Das Leben des David Galle (Alan Parker)

Moral vom Reißbrett

Einmal, es ist ein schöner Morgen, da sitzt David Gale in einem fremden Garten auf einer fremden Schaukel, neben sich das Stofftier, das ihm sein Sohn einst schenkte, ehe er ihn verlassen musste. Es ist der Morgen jenes Tages, von dem es heißen wird, David Gale habe eine Frau ermordet. Wir werden am Ende diesem Stofftier wieder begegnen und diese Szene erinnern. Wir werden dann auch diese Szene erinnern und wissen, dass dieses entspannte Schaukeln eine Haltung war und die Szene auch in ihrer Emotionalität verstehen. Aber es ist zu spät, Das Leben des David Gale ist vorbei.

Alan Parkers Plädoyer gegen die Todesstrafe ist ein durchaus spannender Film, aber er ist kein Film, der den Zuschauer beteiligt über den Thrill hinaus. Dafür ist das Drehbuch zu konstruiert, wie am Reißbrett gefertigt. Der Philosophieprofessor Gale (Kevin Spacey), ein Aktivist gegen die Todesstrafe, sitzt selbst in der Todeszelle und eine Journalistin (sehr intensiv: Kate Winslet) hat vier Tage Zeit, seine Unschuld zu beweisen. Spacey erzählt seine Geschichte mit großer Ruhe, in den Rückblenden chargiert er auf hohem Niveau. Das erschwert die emotioanale Anteilnahme so wie der Umstand, dass das System irren kann, die grundsätzliche Diskussion der Todesstrafe zu tief ansetzt. Eine unberührende Unterhaltung, mehr nicht.

Autor: Henryk Goldberg

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