Ein Typ wacht unter der gleißenden Sonne des Wilden Westens auf. Wer er ist, woher er kommt, wohin er will – er weiß es nicht. Andere halten sich für schlauer. Der Mann ohne Gedächtnis ist ein lang gesuchter Gangster. Also ab in den Käfig des Sheriffs. Da sitzt schon der blöde Sohn des Oberfieslings der Gegend, ein Rüpel schmutzigsten Wassers. Die zwei sollen ins nächstgrößte Gefängnis abtransportiert werden. Doch da greift der Himmel ein: Von dort aus nämlich greifen Aliens an. Und es sieht ganz danach aus, als stehe der Gangster, der ja vielleicht nur behauptet, von nichts und niemand eine Ahnung zu haben, irgendwie in Kontakt mit den Boten der Hölle. Kurz und logisch: Action ist angesagt.

Endlich mal eine originelle Idee: Außerirdische im Herzen des US-amerikanischen Mythos‘. Schräger geht’s kaum. Regisseur Jon Favreau hat mit Schmackes inszeniert, seine Stars – Harrison Ford, Daniel Craig und TV-Circe Olivia Wilde spielen fröhlich zum Ulk der etwas gehobenen Art auf. Ein runder Spaß.

Trotzdem meckert die Mehrzahl der Kritiker. Da wird Innovation eingeklagt, wo ein solider Regie-Handwerker gar keine bieten will, sondern nichts als unbeschwert amüsieren. Der Film löst ein, was er verspricht. Dazu betört er auch noch mit dem Charme guter alter Hollywood-Schinken, in denen Männer noch Kerle sein durften und Frauen Weiber. Wenn er das dann sogar in einer übersinnlich-durchgeknallten Szene knallhart ironisch bricht, kriegt der Film für Momente sogar ein besonderes Format.

Nein, keine Filmkunst, aber handfester Kintopp wird geboten. Wer sich locker, ohne ein Übermaß an Computertricks (klar, ein paar gibt’s) und vor allem ohne die modischen ausufernden Gewaltdarstellungen amüsieren möchte, sitzt im richtigen Film.

Peter Claus

Cowboys & Aliens, Jon Favreau (USA 2011)

Bilder: Paramount Pictures

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