Underdogs (Jan Hinrik Drevs)

Jungs

Dieser Film, das ist die Leistung des Regisseurs Jan Hinrik Drevs, ist kein Sozialkitsch. Sechs Häftlinge sollen Welpen zu Blindenhunden ausbilden, und alle machen mit. Bis auf Mosk. Mosk hat einen Mann getötet und er will die Knastmeisterschaft im Gewichtheben gewinnen, Männerknast, Männerspiele.

Gewiss, da ist keine Entwicklung, die Figur des rauhen Mannes mit dem berührbaren Herzen ist überhaupt mehr behauptet als entwickelt. Und bleibt dennoch glaubwürdig. Thomas Sarbacher spielt den verschlossenen Mann ohne diese Rauhe-Schale-weiches-Herz-Attitüde, er ist unaufwendig präsent, und da er die Figur nicht überanstrengt, erhält er ihre Glaubwürdigkeit.

Ingo Naujoks, Hark Bohm, alle sehenswert. Drevs kann glaubwürdig Atmosphäre erzählen, der Knast wird zum zusätzlichen Erzähler. Tiere, auch das erzählt dieser Film, kennen keine Akten und keine Vorstrafen. Vielleicht, dass sie deshalb so geeignet sind für eine Therapie: Sie müssen Vorurteile nicht bekämpfen, sie kennen sie nicht einmal.

Text: Henryk Goldberg

Bild: farbfilm

Underdogs (D 2007)

Regie: Jan Hinrik Drevs

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