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Über diesen Film lässt sich prachtvoll streiten. Auszeichnungen beim Münchner Filmfest im letzten und beim Saarbrücker Festival um den Max Ophüls Preis in diesem Jahr sprechen für den Film. Und noch einige mehr. Zum Beispiel die Hauptdarsteller: Lana Cooper und Franz Rogowski spielen mit herzerfrischender Leichtigkeit zwei Menschen, denen das Leben eher schwer fällt, die versuchen, sich aneinander festzuhalten, die lovesteaks_320jedoch nicht wissen, wie mit den Wünsche, Sehnsüchten, Ängsten und vor allem Problemen des anderen umzugehen. Die Intensität ihres Spiels lässt die zum Teil heftig ausbrechende Leidenschaft auf der Leinwand weitgehend glaubwürdig erscheinen.

Kurz zur Story: Er ist Masseur, sie lernt Köchin. Beide arbeiten im selben Hotel. Sie ist extrovertiert, er introvertiert. Sie will immer alles, er setzt auf sich-bescheiden. Sie hat ein Alkoholproblem. Sein Problem ist, dass er zu gern missioniert. Klar, dass es kracht.

Wunderbar: hier agieren durchweg glaubwürdige Figuren. Es knistert auf der Leinwand. Die Liebe – und auch das sexuelle Begehren! – sind geradezu greifbar. Schwierig: die Story verliert sich in zu vielen Nebensächlichkeiten, schüttet die aufkeimende Wucht der Emotionen oft mit cineastischen Spielereien zu (die Handkamera kollabiert gelegentlich fast) und das Finale wirkt in seiner Überdrehtheit völlig absurd und dazu wie eine Billigkopie von Leos Carax’ „Die Liebenden von Pont-Neuf“ aus dem Jahr 1991. Aber – und dieses „Aber“ hat Gewicht: Lass und sein Team stehen mit lässiger Unverfrorenheit dazu, ein großes Publikum überrumpeln und verführen zu wollen, also handfestes Kino zu bieten. Das ist so sympathisch wie überzeugend. Nicht versäumen!

Peter Claus

Love Steaks, von Jakob Lass (Deutschland 2013)

Bilder: Daredo

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