Die Klavierspielerin (Michael Haneke)

Grenzüberschreitung
Einen Satz wie diesen kann man ziemlich genau in Film übersetzen:
»Die Klavierlehrerin Erika Kohut stürzt wie ein Wirbelsturm in die Wohnung, die sie mit ihrer Mutter teilt.« Und auch der hier macht keine Schwierigkeiten: »Sie geht und beschleunigt langsam ihren Schritt.«
Es handelt sich um den […]

Share

K.af.ka fragment (Christian Frosch)

Eine Reflexion über Literatur und Kino, Nähe und Distanz
Wenn das Kino in die Nähe von Franz Kafka gelangt, wird es entweder anmaßend oder verzagt. Aber trotzdem muss es immer wieder versuchen, diesem schwarzen Monolithen der modernen Erzählung nahe zu kommen, denn ohne Kafka ist das […]

Share

Das zweitbeste Stück

Die Krawatte: männlicher Zeichenschmuck in Krieg und Frieden
Die schicken Krawatten der Herren gehören, wie der Begründer der Werbepsychologie, Ernest Dichter, kategorisch erklärt, zu jenen Dingen, die nichts mit Vernunft zu tun haben. Tatsächlich ist es ziemlich zwecklos, sich mit jemandem vernünftig über Krawatten zu unterhalten […]

Share

Im Juli

feelgood movie
Das Schöne an diesem Film ist, dass man in ihn so schnell reinkommt wie Boris Becker ins Internet. Nicht »wie gebannt« oder »total hingerissen«, sondern einfach so. Wie man im Halbschlaf am Strand in eine Phantasie reinkommt, die sich […]

Share

Whodunit (Wer hat es getan?)

Über das Kriminalgenre
Wenn wir versuchen, die verschiedenen Genres des Meta-Genres Kriminalfilm zu bestimmen, werden wir uns wohl darauf einlassen müssen, in Widersprüchen und Paradoxien zu denken. Denn obwohl zumindest einige der Kriminalgenres, wie der Polizei- oder der Detektivfilm, auf besondere Weise Handlung immer auch als […]

Share

Das Überraschungsei in Theorie und Praxis

Die süße Keimzelle der Gier
Anker in einer imaginären Kindheit

Wir leben, das ist das beste, was wir von uns sagen können, in der Epoche des Scheiterns. Alle großen Projekte der Menschheitsverbesserung sind gescheitert, so sagt man, alle Ideen und Konzepte, aber Scheitern gehört auch schon […]

Share

Zu einer Ausstellung von Zeichnungen Paul Klees aus dem Jahr 1933

Ästhetik des Ungehorsams
1
Fast alle Deutschen haben in der Hitlerzeit verfolgten Juden geholfen und ganz frech gegen den Führer geredet. Die meisten Deutschen haben die Nazi-Kunst gleich als furchtbaren Kitsch durchschaut und sind in die Ausstellung „Entartete Kunst” gegangen, oder zuvor schon in der Mannheimer Ausstellung […]

Share

Ein Herz und eine Seele (Heinz Schubert als Ekel Alfred)

Das Ekel der untergehenden Klasse
Eine Sternstunde des deutschen Fernsehens: Heinz Schubert als Alfred Tetzlaff in Wolfgang Menges „Ein Herz und eine Seele”
1974 war, nicht nur was die Pop-Kultur anbelangt, ein mieses Jahr. Man trug Schlaghosen und bunt bedruckte Hemden, die meistverkaufte Platte war „Seasons in […]

Share

Komm zurück, H.A.L.

2001 wird auch nicht, was es einmal war
1968 war das Jahr, in dem wir Kontakt aufnahmen. Mit Sex & Drugs & Rock’n’Roll. Und mit der orbitalen Wahrnehmung. Zum Beispiel in dem grandiosen Film „2001″ von Stanley Kubrick. Wie gut, dass für diesen Film gerade die […]

Share

Die kapitalistisch-demokratische ICH-Maschine

Unvernünftige Anmerkungen zum Automobil
Ach, das Automobil! Also, lassen Sie uns einmal vernünftig darüber sprechen. Es macht uns kaputt. Es verpestet die Luft, killt das Ozon, tötet unsere Kinder, zerstört unsere Städte, frisst unser Geld, ruiniert unsere Ohren und beleidigt unseren Geschmack. Und wir lieben es […]

Share

Final Fantasy – Die Mächte in Dir (Hironobu Sakaguchi, Motonori Sakakibara)

Wirklicher als wirklich
“Final Fantasy” will der erste Realfilm aus dem Computer sein. Die neuen Bildwelten sind vor allem eins: langweilig
Eine der merkwürdigsten Fragen, die sich im Kino stellen, ist die nach der “künstlichen Realität”. Man meint damit den Siegeszug des computergenerierten Bildes, das nicht mehr […]

Share

Fast Food, Fast Women (Amos Kollek)

Sanfter Wahn
New York Stories. Wahrscheinlich haben sie alle mit einem merkwürdigen Ineinander von Privatem und Öffentlichen zu tun, mit einer eigenartigen Abfolge von Selbstinszenierungen und Augenblicken der Wahrheit, Distanz und Voyeurismus. Damit, dass die Menschen schon früh eigene Geschichten mit langen und bizarren Wegen zu […]

Share

Die fabelhafte Welt der Amélie (Jean-Pierre Jeunet)

Giftsüß und verführerisch
Seit den sechziger Jahren kommt immer mal wieder eine Frage in mir auf: Was eigentlich ist aus Zazie geworden, nachdem sie damals Paris (vermutlich nicht allzu lange) verlassen hat? Würde sie eine mehr oder weniger normale Frau mit Beziehungsproblemen und beruflichen Sorgen und, […]

Share

Duell – Enemy at the Gates (Amin Q. Chaudhri)

Annaud reduziert Stalingrad auf ein Westernduell
Es ist wohl nicht allzu schwer, diesem Film nachzuweisen, wie sehr er ästhetisch und moralisch danebengegangen ist, wie fast jede künstlerische Entscheidung genau die falsche war. Der falsche Regisseur verfilmt zur falschen Zeit mit einer schon sehr, sehr falschen Konzeption […]

Share

Kollateral Damage – Zeit der Vergeltung (Andrew Davis)

Terroristischer Lehrfilm
Aus mehr oder weniger nachvollziehbaren Gründen wurde der neueste Schwarzenegger-Kracher nach den Ereignissen des 11. September aus der Verleihliste erst einmal gestrichen. Wenn »Collateral Damage – Zeit der Vergeltung« jetzt in die Kinos kommt, ist er mit einer Bedeutung aufgeladen, die Andrew Davis’ […]

Share

Lustvolle Mischung

SLOW FOOD

Die Subversion des Geschmacks – oder warum es notwendig wurde, die Welt essbar zu machen, um sie zu retten
Carlo Petrini, der sich von seinen Freunden Carlin nennen lässt, ist ein beeindruckender Mann mit einer nicht weniger beeindruckenden Lebensgeschichte. Er hat sein Leben dem […]

Share

15 Minuten Ruhm (John Herzfeld)

In “15 Minuten Ruhm” scheitert der Versuch, einen Thriller mit Medienkritik aufzupeppen
Morden und vermarkten
Die Verhältnisse von Medien und Gewalt werden immer unheimlicher. Längst sind die Grenzen überschritten, jenseits deren die Medien die Gewalt ganz direkt fördern und vermarkten. Wenn man mit jedem Verbrechen ins Fernsehen […]

Share

Frank Beyer: Biographie

Wenn der Wind sich dreht
Schwer tun wir uns, unter anderem, damit, die Kulturgeschichten von Nachkrieg und Unfrieden in den beiden deutschen Staaten nach der Vereinigung ineinander einzuschreiben. Kaum etwas Gemeinsames, so scheint’s, ist da entstanden, und mit dem Dialog ist es auch nicht weit her. […]

Share