Der Spion und sein Bruder (Regie: Louis Leterrier)

Bekanntlich ist nichts so schwer, wie ein Massenpublikum zum Lachen zu bringen. Sacha Baron Cohens schafft’s nach einer langen TV-Karriere nun auch regelmäßig im Kino. Sein Witz changiert dabei zwischen albern und anspruchsvoll, freakig und fäkal, intelligent und imbezil.

Diesmal parodiert er Bond & Co. und setzt dabei vor allem auf derbe Komik. Die Zoten-Dichte ist hoch. Das Nichts an Story rankt sich um zwei Brüder, die seit Jahren nichts mehr voneinander gehört haben, da sie nach dem Unfalltod der Eltern getrennt wurden. Nobby (Sacha Baron Cohen) und Sebastian (Mark Strong) könnten unterschiedlicher nicht sein: doof der eine, natürlich Nobby – clever der andere, der Sebastian. Der verdient seinen Lebensunterhalt als Geheimagent im Auftrag der Queen. Und als die Zwei sich zufällig wieder sehen, sorgt Nobby mit seiner Trotteligkeit dafür, dass sie aneinander geschweißt werden – als die Mannen Elizabeth II.

Es werden viele Themen verwurstet: Kampf der Kulturen, Hetero- und Homosexualität, Provinzialität contra Weltläufigkeit, Gerechtigkeit gegen Macht, Lebenslust wider Profitgier. Logik? Fehlanzeige! Subtilität? Die Ausnahme. Doch der Dauerwitz nach dem Motto “Es geht immer noch etwas schmuddeliger!”, funktioniert. Denn das Hauptdarsteller-Duo harmoniert, die Gag-Dichte ist hoch, das Tempo von schönem Irrwitz. Der Mehrwert? Der ist Null. Amüsement pur. Doch weil mit schöner Selbstsicherheit serviert, macht der Nonsens einfach Spaß. Und das ist doch schon eine Menge.

Peter Claus

© Sony Pictures Releasing GmbH

Der Spion und sein Bruder, von Louis Leterrier  (USA 2015)

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