Nana A. T. Rebhan: Welcome Goodbye

welcome teaser„Touri-Schelte“ ist in Berlin en vogue. Die Massen stören und nerven. Doch sie bringen auch viel Geld in die Stadt – und mehren deren Ruhm, was noch größere Horden von krakeelenden und saufenden Reisenden anlockt und damit wiederum den Profit steigert.

Die Berliner Filmemacherin Nana A. T. Rebhan spiegelt den Kultur-K(r)ampf der hauptstädtischen Tourismus-Gegner und Befürworter in ihrer Doku mit kluger Sachlichkeit. Sie begleitet Berlin-Besucher, zeigt dabei scheinbar ganz nebenbei Licht- und Schattenseiten der Branche. Denn es kommen auch „Ureinwohner“ zu Wort. Da wird’s denn auch gewichtig, etwa wenn die Gentrifizierung einiger Stadtteile kritisch betrachtet wird.

Streiten kann man über die fiktive Figur des Christian, der die einzelnen Momentaufnahmen und Interviewsequenzen miteinander verbindet. Da wird der Film gelegentlich zu sehr zum Berlin-Werbeclip. Das aber schmälert den Gesamteindruck kaum. Die Ruhe, mit der der Film das Aufreger-Thema beleuchtet, ist absolut wohltuend.

Peter Claus

Welcome Goodbye, von Nana A. T. Rebhan (Deutschland 2014)

Bilder: Alfaville

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