Angesagt und abgesagt: Das ist Thüringen

Brooklyn Bridge, Bratwurst, Klöße und braune Brühe 

 

MELDUNG: Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) hat die Image-Werbekampagne “Das ist Thüringen” (Etat zwei Millionen Euro) abgesagt. Grund dafür sind die mutmaßlichen Taten einer rechtsextremistischen Terrorzelle. mehr lesen taz

 

KOMMENTAR: Eigentlich ist es gut gelaufen. Wenigstens für den Thüringer Wirtschaftsminister und seine Imagekampagne: Nun hat er einen Grund, sie abzuschalten.

Nun könnte man die Bilder dieser Kampagne ja ergänzen um ein paar aktuelle Motive. Schläfrige Schlapphüte bei der Observierung von Neonazis. Hellwache Schlapphüte bei der Observierung von linken Parlamentsabgeordneten. Anders als bei der Brooklyn-Bridge, anders als beim Airbus würde jetzt wohl jeder verstehen, was gemeint ist.

Und genau das offenbart die Crux dieser Imagewerbung. Eine solche Kampagne, die nicht ein konkretes touristisches Produkt – also Orte oder Gegenden – bewerben, sondern die Wahrnehmung eines ganzen Landes verändern will, benötigt Jahre. Weimar, Thüringer Wald, Wintersport, Bratwurst – das sind die Begriffe, an denen sich die Wahrnehmung Thüringens festmacht. Die Brücke in New York, also innovative Ingenieurskunst, der Airbus, also Hightech, das ist nur eine andere Präsentation der angeblich abgeschafften „Denkfabrik“. Um einen solchen Imagewandel durchzusetzen, wenn es überhaupt geht, benötigt man viele Jahre und noch mehr Millionen.

Wer Thüringen wirksam vermarkten will, der muss bewerben, was das Land auszeichnet vor anderen. Vermutlich weiß das auch der dynamische Wirtschaftsminister. Und deshalb ist es gut gelaufen für ihn.

Henryk Goldberg, Thüringer Allgemeine 18.11.2011

 

Nachtrag

 

Und auch “Das ist Thüringen”

Werbung 1:

Der Imagefilm “Thüringen. Ein Raum für Ideen” zeigt in fünf Episoden exemplarisch das Leben im Herzen Deutschlands. Der Clip ist Teil der Thüringen-Kampagne “Willkommen in der Denkfabrik” und wurde von der Ostlicht-Filmproduktion, einer Ausgründung aus der Bauhaus-Univeristät-Weimar, produziert. (you tube)

 

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