Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss (Regie: Florian Mischa Böder)

Was für ein toller Titel! Und dazu hat die Story eine schön-schräge Ausgangsidee. Doch der Film in Gänze überzeugt nicht.

Beworben wir er als Tragikomödie. Hier liegt der Hase im Pfeffer: Nichts ist tragisch, und es gibt auch nichts Komödiantisches. Es gibt Comedy-Gags, die sind wohlfeil aneinander gereiht. Doch es gibt keine packende Geschichte, die von spannenden Charakteren getragen würde. Schade. Sehr schade.

Koralnik (Benno Fürmann) arbeitet als Auftragskiller. Nun ja. Arbeiten tut er nicht wirklich. Er gehört zu einem für die EU wirkenden Sonderkommando. Das allerdings kommt nie zum Einsatz. Es ist ein schlechter Witz. Koralnik merkt das nicht. Was ihm schon mal Ärger
einbringt. Noch mehr Ärger beschert ihm eine falsche Blondine namens Rosa (Mavie Hörbiger). Sie ist ein rechtes Aas. Wieder merkt Koralnik nichts. Und wieder bringt ihm das Ärger ein. Wie’s kommen muss, kommt’s: Beide Arten von Ärger findet zueinander. Und Koralnik droht in all dem Durcheinander drauf zu gehen. Kann er sich retten?

Da die Figuren keine wirklich Höhen und Tiefen haben, gibt es keinen Fall von irgendwo nach irgendwo. Also gibt es auch keine kribbelnde Spannung. Alles wabert, die Story, die Dialoge, die Witzchen, die Charaktere. Bleiben wir bitte hübsch harmlos, so oder so ähnlich muss das heimliche Arbeitsmotto der Filmcrew gelautet haben. Kein böser schwarzer Humor, kein Sarkasmus, kein Thrill. Nur Albernheiten. Sehr bedauerlich.

Mavie Hörbiger und Benno Fürmann wirken denn auch seltsam steif. Tiefpunkte sind erreicht, wenn es so scheint, als schämten sich die Zwei, mal ordentlich auf die Tube zu drücken und Action mit Verve ans Publikum zu bringen. Hilflosigkeit steht in ihren Gesichtern.

Man verlässt das Kino auch als Filmfan hilflos. Wie gern sähen wir mal einen handfesten Action-Spaß made in Germany. Man muss lange überlegen, bis einem da was Gelungenes einfällt („Knockin’ on Heaven’s Door“ etwa, ist schon ’ne Weile her, 1997 war’s). Dieser Film nun bleibt allein wegen seines Titels im Gedächtnis, auch wenn der, ja, ja, an einen anderen Titel eines anderen (zu recht legendären) Films angelehnt ist.

Peter Claus

Die Einsamkeit des Killers vor dem Schuss, von Florian Mischa Böder (Deutschland 2014)

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