Hohle Worte

Leute. Man muss es ja nicht mögen. Und ihn auch nicht. Aber doch nicht so.

„Wie hirnbefreit muss man denn sein, um für die hohlen Worte eines Fundamentalistenführers auch noch Geld zu bezahlen?“

„Hier wird mal wieder ein Furz losgelassen, obwohl das Popsloch für den ablassenden Wind gar nicht groß genug ist.“

„Auf der Toilette des Übernachtungshotels bitte nicht die Probenröhrchen vergessen: So schnell kommt man nie wieder zu Heiligem Stuhl.“

„Der Eichsfelder Katholenmüll.“

„Dieser ganze Papsthype zeigt eigentlich nur: Thüringen ist ganz schön verblödet.“

„Ihnen ist aber schon klar, dass dieser Humbug am meisten auftritt, wo die Bevölkerung am wenigstens gebildet ist.“

Sie werden es bemerkt haben: Diese Thüringer Wortmeldungen im Internet stehen nicht eben für einen sonderlich hohen Bildungsgrad im Lande. Und für andere Werte, sagen wir: Respekt auch nicht. Wofür diese Polemiken gegen den Besuch des Papstes stehen, das ist ein Mangel an Diskussionskultur. Wer so etwas schreiben und veröffentlichen kann ohne Scham zu empfinden, der soll sich nicht erregen über die Demagogie der DDR und die Intoleranz anderer.

Und, Leute, erregt euch nicht, wenn nächstens mal wieder einer aus dem Westen über das Demokratieverständnis des Ostens redet. Ihr liefert ihm doch die Argumente.

Henryk Goldberg (Thüringer Allgemeine, 9.06.2011)


Bild: Tiara

This image comes from the 4th edition of Meyers Konversationslexikon (1885–90). The copyrights have expired and this image is in the public domain.

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