Polizistin verliebt sich in Automechanikerin. Könnte schön sein, müsste sie zum einen nicht immer mal wieder Diskriminierung erleben und zum anderen dann auch noch gegen den Krebstod ankämpfen.

So schlimm und kitschverdächtig, wie sich die Skizze der Story liest, ist leider der ganze Film. Da können dann auch Stars wie Julianne Moore, Ellen Page, Michael Shannon und Steve Carell nichts retten. Drehbuch und Regie sind derart grob, dass man es im Kino kaum aushält. Was schade ist, denn in der Geschichte steckt ein notwendiges Plädoyer für wirkliche Gleichberechtigung von Paaren, die nicht nach der heterosexuellen Norm leben. Wie sich’s im Kapitalismus gehört, geht’s um Geld: Die sterbenskranke Laurel (Julianne Moore) will ihre Pensionsansprüche auf die geliebte Stacie (Ellen Page) übertragen. Doch die Verantwortlichen wollen das verhindern. Da hat dann ein engagierter Kämpe (Steve Carell) seine großen Chance, allen Bornierten (in der Handlung und im Kino) so richtig die Meinung zu sagen…

Schauspielerisch blitzt da immer mal Wunderbares auf. Allerdings: Julianne Moore hat grad erst eine Alzheimer-Kranke verkörpert, nun eine von Krebs gebeutelte Frau. Sie macht das toll. Doch die Häufigkeit, mit der sie Leidende spielt, zeigt, dass auch sie keine unendlich variierbaren darstellerischen Möglichkeiten hat. Kommt’s dann gar zum Ende, soll Pathos die inhaltliche Leere und inszenatorische Oberflächlichkeit übertünchen. Das klappt nicht. Denn wenn dann die Geigen schrammeln, wirkt’s leider nur noch lächerlich.

Peter Claus

Bild Universum

Freeheld – Jede Liebe ist gleich, von Peter Sollett (USA 2016)

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