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„Geiz ist geil!“, war mal ein Konzern hierzulande – entsprechend der herrschenden Lebensmaxime „Gier ist gut!“ Die nimmt dieser Film nun auseinander. Doch, ach, bei aller Freude darüber, dass ein Unterhaltungsfilm mehr will als unterhalten, bleibt am Ende säuerliche Unzufriedenheit. Denn das von Ridley Scott inszenierte Drama um einen Anwalt (Michael Fassbender), dessen Geliebte (Penélope Cruz) und anderes Gesindel (Brad Pitt, Javier Bardem und counselor_320Cameron Diaz) will den Teufel mit dem Beelzebub austreiben: zuviel Show, zuviel Gewalt, zu oberflächlich. Cormac McCarthy hat das Drehbuch mit viel zu viel Effekthascherei vollgestopft, Regisseur Ridley Scott zu sehr die Elemente der Gewalt betont. Und das bei einer Story, die von A bis Z eine Konstruktion voller Klischees ist. Was langweilt. Da helfen auch die vielen aufgebrezelten Dialoge voller überbordenden Möchtegern-Philosophierens nichts. Michael Fassbender gibt den Fiesling überzeugend als arroganten Wicht. Doch er hat keine Chance, zum Sympathieträger zu werden oder zur Hassfigur. Als Zuschauer kann man sich ihm weder zuneigen noch an ihm reiben. So bleibt man im Kinosessel verloren. Alle neben ihm und um ihn herum sind gut, doch sie bleiben uninteressant, weil die von ihren verkörperten Figuren nie zu Charakteren werden, nur Typen bleiben. – Schon am Anfang ist klar: Profitgier kennt keine Moral, ist einfach nur menschenfeindlich. Das wird mit Hochglanzbrutalität illustriert. Warum es überhaupt Profitgier gibt, wird nicht gefragt. Bleibt einem als Zuschauer die Frage, warum es diesen Film gibt. Doch nicht etwa aus Profitgier?

Peter Claus

The Counselor, von Ridley Scott (USA/ England/ Spanien 2013)

Bilder: Fox

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