Doris Kirchner gehörte in den 1950er Jahren zum Kreis der populären Schauspielerinnen in West-Deutschland. Die Österreicherin erreichte nie den Star-Status einer Maria Schell oder eine Sonja Ziemann. Doch sie war eine verlässliche Interpretin der oft so wichtigen Nebenrollen. Vor allem in den Heimatfilmen trat sie oft auf. In den letzten Jahren reüssierte sie insbesondere als Lehrerin an einer auch von ihr geleiteten privaten Schauspielschule in Hamburg. Inzwischen lebt sie, an Demenz leidend, in Pflege.

Das Regie-Duo Kirsten Poggendorff / Michael Wolfram begleitet die alte Dame behutsam durch ihren Alltag. Das wird nie kitschig oder sentimental. Der geistige Abbau wird registriert, jedoch nicht dramatisch ausgestellt. So entstand ein überaus sehenswertes würdevolles Porträt einer Frau, die sich selbst mehr und mehr verliert, die aber gelegentlich auch die Kraft aufbringt, dagegen anzugehen. In einer Zeit, da es mehr und mehr Menschen mit Demenz gibt, ist die stille Dokumentation nur zu empfehlen.

Text: Peter Claus

Müllerstochter, Königin…, Kirsten Poggendorff, Michael Wolfram (Deutschland 2011)

Bilder: Kirsten Poggendorff

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