Mit der Faust auf die Leinwand

getidan in eigener Sache:

„Erstmals gibt es nun ein Buch über Schlingensief und über das Medium, in dem er sich zuerst und ursprünglich ausgetobt hat“

 

Helge Schneider gibt einen wunderbaren Bösewicht in Mutters Maske ab, einen solch fiesen Bruder wünscht man nicht seinem schlimmsten Feind. Udo Kier zündet sich in Das deutsche Kettensägenmassaker die Haare an. Volker Spengler lutscht in seiner Rolle als Filmproduzent inDie 100 Tage von Bottrop beim Casting-Morgenappell Schwänze. Christoph Schlingensief ist ein schlimmer Finger, ein enfant terrible des ästhetischen Exzesses, ein Wirbelwind im Kunstbetrieb und welche Label man ihm sonst noch verleihen könnte. Georg Seeßlen schaut genau hin, und zwar auf die Filme und auf den Kinoregisseur: Erstmals gibt es nun ein Buch über Schlingensief und über das Medium, in dem er sich zuerst und ursprünglich ausgetobt hat.

Christoph Schlingensief auf der Berlinale 2010; Copyright: Siebbi / CC BY 3.0 / Public Domain via Wikimedia Commons

Schlingensiefs Filmwerk: Das ist ein Durcheinanderpurzeln der Themen, das ist Hysterie der Figuren, der Handlung und der Bilder, das ist ein wildes Zertrümmern der Kinogeschichte, das ist ein audiovisueller Rundumschlag, das ist ein Schreien zum Himmel. Schlingensiefs Filme sind ungemein faszinierend in ihrer Fülle von Assoziationen und Themen, in ihren Bilderfindungen, in ihren Anspielungen, in ihrem unbändigen Witz. Und sie sind schwer zu ertragen, weil sie laut sind, ungeordnet und spielerisch dilettantisch, und weil sie gegen den Zuschauer gerichtet sind, gegen jedes hergebrachte Empfinden, das man mit Kino und Handlung in Zusammenhang bringt. Weil sie gegen ihren eigenen Stich gebürstet sind. „75 Minuten mit der Faust auf die Leinwand“, so beschreibt es Schlingensief selbst. Georg Seeßlen hat das Zitat wie ein Motto seinen Betrachtungen über Schlingensiefs Kino vorangestellt.

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Buchkritik von Harald Mühlbeyer auf kino-zeit.de

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NEUERSCHEINUNG 

Georg Seeßlen

Der Filmemacher – Christoph Schlingensief

Mit einem Vorwort von Dietrich Kuhlbrodt

224 Seiten mit s/w und Farbillustrationen
Paperback, 14,80 x 21,00 cm
€ 23,00 (D) inkl. MwSt

getidan Verlag, Berlin 2015
Runhard Sage, Leipziger Straße 47 
D-10117 Berlin
E-Mail: verlag@getidan.de

ISBN: 978-3-9816715-3-7 (getidan)

 

Filme machen. Filme anders machen. Andere Filme machen. Filme die eigentlich unmöglich sind. Filme als Befreiung – das war Christoph Schlingensiefs Programm: »75 Minuten mit der Faust auf die Leinwand«. Immer ging es ihm darum das Unsichtbare sichtbar zu machen und das Dunkle zwischen den Bildern aufscheinen zu lassen. Christoph Schlingensief war ein Sichtbarmacher – und vor allem: ein Bildermacher. Seine Filme sind keine vollendeten Kunstwerke, sondern eher das, was der Künstler Joseph Beuys als »soziale Skulptur« bezeichnete. Man geht hinein und kommt in gewisser Weise verändert wieder heraus, aber jeder erlebt das auf eine ganz eigene Weise.

Christoph Schlingensiefs Filme haben ihre ästhetische und politische Aufgabe auch dann vollbracht, wenn sich Menschen einfach nur über sie aufregen. Andere sind durch sie vollkommen beglückt. Es kommt eben nicht nur auf die Filme an, sondern auch auf die Augen, die sie sehen.

 

LESEPROBE (pdf)

Rezension von Hans Helmut Prinzler

Rezension von Alf Mayer auf culturmag

Rezension (pdf) von Henryk Goldberg in Thüringer Allgemeine

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MEHR INFORMATIONEN

LAUDATIO von Georg Seeßlen lesen

Konrad-Wolf-Preis 2015

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