Südamerika – Paradies oder Hölle? Der Film geht nach Bolivien. Da fällt die Antwort auf die Eingangsfrage zwiespältig aus. Südamerika ist so reich an Wasser wie kein zweiter Kontinent. Trotzdem herrscht in Bolivien Knappheit am Leben spendenden Nass. Der Grund: die Profitsucht von international arbeitenden Konzernen. Regisseurin Icíar Bollaín erzählt davon nun nicht in einem vordergründig die Missstände anklagenden Drama, sondern – sehr hintergründig – und genau deshalb überaus wirkungsvoll – in einer spannenden Geschichte um die komplizierten Dreharbeiten zu einem Film: Regisseur Sebastián (Gael García Bernal), Produzent Costa (Luis Tosar) und Team reisen nach Bolivien. Sie wollen einen Spielfilm über Columbus drehen, über dessen Gier nach Macht und Ruhm, nach Gold und Sklaven. Die Realität der Gegenwart „funkt“ unentwegt dazwischen. Hauptdarsteller Daniel (Juan Carlos Aduviri) zum Beispiel kämpft aktiv im so genannten bolivianischen Wasserkrieg wider die menschenverachtenden Methoden der Industrie. Da kann die Kunst nur nebensächlich sein – oder?

Iciar Bollain gelang ein packendes Polit-Drama, das auch unterhält. Sich mehr und mehr auf die Zwangslage des Schauspielers – zwischen gesellschaftlichem Engagement und Geldverdienen – konzentrierend, steigt die Spannung rasant an. Die  Entdeckung: der Hauptdarsteller, Juan Carlos Aduviri. Ein Mann mit Star-Potential. Vor allem er macht die Auseinandersetzung mit einer alles andere als glamourösen Wirklichkeit über das Glamour-Medium Film absolut sehenswert!

Peter Claus

Und dann der Regen, von Icíar Bollaín (Frankreich/ Mexiko/ Spanien 2010)

Bilder: Pfiffl

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