Sommer 2013: Im Schatten am Brunnen

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Georg Seeßlen beantwortet Fragen zum Sommer

Dein Traum vom Sommerglück?

Keine Pilze in den Pfirsichbäumen, die Zisternen gefüllt, die Oliven blühen, und zwischen den Arbeiten eine Stunde im Schatten am Brunnen: Bücher lesen, zu denen man sonst nicht kommt. Eine kalte Dusche aus dem Gartenschlauch. Am Abend ein Glas Dolcetto (oder auch zwei) und Ravioli.

Der größte Fehler des Sommers?

Er ist immer zu kurz (aber wem sage ich das), und gerade wenn man anfängt, ihn richtig zu genießen, ist er auch schon wieder vorbei.

Wie heiß muss er sein?

Angemessen. (Es gibt keine zu große Hitze, es gibt nur falsches Verhalten dabei.) Es kommt ja darauf an, was man tun muss oder darf. Der Sommer ist ein gutes Argument gegen den protestantischen Kapitalismus.

Dein Soundtrack des Sommers?

Circa 20 Bonus-CDs aus Spex, Rolling Stone, Groove, Riddim und Dynamite.

Brauchst du überhaupt noch andere Jahreszeiten?

Pfirschichbäume müssen sich erholen, Oliven wollen geerntet werden, und ja, ein Herdfeuer im Winter hat auch was für sich.

Die dümmste Kommerzialisierung des Sommers?

Must-Haves.

Deine Lieblingsbeschäftigung im Sommer?

Arbeiten, wie man lustig ist. Einem ziemlich großen Rest der Welt den Stinkefinger zeigen. Im Halbschlaf Strandgeräusche hören und dazu, weiß der Kuckuck woher, die Trompete von Dizzy Gillespie.

Deine Geistesverfassung im Sommer?

Grimmig entspannt wie immer.

Deine Must-Haves im Sommer?

Zitronensaft gegen Insekten, Kopfbedeckung, Mineralwasser.

Dein liebster Platz im Sommer?

Eine Mole am Hafen. Ein eiskalter Gebirgsbach.

Dein Sommermotto 2013?

Schubiduu.

Morgens, mittags, abends – deine Lieblings­tageszeit im Sommer?

Morgens, mittags, abends, und auch nachts, manchmal.

Was verabscheust du am meisten am Sommer?

Stechen, beißen, piecksen; kratzen, jucken, bluten …

Dein Held/deine Heldin im Sommer?

Mein Mauergecko. (Weiß nicht, ob es sich um einen Er oder eine Sie handelt …)

Dein Abschlusskommentar

Keine Panik, Leute, der Herbst hat auch seine schönen Seiten.

 

Georg Seesslen, Jungle World # 30, Juli 2013

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