Intensiv

Mögen wäre das falsche Wort. Man kann diesen Film nicht mögen. Man kann noch nicht einmal seine beide Hauptfiguren mögen, da man nichts weiß über sie, man kann sie, Rumänien 1987, nur bedauern. Man kann aber beinahe vergessen, dass dies ein Film ist. Beinahe vergessen, dass man nicht in diesem Hotelzimmer ist: „Auf keinen Fall dürft ihr den Fötus in die Toilette werfen, sonst gibt’s ’ne Verstopfung“.Irgendwo tief im Inneren dieses Filmes gibt es ein Geheimnis. Denn er ist ästhetisch so karg, so frei von jeglichem kulturellen Code, so frei von jedem Ehrgeiz der Kamera, so frei von allem, was Film ausmacht, dass sich die Frage stellt, ob das nicht beinahe jeder gekonnt hätte, er müsste es nur denken können, so wie der Ruhm des schwarzen Quadrates den Gedanken meint und nicht das Handwerk. Cristian Mungiu kann auf scheinbar kunstlose Art, das Höchste nahe bringen, was Kunst vermag: den Menschen.

Text: Henryk Goldberg

Bild: Concorde Film

4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage (RO 2007)

Regie: Cristian Mungiu

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