Das Ende einer Affäre (Neil Jordan)

Im Ethikseminar

„Und wenn er’s gehört hat?“ fragt Maurice, da liegt er mit Henrys Frau in Henrys Haus und sie hat Geräusche gemacht dabei. „Er würde das Geräusch nicht erkennen.“ entgegnet Sarah. So scheinen alle Voraussetzungen des Glückes gegeben, doch da ist noch ein anderer im Spiel, er heißt Gott.

Neil Jordan  hat sich hier mit Graham Greene versucht. Die Liaison mit einer verheirateten Frau, begünstigt durch die deutschen Bombenangriffe des Weltkrieges. Doch dann gibt sie Gott ein Versprechen.

Die Frage, ob ein Gott gegebenes Verspechen zu halten sei, ist so wenig diskussionsfähig wie die Differenz zwischen dem historischen und dem spirituellen Jesus. Aber ungeachtet der Akzeptanz religiöser Werte schafft Neil Jordan nicht den Anflug einer emotionalen Anteilnahme. Das ist, befördert durch den ständigen Rhythmuswechsel, eine Art von Versuchsanordnung, betreffend die Ethik des Katholizismus. Es ist ständig duster und es regnet, das ist Jordans Beitrag zur Atmosphäre. Die interessanteste Gestalt ist ein Privatdedektiv am Rand der Geschichte und dass Julianne Moore, deren Gesicht die Großaufnahme aushält, eine Oscarnominierung erhielt, hilft dem Film auch nicht auf. Er leidet, wie seine Heldin, an einer Art von Schwindsucht. Am Ende erfahren wir noch ein Wunder, aber das wundert schon nicht mehr. Es ist nur albern.

Text: Henryk Goldberg

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