Thor (Kenneth Branagh)

Erlösungsmythen haben Konjunktur, auch und gerade im Kino. Der Brite Kenneth Branagh bietet da genau das Richtige. Er nähert sich Thor, dem Donnergott der Skandinavier. Naja, dachte ich vorab, und war skeptisch. Doch, siehe da: ein originelles Kino-Abenteuer.

Die Figur des Thor gehört seit knapp einem halben Jahrhundert zu den Helden der Marvel-Comic-Hefte in den USA. Nun also, Marvel mischt seit langem erfolgreich in vielen bereichen, auch im Kino, mit und nun darf auch Thor auf die Leinwand. Da macht er sich gut. Denn es bleibt nicht bei oberflächlichem Krachen. Die Mär von der Macht der Mythen zeigt durchaus Anspruch. Der resultiert daraus, dass Thor nicht als Edler ohne Fehl und Tadel gezeigt wird, sondern als arroganter Machotyp, der erst mal auf die Schnauze fallen muss, ehe er wirklich zu Großem fähig ist. Genau das garantiert einen hohen Unterhaltungsfaktor. Kenneth Branagh, als Schauspieler und als Regisseur ein Shakespeare-Experte, lässt die Puppen lustvoll tanzen – und offenbart in den Episoden um Götter, die am Menschlich-Allzu-Menschlichen leiden, einiges an philosophischen Gedankengängen. In den Sinn kommt einem zum Beispiel die Ohnmacht der Menschen angesichts der unmenschlichen Arroganz der Mächtigen dieser Welt, eine Arroganz, die etwas so Furchtbares wie Tschernobyl und Fukushima zu verantworten hat. – Wann hat man schon derartige Assoziationen bei einem Action-Spektakel?!

Die Story verschlägt Thor auf die Erde. Und hier wird dann nach Herzenslust gemetzelt und gemordet. Das ist so amüsant, durchaus, wie schon angedeutet, gedankenreich, das ist auch komisch, und rätselhaft – und das ist tatsächlich anziehend. Charme und Humor der Inszenierung sorgen dafür. Und ein besonderer Umstand: Thor ist seit längerem der erste Kino-Held ohne Psycho-Knacks. Das ist wohltuend, auch wenn wir alles wissen, dass Machogehabe reaktionär ist. Aber mitunter ist eine Prise davon einfach nur schön, zumal, wenn – wie hier – mit deutlichem Augenzwinkern serviert!

Peter Claus

Thor, Kenneth Branagh (USA 2011)

Bilder: Paramount Pictures

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Ein Gedanke zu „;Thor (Kenneth Branagh)

  1. weiss zwar nicht wo auf der Erde gemetzelt u. gemordet wurde, was mich aber interessiert seit wann Japaner und Menschen mit eindeutig dunkler Hautfarbe nach Asgard dürfen. Dachte, es wäre ein elitärer Club von Nordmännern. bzw. ich war auch positiv überrascht von Thor

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