Knight of Cups 680

Schauspiel-Star Christian Bale sammelte auf der diesjährigen Berlinale viele Sympathie-Punkte, weil er zugab, dass er selbst nicht so recht verstanden habe, was Terrence Malick hier erzählen wolle. Da befindet er sich in bester Gesellschaft – mit einem Großteil des Publikums.

Es gibt Kritiker, die Malick für einen Philosophen halten. Ich erlebe ihn nur als Schwätzer. Als Protagonist dient ihm dieses Mal ein Drehbuchautor namens Rick (Bale). Der durchwatet wohl eine existentielle Krise. Was ihn dazu bringt, sich an viele Ex-Gespielinnen zu erinnern. Da dürfen dann Imogen Poots, Freida Pinto, Isabel Lucas, Cate Blanchett, Teresa Palmer und Natalie Portman ihre schönen Gesichter und Körper ausstellen. Derweil ergibt sich Rick langweiliger Party-Routine. Dabei grübelt er und grübelt. Selbst ein Erdbeben hält ihn nicht davon ab. Man möchte kreischen, so prätentiös ist das. Und man möchte sich die Ohren zu halten, weil nahezu unentwegt ein total konstruiert anmutender Kommentar die Nerven strapaziert. Irgendwann fragt man sich, warum Terrence Malick nicht einfach mal einen Psychotherapeuten aufsucht, und den auch bezahlt, statt unbekannte Menschen im Dunkel des Kinos zu belästigen, die dafür zahlen müssen. Dann taucht auch noch Armin Mueller-Stahl auf. Nie zuvor wirkte eine von ihm verkörperte Figur derart pappig. Es kann einem einem übel werden.

Der Titel des Films spielt übrigens auf die Tarot-Karte „Ritter der Kelche“ (im Englischen: „Knight of Cups“) an. Der Skatspieler sitzt fassungslos da und kann nur noch stöhnen „Ich passe.“

Peter Claus

Bilder:

Knight of Cups, von Terrence Malick (USA 2015)