und Schönen und Klugen. Kann Yuma da bestehen? Und dann kommt auch noch Unheil aus ihrer Vergangenheit…

Regisseurin Florence Jaugey, die auch am Drehbuch mitgearbeitet hat, gelang ein bestechendes Kinodebüt. Die erfundene Geschichte Yumas driftet nicht in Soap-Opera-Niedlichkeit ab. Sie bleibt ganz dicht an der Wahrheit vom Leben der Ärmsten der Armen. Geschickt setzt sie dabei auch auf Visionäres, auf Szenen, die in ihrer Expressivität oft surrealistisch anmuten. Die turbulente Story spiegelt dabei den Alltag in Nicaragua sicherlich nur ausschnittweise. Doch diese Ausschnitte sind höchst spannend. Und: Dies ist der erste Spielfilm, der in den letzten rund zwanzig Jahren in Nicaragua gedreht wurde. Die Verwirklichung dieses Films hat die Regisseurin zehn Jahre Kampf gekostet. Da ist anzunehmen, dass sie genauso eine Kämpfernatur ist, wie ihre Heldin Yuma. Das viel Hoffnung weckende Finale der Geschichte mag Puristen des Kinos aufgesetzt erscheinen. In einem Land, das erst wieder mühsam versuchen muss, so etwas wie eine eigene Filmsprache zu entwickeln, hat das eine überaus positive Signalwirkung auch für die Künstler selbst. Das sollten die „Kritiker“ hierzulande nicht vergessen!

Peter Claus

La Yuma – Der eigene Weg, Florence Jaugey (Nicaragua 2009)

Bilder: kairosfilm

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