Regisseur Werner Herzog als Schauspieler. Das ist nicht neu. Doch Herzog als Fiesling vom Schlag eines James-Bond-Bösewichts – das ist von hohem Reiz. Der Regisseur von Kino-Klassikern wie „Fitzcarraldo“ (1982) tritt als „Zec“ auf, offenbar russisch-stämmiges Oberhaupt einer Verschwörung. Man darf es vorab verraten, der Spannung wird damit kein Abbruch getan. Herzog als Widerling ist einfach köstlich. Vollkommen stoisch sagt er seine Texte auf, die nicht gerade umfangreich sind. Er macht das mit der ihm eigenen Art, mit der er versucht, das Fast-Stottern und Dauernuscheln zu kaschieren. Mit Nichts an Aufwand erreicht er so eine hohe Wirkung. Um ihn herum wird effektsicher eine schön-absurde Krimihandlung abgespult. Und Tom Cruise darf als Testosteron-gesteuerter Supermann rummachen. Herzog als Ekel aber ist das A und O.

Peter Claus

Jack Reacher, von Christopher McQuarrie (USA 2012)

Bilder: Paramount

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