on tour: Hong Kong & Macao
von Alfred Harth+ in Gesellschaft, Leben am 8. Mai 2013
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Sharkjets & more hybrids in an east side story
Together with Anthony Hopkins. Within a dark wooden hotel. It was all about pain.When he woke up it was as if he had given his father's golden pocket watch to all the young students, opening a d'or here & there. A-Ma. Macao.
Ich dachte zurück an Mandorla, zwei Kreise, die sich überschneiden. Ein Blick vom 16. Stockwerk des Ponte 16 über unberechenbare Patchworkdächer der Altstadt im Teppichgeflecht verwoben mit ihren eigenen schwarzschimmelig übersäten Fassaden. Fassaden portugiesischer Bauart, Dächer, wild überwuchert von Gestrüpp hier & dort, nicht unbedingt Dachbegrünungen wie wir sie von Deutschland kennen. Morgendliche Kontemplation eines Hybrids. Tat tvam asi. Das bin ich. Glaslose Ruinen. Da hinten im engen Grau irgendwo Meer. Ein Strauss kantigem Grand Lisboas wächst monströs wie ein Giantrobot über den vor mir liegenden transmigratorischen urban mix scheusslich schreiend hinaus, ist in der Dämmerung illuminiert wie dauerspritzender Candy, Verlockungen ausspeiend, mich zutiefst abweisend in seinem obszön gespreizten Materialismus.
"Shadowlands" mit Hopkins in Oxford verglüht im Vormittags-TV. "We read to know we are not Aloen", verdreht mein Rechner das zentrale Shadowlandszitat.
Anson Ng begleitete mich per Schüttelbus vom Venue zum Hotel, Casino inbegriffen. Ach, es könnten diese Gründe sein & jene, dass nicht so viel Publikum zusammenkam am Abend des 1. Mai, wo doch eigentlich Einiges geboten worden war: Der lange & schlaksige Scorpiø Loi aus China hatte sich lange, silbrige Fingernägel appliziert, stand da wie Karl Valentin vorm Mikrophon, hinter ihm Pyramiden aus Videos. Mei Zhiyong riss metallicamässig seinen Körper über die Stage, liess es donnern & krachen. Ja Alk kostet hier so gut wie nichts, tax free. Eine Flasche Jack Daniels ist gut für Sherman Ho & seinen Kumpel zum Rumpeln als Yellow Crystal in der Abfolge der Events. Mein Duo mit Sin:ned crasht vorüber. Zum Rest des Beitrags »
ShareWerner Spies las in der Kunsthalle Karlsruhe aus seinen Lebenserinnerungen
von Carmela Thiele+ in Gesellschaft, Kritik, Leben, Literatur am 27. April 2013
Alles Freunde
Wie er denn den Feuerbach fände, fragte Andreas Platthaus zum Auftakt der Veranstaltung mit Werner Spies im Feuerbachsaal der Kunsthalle Karlsruhe. „Das Verhältnis wird besser“, entgegnete der mit Texten über Picasso und Max Ernst bekanntgewordene Kunstschriftsteller diplomatisch und verriet, dass er gerade die Kunst des 19. Jahrhunderts für sich entdecken würde. Platthaus, Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, moderierte das Gespräch mit „seinem Freund“, und überhaupt schien der durch die Beltracchi-Affäre beschädigte Kunsthistoriker an diesem Abend umgeben von Freunden. Robert Walter vom Centre Culturel hatte mit Peter Weibel, Vorstand des Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM), die Vorstellung der 2012 erschienenen Lebenserinnerungen „Mein Glück“ in Karlsruhe angeregt. Pia Müller-Tamm, die Direktorin der Kunsthalle hatte den Vorschlag dankbar aufgegriffen. Und Erwin Teufel, ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg, entpuppte sich in der Laudatio als Schulkamerad des prominenten Wahlfranzosen. Zum Rest des Beitrags »
ShareReisewelten: Papua-Neuguinea (5)
von Michael Scholten+ in Gesellschaft, Leben am 7. April 2013
Donnerstag, 30. August 2007
Goroka
Anstelle des Nissan-Busses fährt heute ein Toyota-Pick-up vor dem Pacific Gardens Hotel vor. Der bietet nur vier Plätze, weshalb sich Caspar und Felix auf die Ladefläche hocken. Fahrer Anthony ist heute kein Fahrer, sondern Tourguide. Am Steuer sitzt David und auf der Rückbank neben mir eine Touristin: Karyn, eine seit 23 Jahren in Japan lebende Amerikanerin, die in Kyoto Jura lehrt und bislang 127 Länder bereist hat.
Karyn erzählt, dass ihr gestern in Goroka die Kamera geklaut wurde. Sie saß im Auto und fotografierte aus dem offenen Fenster heraus, als ein Dieb blitzschnell in den Wagen griff und ihr die Kamera aus den Händen riss. Ihr Tourguide habe daraufhin mit dem Umfeld des Diebs verhandelt und ihr vorgeschlagen, dass sie 50 Kina Lösegeld für die Beute zahlen solle. Das habe sie jedoch abgelehnt, um die Kriminellen nicht zu weiteren Taten dieser Art zu ermuntern. Nach langen Verhandlungen und unter Mithilfe der Polizei habe sie die Kamera dann doch wiederbekommen. Allerdings ist jetzt der Zoom defekt. Halb so wild. Karyn ist gut versichert und hat noch drei weitere Kameras dabei: eine kleine digitale, eine große Spiegelreflex und eine Polaroid.

Der Greis Barakove führte im Zweiten Weltkrieg US-Soldaten im Kampf gegen die Japaner auf den Berg Grupoka.
Nach halbstündiger Fahrt erreichen wie das Dorf Korekoreto. Schnell scharen sich die Schaulustigen um uns herum und begrüßen „Papa Michael“ und „Mama Karyn“. Aus der ersten Rundhütte kommt der Greis Barakove gekrochen, der Häuptling des 1200 Einwohner zählenden Dorfes. Er umarmt uns mit seinen zittrigen Ärmchen. Sein genaues Alter kennt keiner, es dürfte aber gut 90 Jahre betragen. Als junger Mann hat er im Zweiten Weltkrieg australische und amerikanische Soldaten auf den Berg Grupoka geführt, damit sie von dort japanische Flugzeuge abschießen konnten. Das Dorf verehrt Papa Barakove als Held. Zum Rest des Beitrags »
ShareDie Öffentlichkeit muss neu erfunden werden (Vasif Kortun im Interview)
von Ingo Arend+ in Gesellschaft, Leben am 25. März 2013
Die Hitze des Marktes und das Gute Brot von Istanbul: Vasif Kortun, Kurator und Direktor von "Salt-Istanbul" im Gespräch mit Ingo Arend
Getidan: Herr Kortun, erinnern Sie sich noch an das Jahr 1992?
Vasif Kortun: Sehr gut sogar.
Sie kuratierten damals die Istanbul-Biennale. Sie gilt als ein Nukleus der neuen türkischen Kunstszene. Wie sah die damals aus?
Die Kunstszene damals war ganz anders konstruiert. Es gab damals nur sehr wenig Institutionen, die zeitgenössische Kunst unterstützt haben: Ein paar Galerien, eine Akademie für Bildende Künste, die Marmara-Kunsthochschule, die sich am Bauhaus orientierte. Trotzdem war es eine sehr gute Zeit. Ich kam aus Amerika, hatte meine Ausbildung beendet. Hüseyin Alptekin, der 2007 verstorbene Künstler war ganz wichtig. Ali Akay begann in der Stadt als Kurator und Soziologe zu arbeiten.
Heute ist Istanbul eine international gefragte Kunststadt. Wie erklären Sie sich diesen Aufstieg?
Ich bin nicht sicher, ob es wirklich so spezifisch mit Istanbul zu tun hat. Es hatte auch mit der generellen Situation nach 1989 zu tun. Die Mauer in Berlin war gefallen. Es war das Ende vieler Diktaturen. Überall begannen sich die Menschen mehr an der Gesellschaft als am Staat zu orientieren: in Russland, auf dem Balkan. Die Globalisierung hatte einen starken Einfluss.
Die Türkei öffnete sich auch…
Sie hatte sich schon seit einer ganzen Zeit geöffnet. Einige Staatsinstitutionen begannen, sich aufzulösen. Es war vieles in Bewegung damals. Es entstanden viele unabhängige Initiativen.
Ist denn die Akzeptanz für Kunst in der Gesellschaft derart gewachsen?
Sagen wir so: Kunst ist auf jeden Fall mehr zu einer Mainstream-Haltung geworden.
Hatte die damals die Funktion einer Ersatzöffentlichkeit?
Seit der Gründung der Republik zu Beginn der 20er Jahre dominierte der klassische öffentliche Intellektuelle linkshumanistischer Prägung die türkische Öffentlichkeit…
Und in den 90ern änderte sich das?
Ja. Die Essentials der Republik wurden damals in Frage gestellt. Die Leute reisten mehr. In den 70er Jahren war das unmöglich. Es war die Zeit der Ölkrise, des Embargos nach der Zypern-Krise. In den Achtzigern begann sich das zu ändern. Zu Beginn der 90er Jahre kam dann René Block aus Deutschland, Beral Madra kuratierte 1994 ihre wichtige Ausstellung „Iskele“ in Deutschland. Es folgten die Staatsausstellungen für Kunst. Mit dem Beginn der Gespräche über die EU-Beitritt der Türkei normalisierte sich die Situation vollends. Die Kunstszene orientierte sich an feministischen, politisierten und postkolonialistischen Ansätzen, begann Fotografie, Installation und Alltagsgegenstände in ihre Arbeit zu integrieren. Das regte zur Veränderung und zum Dialog an. Es entstand ein neuer, international erfahrener Künstlertypus. Zum Rest des Beitrags »
ShareReisewelten: Papua-Neuguinea (4)
von Michael Scholten+ in Gesellschaft, Leben am 24. März 2013
Mittwoch, 29. August 2007
Goroka
Ein neuer Tag, ein neuer Reiseleiter: Felix empfängt mich an der Rezeption des Pacific Gardens Hotels. Daniel aus Port Moresby hat ihn abgesandt, um mich in Goroka zu begleiten. Die Führung selbst wird jedoch von Caspar und Fahrer Anthony durchgeführt, die mit einem weißen Kleinbus vorfahren.
Meine drei Begleiter bringen mich zu einem Dorf am Stadtrand von Goroka. Dort sind meinetwegen schon alle auf den Beinen und begrüßen mich feierlich. John stellt mich der Menge vor und macht speziell die Frauen darauf aufmerksam, dass ich trotz meiner 35 Lebensjahre noch nicht verheiratet bin.
Um in ein Dorf aus Bambus- und Strohhütten zu gelangen, muss ich jedes Mal über eine kniehohe Vertiefung in den Holzzäunen klettern. Sie soll die vielen Schweine, die drumherum auf den Wiesen grasen und in Papua-Neuguinea Reichtum bedeuten, davon abhalten, in das Dorf zu rennen. Zunächst besuchen wir das Haus einer alten Frau, die sich für meinen Besuch so verkleidet hat, wie es eine Witwe in früheren Jahren tun musste: Die nackte Haut ist mit Lehm und Kalk fast weiß geschminkt, der Körper mit unzähligen Muschelketten behängt und die Haare sind von einem feinmaschigen Netz bedeckt. Früher galt die Regel: Ist der Mann erst einmal tot, darf seine Witwe nie wieder das Haus verlassen. Heute ist das nicht mehr so. Zum Rest des Beitrags »
ShareReisewelten: Papua-Neuguinea (3)
von Michael Scholten+ in Gesellschaft, Leben am 1. März 2013
Dienstag, 28. August 2007
Simbu und Goroka
Ich checke aus dem Kimininga Hotel aus, als Pim auf die Minute genau um 8.30 Uhr um die Ecke kommt. Er hat einen neuen Tourguide, James, mitgebracht, der mich auf der heutigen langen Fahrt nach Goroka begleiten soll. Fahrer Andrew und der ominöse Unbekannte auf der Rückbank sitzen auch wieder im Kleinbus. Pim verabschiedet sich. Bevor wir Mount Hagen City verlassen können, halten wir kurz an der South Pacific Bank. Ich muss am Visa-Automat Geld ziehen, weil ich Daniel in Port Moresby noch die Differenz von 1000 Kina schulde. Den Betrag soll ich James geben, damit er 400 einbehält und 600 an den Tourguide in Goroka gibt, der sich ab morgen um mich kümmern wird. So hat es Pim geplant.
Ich verstaue das am Automaten gezogene Bargeld in der Tasche und bin froh, dass zwischen dem Automaten und meinem Bus ein bewaffneter Sicherheitsbeamter steht. Als „weißer Mann“, der eine Bank verlässt, ist man in Papua-Neuguinea leider ein allzu verlockendes Ziel für Kriminelle. Ich behalte das Geld erst einmal in der Tasche, weil ich noch nicht weiß, ob ich dem neuen Tourguide James trauen kann. Zum Rest des Beitrags »
ShareDie schönen Dämonen – Isabella Rossellini
von Georg Seeßlen+ in Filmwissen, Gesellschaft, Kolumnen & Blogs, Leben am 22. Februar 2013
Isabella Rossellini wurde in diesem Jahr mit einer „Berlinale Kamera“ geehrt. Georg Seeßlen über eine Schauspielerin, die in den meisten ihrer Filme ein Phantom bleibt
Man kann sich das als Segen und Fluch vorstellen – eine solch große Ähnlichkeit ausgerechnet mit der eigenen Mutter zu haben. Die Schauspielerin Isabella Rossellini scheint so etwas wie eine lebende Doppelbelichtung zu sein: Immer ist sie selbst da und zugleich auch ihre Mutter, Ingrid Bergman (zu allem Überfluss gibt es noch eine Zwillingsschwester, Isotta).
Der Regisseur David Lynch, der ein Faible für das Reale des Traums hat, sprach Isabella Rossellini bei irgendeinem Essen einmal mit der Frage an, ob ihr schon mal jemand gesagt habe, dass sie eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit Ingrid Bergman habe. Das war der Beginn einer mehr oder weniger wunderbaren Liebschaft, vor allem entstanden daraus die zwei großartigsten Isabella-Rossellini-Filme. Blue Velvet (1986), in dem der Regisseur Lynch mit jenem jungen Mann verschmolz, der so manisch in die Innenräume der geheimnisvollen Frau wollte, und Wild at Heart (1990), wo man schon einen unguten Blick des Abschieds bemerken konnte. Zum Rest des Beitrags »
ShareReisewelten: Papua-Neuguinea (2)
von Michael Scholten+ in Gesellschaft, Leben am 22. Februar 2013
Sonntag, 26. August 2007
Port Moresby und Mount Hagen City
Meine Air-Niugini-Maschine nach Mount Hagen soll um 8.45 Uhr abheben. Doch am Jackson Airport verzögert sich der Start um eine Stunde, weil die Crew nicht pünktlich eingetroffen ist. In der kleinen Propellermaschine sitzt ein vollbärtiger Einheimischer zu meiner Rechten, der mich eifrig über Deutschland ausfragt und mir wortreich die Schönheiten seiner Heimatregion Mount Hagen mit ihren 500.000 Einwohnern erläutert. Nach 70 Minuten sind wir dort.
Zu Fuß gehe ich über das Rollfeld des Kagamuga Airports von Mount Hagen City und sehe direkt an der Eingangstür den angekündigten Reiseleiter Pim stehen. Ich erkenne ihn an dem Zettel, auf den er in Großbuchstaben, nicht ganz korrekt „MICHAEL SCHOLTON“ geschrieben hat. Ein Gabelstapler bringt die Palette mit einem Berg aus Koffern an die Tür, jeder Passagier greift sich sein Gepäckstück heraus. Ob sich auch keiner vergriffen hat, prüfen zwei uniformierte Flughafenangestellte, die am Ausgang jeden Gepäckbeleg der Airline mit einem Kugelschreiber abhaken. Zum Rest des Beitrags »
ShareDetlef Gumm und Hans-Georg Ullrich über „Berlin – Ecke Bundesplatz“ (ein Interview)
von Daniela Kloock+ in Filmwissen, Gesellschaft, Kolumnen & Blogs, Leben am 19. Februar 2013
Mit Detlef Gumm und Hans-Georg Ullrich, den Machern der Langzeitdokumentation „Berlin – Ecke Bundesplatz“ sprach Daniele Kloock
Daniela Kloock: Stimmt es, dass Sie um ihre Protagonisten zu finden über eintausend Zettel in Briefkästen verteilt haben?
Gumm: Ja, das stimmt. Am Ende blieben ungefähr 120 Personen übrig. Von denen haben wir dann 30 ausgewählt.
Wie muss man sich das konkret vorstellen? So nach dem Motto „der kann gut reden“, „die sieht ganz gut aus“, oder so ein Typ hat uns noch gefehlt?
Ullrich: Das lief weniger kopfgesteuert, eher intuitiv und natürlich war auch ganz wichtig, dass man sich sympathisch ist. Denn man kann nicht mit Menschen 25 Jahre drehen oder zusammen leben, die man nicht mag.
Aber „das Mögen“ kann sich gewaltig ändern in so langer Zeit, wie lief es denn wenn es zu Konflikten kam?
Ullrich: Wir hatten ja die Möglichkeit uns immer wieder zurückzuziehen. Die Drehzeit bestand meistens aus zweimal acht Tagen im Jahr. Das war allen Beteiligten klar. Allerdings gab es durchaus Protagonisten, die laufend hier in unser Büro kamen und sagten „Mensch, warum filmt Ihr denn nicht weiter? Wann kommt Ihr denn endlich wieder?“
Gumm (lacht): Ja, oder sogar mit eigenen Regievorschlägen ankamen. Aber das passte natürlich nicht in unsere Dramaturgie! Zum Rest des Beitrags »
ShareBerlin – Ecke Bundesplatz (Georg Ullrich / Detlef Gumm)
von Daniela Kloock+ in Film, Filmspiegel, Gesellschaft, Kolumnen & Blogs, Kritik, Leben am 19. Februar 2013
51 Stunden Film – Das Leben ganz normaler Leute
Wilmersdorf, ein Westberliner Bezirk zwischen Charlottenburg und Steglitz, hat weder Promifaktor noch Nachtleben. Hier liegt der Bundesplatz, von einer irrwitzigen Verkehrs- und Baupolitik zerstört, einfach nur hässlich! Warum ein Monumentalwerk der deutschen Film- und Fernsehgeschichte ausgerechnet an so einem Un-Ort spielt, ist einem banalen Umstand geschuldet: Die Filmemacher Deltef Gumm und Hans-Georg Ullrich haben hier ihr Filmbüro. An die 100 Dokumentarfilme sind seit den 1970er Jahren aus der Hand der beiden Regisseure entstanden, doch in keinem steckt so viel Herzblut, Engagement, Geduld und Feinfühligkeit wie in „Berlin – Ecke Bundesplatz“.
Die Idee das Leben ganz normaler „kleiner“ Leute zu filmen entstand in einer Zeit als das bundesdeutsche Fernsehen sich zu kommerzialisieren begann und ein Privatsender nach dem anderen entstand. 1985 war es die mutige Entscheidung vom WDR ein solchen Projekt zu unterstützen. Man wollte ein Dokument schaffen, das späteren Generationen zeigt, wie Menschen am Ende des 20. Jahrhunderts leben – ihre Werte, Glücksvorstellungen, ihre Sorgen, Nöte und Freuden. Zunächst war geplant die circa 30 Protagonisten bis zur Jahrtausendwende zu begleiten, doch es gab so viel positive Rückmeldung, dass das Projekt bis 2012 fortgesetzt wurde.
Passend zur BERLINALE sind die letzten vier Filme fertig geworden. Sie erzählen von einem, der Jockey werden möchte und dann „nur“ kleine Brötchen backt, von einem Bodybuilder, der statt Schauspieler in Hollywood zu werden heute im Osten als Bezirksschornsteinmeister arbeitet, von einem Staranwalt, der im Knast landet und von einer ganz normalen Kleinfamilie, mit ihren Sorgen und Nöten. All dies wird mit großer Sorgfalt erzählt, ohne besserwisserische Kommentierung, laute Musik oder schnelle Schnitte. Dabei fängt man als Zuschauer unwillkürlich an über sein eigenes Leben nachzudenken. Wunsch und Wirklichkeit, wie geht das zusammen? So ist BERLIN – ECKE BUNDESPLATZ nicht nur ein filmisches Soziogramm, ein Panoptikum Berliner Lebens um die Ecke, sondern auch eine Reise ins eigene Leben. Zum Rest des Beitrags »
ShareYoko Ono wird 80
von Simone Meier+ in Gesellschaft, Leben am 16. Februar 2013
Unglaublich, aber wahr: Yoko Ono wird 80. Wir hatten das Vergnügen, die Künstlerin und ihr Werk zwei Tage lang zu erleben.
Die Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main ehrt Yoko Ono mit der großen Retrospektive „Half-a-Wind Show“
Manche Fragen kann auch Yoko Ono nicht beantworten. Etwa diese, gestellt von einem derangierten John-Lennon-Double: n«Ich grüsse Sie von John Lennon, und ich will wissen: Hatte Hiroshima einen Einfluss auf Ihre Kunst, und was ist Ihr Lieblingsgrüntee?» Eine Frau fragt: «Wie haben Sie John kennen gelernt?» – «Oh, John und ich lernten uns durch Zufall kennen. Aber vielleicht auch nicht.» Gibt es für Yoko Ono eigentlich ein Leben ohne John Lennon nach John Lennon? Ein anderer Mann, er dürfte auf die 70 zugehen, tritt vor: «Ich habe keine Frage, ich will nur eins: Touch me!» Sie berührt ihn. Am Mittwochabend, in einem Raum des Frankfurter Dominikanerklosters, der die Ambiance eines seit Jahren ungelüfteten Kirchgemeindehaussaals versprüht.
Eine Stunde lang erlebt man hier die lebendige Welt der Yoko Ono, nicht die ausgestellte, musealisierte. Und darin liegt ja auch der Kern ihrer Kunst, in der Performance, die einbindet und verbindet, und Letzteres ist exakt so gemeint, denn der Abend geht los mit einem Verbandsstück, mit «Sky Piece to Jesus Christ», uraufgeführt 1965 in New York.«Jesus Christ», also JC, steht für den andern John, John Cage, den guten Freund und künstlerischen Weggefährten, mit dem Yoko Ono viele Kämpfe auszufechten hatte, weil er sie für allzu selbstständig und egoistisch hielt, gerade für eine Frau, gerade für eine Asiatin. «Als ich ‹Sky Piece› machte, war ich zynisch unterwegs, so ‹hahahahaha!›», erläutert sie nach der Performance. Und ja, es liegt ein gewisser Zynismus in dieser Arbeit, denn die zehn Musiker der Jungen Deutschen Philharmonie werden während eines hübschen kammermusikalischen Vortrags von acht weiteren jungen Menschen in Gazeverbände eingepackt. Sie und ihre Instrumente verschwinden langsam, was zu Beginn noch deutlich war, klingt am Ende stumpf und falsch, die Sehenden sind erblindet, die schwarze Konzertgarderobe ist jetzt weiss, greise Mumien sitzen da, und die Sturheit, mit der sie weitermusizieren, erntet nur eins: anschwellendes Gelächter.
Yoko ist nicht am Telefon
Wenn Yoko Ono spricht, mit dieser warmen, melodischen, heiteren Stimme, mit dem perfekt schräg gesetzten Hut auf dem Kopf und der Sonnenbrille vor den Augen, möchte man, dass sie nicht mehr damit aufhört. Auch wenn kein Mensch weiss, wo bei ihr die Grenze zwischen Weisheit und Wahnsinn verläuft. Doch jetzt spricht sie nicht nur, nein, sie greift auch noch zum Pinsel und macht zweieinhalb Minuten lang Action-Painting. Schreibt in japanischen Zeichen, die so gross sind wie sie selbst, etwas auf eine weisse Wand hinter der Bühne. Die Grundlage dafür, erklärt sie, sei ein japanischer Mythos, ein Krieger, der sieben Leiden und acht Sorgen auf sich genommen habe, um sein Land zu retten. So sei sie sich vorgekommen nach Johns Tod, und da habe sie einfach beschlossen, all dies in positive Wünsche und positive Energie umzuwandeln, und auf der Wand würde jetzt stehen, dass sie sich das für uns alle auch wünsche. Zum Rest des Beitrags »
Share„Ein gewisser Nervfaktor ist unbestreitbar“ (im Gespräch: Gerhard Henschel und Wenzel Storch)
Im Gespräch über ihre Arno-Schmidt-Lektüreerfahrungen spielen die Autoren Gerhard Henschel und Wenzel Storch guter Bulle, böser Bulle
Wenzel Storch: Wer war Arno Schmidt eigentlich? Jörg Schröder nannte ihn eine „graue Maus“, Peter Hacks einen „an Bargfeld geschmiedeten Prometheus“, und du hast mal behauptet, er sei „bescheuert gewesen“. Das paßt zu dem, was Hermann L. Gremliza über Peter Hacks sagt: Er hatte „einen beträchtlichen Knall“. Graue Maus, Prometheus und Knalltüte: Wäre Arno Schmidt da nicht – mal angenommen, er wär` so alt wie Ernst Jünger geworden – ein toller Gast für eure Veranstaltungsreihe, den Toten Salon?
Gerhard Henschel: Wir hatten immerhin einmal den Secretär der Arno-Schmidt-Stiftung, Bernd Rauschenbach, bei einer Schmidt-Revue im Toten Salon zu Gast. Dabei spielten wir auszugsweise auch ein historisches Fernsehinterview ein, und es gab einen Riesenlacher, als der Interviewer eine besonders närrische Frage stellte und man Schmidt währenddessen mißbilligend eine Augenbraue anheben sah. Das konnte er – eine Augenbraue anheben wie eine Keule. Schmidt hatte durchaus Entertainerqualitäten, auch wenn er in seinem Heidehaus wahrscheinlich besser aufgehoben war als auf einer Lesebühne.
Vor einem Vierteljahrhundert hat sich Eckhard Henscheid in den Sudelblättern pro und contra Schmidt geäußert: „Insgesamt mag er, Arno Schmidt, ja eine nicht unpfiffige Existenz abgewickelt haben. Groß war er fraglos als Mondbeschreiber und Landschaftsbenenner – am einfältigsten aber dachte und operierte er da, wo er sich am dicksten wähnte (oder u. U. auch nur so tat, um den Mythos zu schüren): in den logisch-mathematischen Teilen seiner Welt. Was ein elend verräterischer, durch keine Selbstironie gemilderter Unfug, sich mit ca. 450 ‚guten’ Lesern zu bescheiden, ja sie sich zu wünschen, die dritte Wurzel aus der Population des muttersprachlichen Landes! Er, der von jungen Jahren an, nachlesbar, nichts heißer ersehnte als möglichst den Nobelpreis, er, der anderswo von ihn lesenden Nachwelten wachträumte, weit über den Untergang der buchfähigen Spezies hinaus – nein, die Fixidee 450 ist weder lustige Marotte noch die verständliche Notwehr dessen, der ja tatsächlich lange Zeit kaum je über 450 Leser pro Buch hinauskam; sondern einfach apriorisch beleidigte Leberwurst hoch drei.“ Mir leuchtet das ein.
Wenzel Storch: Ich hab auch immer so getan, als ob ich was von Mathe verstehe – natürlich nur, damit mich der Lehrer nicht drannimmt. Jahrelang ein schlaues Gesicht gemacht, und im Zeugnis dann ‘ne Vier minus kassiert. Wer Arno Schmidt als Schulmeister erleben will – der er fast mal geworden wäre, 1955 stellte ihm die Hochschule für Gestaltung in Ulm eine Dozentenstelle in Aussicht –, sollte sich den zweiten Supplemente-Band der Bargfelder Ausgabe besorgen. Auf der dazugehörigen DVD findet sich nicht nur der Augenbrauenfilm, sondern auch eine kleine Poetikvorlesung. Wie Schmidt da mit Hilfe eines großen Stücks Pappe, das die Tafel ersetzen soll, dem NDR-Reporter seine Interpunktion und Orthographie erklärt, ist zum Schießen. Das Ganze – natürlich hört seine Prosatheorie auf den Namen Berechnungen I-III – wirkt wie ein Stück von Loriot.
Übrigens finde ich nicht, daß Schmidt nur ein großer Landschaftsbenenner ist. Er ist überhaupt ein guter Benenner, besonders im Spätwerk, auch wenn er vieles aus Atlanten und Wörterbüchern hat. Da heißen die Ortschaften Geckenholz und Querlequitsch, die Poeten Halicacabum, die Schnecken Ütl, die Hippiepärchen Arnillo und Popolina. Gut gefällt mir auch der reiche Bauer, der sein Haus, seiner vier Töchter wegen, „Zu den 8 Arschbakken“ nennt – wär` übrigens auch ein hübscher Kneipenname. Meine drei Lieblingskneipen in der Literatur heißen Des Teufels Zahnbürste, Zum gekrönten Radieschen und Das Gasthaus zum roten Lappen. Das letzte wirst du wahrscheinlich kennen, „Das Gasthaus zum roten Lappen“ ist der Titel einer Fernsehserie, die Walter Kempowski mal dem WDR andrehen wollte. Zum Rest des Beitrags »
ShareReisewelten: Papua-Neuguinea (1)
von Michael Scholten+ in Gesellschaft, Leben am 4. Februar 2013
Freitag, 24. August 2007
Flughafen Brisbane und Port Moresby
Ich verschlafe das Frühstück an Bord der Singapore-Airlines-Maschine und werde erst beim Landeanflug auf Brisbane wieder wach. Vier Stunden muss ich in Australien verbringen, um von dort aus weiter nach Papua-Neuguinea zu fliegen. Weil ich weder in den Reisebüros in Singapur noch per Internet Touren oder Hotels für meine nächste Etappe buchen konnte, will ich den kurzen Aufenthalt in Brisbane nutzen, um ein Reisebüro aufzusuchen. Dafür muss ich aber den Sicherheitsbereich des Flughafens verlassen, was ich eh vorhabe, weil ich draußen am Check-in-Schalter von Air Niugini meine Bordkarte nach Port Moresby holen muss. Also stelle ich mich schlaftrunken in die lange Schlange an der Passkontrolle. Als ich drankomme, gibt es ein Problem. Zum Rest des Beitrags »
ShareBarbara Vinken zum Anti-Homo-Ehe-Protest
von Ines Kappert+ in Gesellschaft, Leben am 28. Januar 2013
Adoption für alle
Die Proteste in Frankreich sind nicht nur reaktionär, sie haben auch bedenkenswerte Elemente, sagt die feministische Romanistin Barbara Vinken.
taz: Frau Vinken, in Frankreich protestieren Hunderttausende gegen die Einführung der Homo-Ehe. Verläuft hier eine zentrale Frontlinie zwischen Konservativen und Liberalen?
Barbara Vinken: Bei den französischen Protesten gegen die „Ehe für alle“ stehen nicht Liberale gegen Konservative. Es handelt sich eher um eine Regenbogenkoalition. Die Trennlinie verläuft durch alle Lager: liberal – konservativ, heterosexuell – homosexuell, jung – alt, säkular – religiös. Ausnahmsweise sind sich die Religionen von den Juden über die Katholiken bis zu den Muslimen in der Ablehnung der Homosexuellenehe einig. Zum Rest des Beitrags »
ShareDer Musiker, Komponist und Multimedia-Künstler Alfred Harth über seine Begegnungen mit Jürgen Ploog und die Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller und Publizisten
von Alfred Harth+ in Gesellschaft, Leben am 23. Januar 2013
23 Connection
Im Zuge einer diskordianischen Individuation treffe ich auf Jürgen Ploogs alternative Literaturzeitschrift "Gasolin 23", die er in den Jahren 1973 - 1986 zusammen mit Carl Weissner & Jörg Fauser editierte. Schliesslich ist es wohl Wolfgang Rüger, Herausgeber von Bitter Lemon/Paria-Verlag, der mir empfiehlt, Jürgen Ploog einfach mal im Frankfurter Westend anzurufen.
Wikipedia schreibt über Jürgen Ploog: "Sein schriftstellerisches Werk steht ganz im Zeichen der von Brion Gysin „entdeckten“ und von William S. Burroughs weiterentwickelten Cut-up-Technik. Sie dient Ploog als adäquates Ausdrucksmittel für seinen Lebensrhythmus als Langstreckenpilot. Die konstanten Ortswechsel, das verschobene Zeitkontinuum, die Desorientierung und die ständigen Déjà-vus Leben erzeugen dieses Cut-up-Gefühl."
Ein paar Tage später sitze ich bei ihm in einer modernen Wohnung mit Blick auf die zum Greifen nahe Frankfurter Skyline. Seine enorme Ausstrahlung im Autopilot-Modus beruhigt mich wie einen flüchtigen Passagier, der unter Flugangst leidet. Ich genieße die extrem lockere Gesprächsatmosphäre. Ploog, ein offensichtlich ganz außergewöhnlicher Gentleman, lädt mich sanft ins Auf und Ab seiner period kosmopolitischen Gleitflüge in andere Wahrnehmungszonen ein. Zum Rest des Beitrags »
ShareFragmente aus Sarajevo vor der Kulisse des dortigen Filmfestivals
von @getidan+ in Gesellschaft, Leben am 23. Januar 2013
Die Stadt, der Müll und der rote Teppich
Ein bosnisch-deutsches Gemeinschaftswerk von Irma Duraković, Vahidin Preljević und Georg Seeßlen
Red Carpet
Acht Tage liegt vor dem Eingang des Nationaltheaters, dem Epizentrum des Sarajevo Film Festivals, ein ausgewaschener, orangefarbener Teppich. Die Schritte buntgekleideter Celebrity, von jubelnden Fans und knipsenden Journalisten empfangen, überdecken seine Blässe. Gegenüber am Theater erklingt aus einem der vielen gutbesuchten Cafés eine melancholische Stimme: „Es wird wohl am Licht oder an der Perspektive liegen, nicht an mir. Jedenfalls ist es komisch, daß auf meinem Bildschirm der Teppich immer in einer knallroten Farbe erscheint.“ Die Illusion, zeigt der ausgewaschene Festivalteppich, spielt sich nicht nur in den Kinosälen ab, sondern auch unter dem offenen Himmel. Und gerade dieses Illusionsspiel, sagt der Melancholiker, zieht unzählige Touristen nach Sarajevo. Denn obwohl der „rote“ Teppich mit seiner in diesem Jahr gefeierten Volljährigkeit weiterhin blass bleibt – vielleicht, weil es als Symbol des Erwachsenseins verstanden werden will -, gewinnt Sarajevo eine farbenfrohe Dekoration abseits des Epizentrums. I. D.
Historija, povijest, priča
Wie umgehen mit einer Geschichte, mit der man nicht im geringsten fertig werden kann? Was kann man erzählen, zeigen, sortieren, erklären? Was muß man vergessen, verbergen, verschweigen, maskieren? Man sieht in Sarajewo nicht nur dem Übermalen, Überbauen und Überplanen zu, diese furchtbare Gleichzeitigkeit von Verwundungen, Zerstörungen und kapitalistischer Obszönität, Einschußloch und Bank-Signet, an die man sich bei der Wiederkehr gewöhnt, sondern auch dem Zerfallen der Geschichte. Die Geschichten passen nicht mehr zusammen, nicht einmal zwei bis drei sind noch in einen Film zu bringen, zum Beispiel. Der Zerfall hat nicht aufgehört, weil es schon wieder so viele Menschen gibt, die den Krieg nicht mehr erlebt haben, er hat nur die Form gewechselt. Zum Rest des Beitrags »
ShareSingapur (2)
von Michael Scholten+ in Gesellschaft, Leben am 22. Januar 2013
Dienstag, 21. August 2007
Singapur
Weil mein Hotel Asphodel Inn an der Race Course Road in Little India liegt, beginnen Lu Zhe und ich die Sightseeingtour heute direkt vor meiner Haustür. Der Sri Perumal Tempel bietet Tausende von filigran gebauten und bemalten Figuren, jede Säule ist mit Tänzerinnen und Göttinnen bestückt. Ich kann nur erahnen, welche Stimmung in diesem Viertel herrscht, wenn hier einmal im Jahr das Thaipusam-Festival gefeiert wird und sich die Männer Hunderte von Spießen und Haken in die nackte Haut und die Zunge bohren. Zum Rest des Beitrags »
ShareReisewelten: Singapur (1)
von Michael Scholten+ in Gesellschaft, Leben am 6. Januar 2013

Dank seiner riesigen Leuchtbuchstaben ist das Singapore Visitors Center beim besten Willen nicht zu übersehen.
Sonntag, 19. August 2007
Singapur
Im Ankunftsbereich des Flughafens von Singapur erwartet mich Lu Zhe. Sie ist Chinesin, hat in Deutschland studiert und im ersten Halbjahr 2006 in Hamburg gearbeitet. Dort wurden wir miteinander bekannt gemacht, weil Lu Zhe die beste Freundin der Schwägerin des besten Freundes meines Bruders ist. Seit Sommer 2006 arbeitet sie in Singapur für ein Hamburger Unternehmen, das verstärkt auf dem asiatischen Markt Solarenergieanlagen verkaufen will.
Lu Zhe spendiert mir das Taxi zum Hotel. Weil das kleine Singapur einen zentral gelegenen internationalen Flughafen besitzt, kostet die Fahrt etwas weniger als 20 Singapur-Dollar, also circa zehn Euro. Mein per Internet gebuchtes Hotel Asphodel Inn liegt in Little India, umgeben von indischen Tempeln und Läden. Zum Rest des Beitrags »
ShareEs kinot, es fernseht, es liest
von Florian Schwebel+ in Gesellschaft, Leben am 2. Januar 2013
Hobbits sind wie Vivaldi
Wir schauen nicht richtig hin, wir hören nicht richtig zu, und wer könnte es uns verübeln? Der erste Teil des „Hobbits“ läuft, und nun sind die Kunstrezeptionsformen der letzten 200 Jahre wirklich hinüber, und nicht auf eine Art, wie sie sich Avantgardisten erträumt haben. Zum Rest des Beitrags »
ShareThunderbirds-Erfinder Gerry Anderson gestorben
von Michael Scholten+ in Gesellschaft, Leben am 27. Dezember 2012
5, 4, 3, 2, 1! Thunderbirds are go! Diese Einleitung der Science-Fiction-Puppenserie Thunderbirds ließ seit 1966 die Herzen der Zuschauer höher schlagen. Ihr Erfinder, der britische Fernsehproduzent Gerry Anderson, ist am 26. Dezember im Alter von 83 Jahren gestorben. Wolf Jahnke und Michael Scholten, Autoren des Buches „Die 199 besten Actionfilme und-serien“ (Schüren-Verlag) erinnern auf Getidan an Andersons unvergleichlichen Fernsehklassiker.

Gerry Anderson at the Odeon Covent Garden, London, UK. signing DVD's of his productions. (REVUpminster 2009)
Das Jahr 2065: Auf einer Südseeinsel liegt die Basis des Internationalen Rettungsdienstes. Sobald der Riesensatellit eine Gefahr meldet, schwärmt der Milliardär und Ex-Astronaut Jeff Tracy mit seinen fünf Söhnen in futuristischen Maschinen aus, um das Problem zu beheben.
Im Hangar der Marionetten-Familie Tracy stehen fliegende, tauchende und fahrende Maschinen mit Namen wie Fireflash, Helijet, Monorail, Crablogger, Roadlayer, Sidewinder, Skyship One und Zero X. Der britische Produzent Gerry Anderson hatte die Idee, als er 1963 Bilder vom Grubenunglück im deutschen Lengede sah. Die Rettungskräfte mussten große Gerätschaften auffahren, um die letzten elf verschütteten Kumpel bergen zu können. Im Mittelpunkt des Marionetten-Abenteuers, das in Großbritannien noch heute so bekannt ist wie die Augsburger Puppenkiste in Deutschland, steht ein Vater-Söhne-Team, das von den Cartwrights aus Bonanza inspiriert wurde. Zum Rest des Beitrags »
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