Genug gesagt (Nicole Holofcener)

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Eine Lovestory für Leute, die Lovestorys hassen. Denn hier wird derart leicht von Schwerstem erzählt, nämlich von all dem, was Liebe braucht, um bestehen zu können, dass einem wahrlich warm ums Herz wird.

Die Protagonisten sind keine Teenager. Eva (Julia Louis-Dreyfus) und Albert (James Gandolfini) haben einiges hinter sich, andere Beziehungen, Elternschaft, sind geprägt von Verlusten, Ängsten, Unsicherheiten. Sie lernen sich auf einer Party kennen, sind alles andere als füreinander geschaffen, doch verlieben sich ineinander. Himmel auf Erden? Mitnichten. Die Realität hat zu viele Ecken genug_320und Kanten. Da sind zum Beispiel die Geschichten, die andere erzählen, da sind Vorurteile, Hemmungen. Man ist gespannt, ob die Zwei beieinander bleiben.

Die leichte Geschichte, die hier und da etwas konstruiert anmutet, lebt in hohem Maße vom Charme der Hauptdarsteller, zu denen auch Catherine Keener als Alberts Ex-Frau gehört. Sie gestalten erwachsene Charaktere, die man gern in seinem Freundeskreis hätte, auch, um sich den einen oder anderen klugen Ratschlag fürs Leben zu holen. Der Clou: Regisseurin und Drehbuchautorin Nicole Holofcener hat das durchaus konventionelle Finale mit einer hinreißenden Überraschung aufgepeppt. Man verlässt das Kino nicht nur mit dem Wissen, wie wichtig Zahnfüllungen für die Liebe sind, sondern ebenso mit dem guten Gefühl, als Zuschauer ernst genommen zu werden.

Peter Claus

Genug gesagt, von Nicole Holofcener (USA 2013)

Bilder: Fox

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