Vom Iran an den Rhein – Der Karikaturist Behrouz Ramazan

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Behrouz Ramazan hat eine große Leidenschaft: Fußball. Früher kickte der junge Kurde aus dem Iran als Mittelfeldspieler oder rechter Außenverteidiger in der Jugendnationalmannschaft seiner Heimat. Doch seit der 20-jährige Künstler aus der Islamischen Republik geflohen ist und in der niederrheinischen Kleinstadt Rees lebt, schlägt sein Herz vor allem für die deutsche Nationalmannschaft.

 

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Erinnerungen an die WM 2014

 

Und weil er ein begeisterter Karikaturist ist, kommentierte er während der Fußball-WM in Brasilien auch jeden Sieg des neuen Weltmeisters mit einer Zeichnung, die er unter dem Namen Behrouz Rkd bei Facebook hochlud.

Die erste Hälfte der Weltmeisterschaft hatte Behrouz Ramazan noch im Asylbewerberheim gesehen, in dem er fast 19 Monate lang lebte. Seit dem 1. Juli hat er nun eine eigene Wohnung in der Reeser Innenstadt. Er ist als politischer Flüchtling anerkannt worden und besitzt für mindestens drei Jahre einen deutschen Pass. Den iranischen Pass hat er ebenfalls, aber in das Land seiner Eltern kann er nach eigenen Angaben nicht mehr zurück. Seine Familie habe schon Besuch von der Polizei bekommen, weil die Regierung Anstoß an den regimekritischen Karikaturen nahm, die Behrouz Ramazan in einem iranischen Magazin veröffentlicht hatte. Darin war zum Beispiel zu sehen, wie Ali Khamenei, politischer und religiöser Führer des schiitischen Iran, einen explosiven Cocktail mischt.
Zu seinen Eltern und Geschwistern in Kermanshah hält Behrouz Ramazan per Telefon und Internet Kontakt, parallel lernt er intensiv Deutsch und hofft auf Arbeitsmöglichkeiten als Karikaturist oder Graphiker. Beim SV Rees bolzt er mehrmals wöchentlich auf dem Fußballplatz und verstärkt die 2. Mannschaft. Doch nebenbei sitzt er immer wieder am Computer und zeichnet mit Hilfe der Software „MyPaint“, was ihn und die Welt gerade bewegt – immerhin warten Facebook-Freunde in Deutschland, im Iran, in Österreich und sogar in Mexiko auf seine neuesten Einträge.

Die Gesichts- und Charakterzüge der Nationalspieler, die am 3. September beim Freundschaftsspiel in Düsseldorf erneut auf ihren Finalgegner Argentinien treffen, kennt er schon aus dem Eff-Eff. Doch Behrouz Ramazan möchte verstärkt auch die deutsche Politik mit spitzer Feder kommentieren und studiert daher eifrig die „Tagesschau“ und das „heute journal“.

getidan.de wird in Zukunft regelmäßig Karikaturen des jungen Iraners präsentieren.

Michael Scholten

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