Corbyns gutes Abschneiden ist auch eine Niederlage der Medien

Vor der Wahl gab es Hohn und Spott für den „altlinken“ Kandidaten. Aber kaum Selbstkritik, nachdem das Desaster für Labour ausgeblieben ist und Theresa May moralische Verliererin ist / Erschütterte Deutungshoheit – Von Michael André Nach den Unterhaus-Wahlen im Vereinigten Königreich und dem Pyrrhus-Sieg für[…]

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Johannes Willms: Mirabeau oder Die Morgenröte der Revolution. Eine Biographie

Mirabeau – ein Ahnherr von de Gaulle Johannes Willms legt die politische Biographie eines Mannes vor, der vergeblich auf ein Bündnis zwischen König und Revolution hoffte – Macron als später Erbe? Gabriel Honóre Riquetti, der Comte de Mirabeau, war ein schillernder, wenn nicht gar schriller[…]

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Karl Heinz Bohrer: Jetzt. Geschichte meines Abenteuers mit der Phantasie

Die Guillotine und die Erhabenheit der Revolution „Jetzt“ – der Titel ist Programm: Karl-Heinz Bohrer legt den zweiten Teil seiner Lebenserinnerungen vor Wenn ein großer deutscher Philosoph privat zu seinem 60. Geburtstag einlädt und in einem „bayerischen Wirtshaus alter Sorte“ ein illustrer Kreis von Freunden[…]

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Die andere Seite der Hoffnung (Regie: Aki Kaurismäki)

Christus kommt bis nach Helsinki In Aki Kaurismäki neuem Film „Die andere Seite der Hoffnung“ vereinen sich finnische Lakonie mit syrischer Verzweiflung und Wundergläubigkeit mit Müdigkeit. In Kaurismäkis jüngstem Film trifft die lebenslänglich in Alkohol ertränkte Lakonie Finnlands auf offenes Flüchtlingselend im eigenen Land. Zwei[…]

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Der junge Karl Marx (Regie: Raoul Peck)

Die Revolution und der Rotwein Raoul Peck nimmt sich des jungen Karl Marx an und macht daraus ein unterhaltsames Kostümdrama aus dem 19. Jahrhundert. Wenn man sich auf die Gesetze eines Kostümfilms aus dem 19. Jahrhundert einlässt und keinen Anstoß an den Klischee-Bildern von zylindertragenden,[…]

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Oskar Negt: Überlebensglück. Eine autobiographische Spurensuche

Goethe im Tausch gegen Eier Der Soziologe Oskar Negt geht auf autobiographische Spurensuche und schildert seine Erlebnisse als ein ostpreußisches Flüchtlingskind, das Überlebensstrategien entwickelte und ein Leben lang Glücksmomente erlebte. Filme lassen zuweilen innere Wunden aufbrechen. Erst recht, wenn es sich um historische Filme handelt,[…]

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Tue recht und scheue niemand (Regie: Jutta Brückner)

Mit unbewegten Bildern Geschichte in Bewegung bringen Jutta Brückners einzigartiger Fotofilm „Tue recht und scheue niemand“ liegt in einer restaurierten DVD-Fassung vor. Ebenfalls das filmische Komplementärstück „Hungerjahre – in einem reichen Land“ von 1980 Eine Stiege, die über schmale, ausgetretene Stufen ins nächste Geschoss führt.[…]

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Fernwehfilme – in der Fremde bei sich bleiben

Die weite Welt spricht deutsch im Fernsehfilm: Wie der Heimatfilm auch unter globalen Vorzeichen weiterbesteht – Ein aktuelles Beispiel und eine Bestandsaufnahme typisch deutscher Sehnsuchtsfilme Will der deutsche Fernsehfilm Weltläufigkeit zeigen, dann verhält er sich so wie die deutsche Tourismusbranche. Beide nehmen sie ihre Kunden[…]

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Honoré de Balzac: Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken. Die schrägen Typen der Journaille

Vulgarisatoren und Nihilogen Honoré de Balzac und seine gnadenlos einseitige Abrechnung mit der Pariser Presse des frühen 19. Jahrhunderts „Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein“. Diesen Satz schrieb der junge, junghegelianisch beeinflusste Karl Marx in den ersten Monaten seiner Arbeit[…]

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Taschens neuer Coup: „Das Walt Disney Filmarchiv“ öffnet sich und bringt übersehene wie klassische Animationsfilme zu Ehren

6.469.592 Flecken für 101 Hunde Ein in jeder Beziehung gewichtiges Buch, das zum Schwärmen verführt Um es in der Angebersprache eines Werbetexters zu sagen: Dies ist ein Buch, an dem man sich kaum sattsehen und endlos festlesen kann. Ein Buch, das allein vom Umfang her[…]

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Der Osten als Ort der wilden Lüste

Dominik Graf lässt in „Zielfahnder“ die romantische Sehnsucht nach der alten Verbrecherwelt und dem einfachen Leben wiedererstehen und verlagert dabei Hitchcocks Mount Rushmore in die Karpaten – Eine Nachbetrachtung Die Welt hat einen Drehbericht zu Dominik Graf „Zielfahnder“ veröffentlicht. Eher ein Fall von launiger Hofberichterstattung[…]

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Aus der Zeit gefallen

Gert Ueding erinnert sich an seine Tübinger Jahre an der Seite von Ernst Bloch: Aus dem „Ketzer des Marxismus“ wird der letzte Philosophen seiner Art   Viele Etiketten kleben an Ernst Bloch. Der Sozialphilosoph Oskar Negt bezeichnete ihn in seiner Grabrede 1977 als „produktivsten Ketzer[…]

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Ein Mann verschwindet

Eine Odyssee durch Berliner Polizeidienststellen und Behörden oder: Wie das Recht auf Kommunikation durch den Verweis auf Datenschutz blockiert wird Der Polizeiabschnitt 41 in der Gothaer Straße ist in einem typischen Berliner Gründerzeitbau untergebracht. Unauffällig, aber nicht abstoßend. Der Schock für Jutta H. setzt erst[…]

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„Geliebt und verdrängt“: Ein facettenreicher Sammelband beschäftigt mit dem Erbe des deutschen Films der Adenauer-Jahre

Viel Zuspruch, aber wenig Mut Der deutsche Film der jungen Bundesrepublik produzierte, wenn er künstlerischen Ansprüchen genügen wollte, Problemfilme. Dabei kam er selbst „als Problemkind zu Welt“, wie Olaf Möller im Vorwort zum Sammelband „Geliebt und verdrängt“ schreibt. Die schwere Geburt hinterließ Spuren. Die Angst[…]

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Tatort: Feierstunde – „Wie der Zufall so spielt“

Der Tatort Münster versucht sich im ernsten Fach. Das Ergebnis ist eine absurde „Feierstunde“ des Krimis, die von Kritik und Publikum aber trotzdem geliebt wird. Warum bloß? Nach längerer Zeit habe ich wieder mal einen Münster-„Tatort“ gesehen. Einen Jubiläums-Tatort. Zwar markiert die Zahl 30 ein[…]

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Sarah Bakewell: Das Café der Existenzialisten. Freiheit, Sein und Aprikosencocktails

Wie deutscher Kaffee in Paris zum Cocktail wird Sarah Blakewell besucht das „Das Café der Existenzialisten“ und kommt mit bleibenden Einsichten über die Phänomenologen diesseits und jenseits des Rheins zurück „Geben Sie mir Kaffee, dann mache ich Phänomenologie daraus“. Dieses an sich banale Beispiel wählte[…]

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Kein Zuhause für Toni Erdmann & Co.

Ein trauriger Blick auf die deutsche Kino-Provinz und die Popcorn-Ideologie Film-Deutschland feiert sich wegen „Toni Erdmann“, sicher nicht zu unrecht. Maren Ades tragikomischer Generationenfilm im Zeitalter von Neoliberalismus und Globalisierung wird von Kritik wie Publikum gemocht. Bahnt sich da eine deutsche Kino-Renaissance an? Immerhin hat[…]

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Toni Erdmann (Regie: Maren Ade)

Zurück in die Arme des Vaters   „Toni Erdmann“ oder wie ein Vater aus der deutschen Provinz mit peinlich- komischen Mitteln um die Zuneigung seiner zur coolen Businessfrau gewordenen Tochter kämpft. Dabei geht das neoliberale Leben weiter und erscheint in Maren Ades todtraurigem Film alternativlos.[…]

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Ulrich Herbert: Best. Biographische Studien über Radikalismus, Weltanschauung und Vernunft 1903 – 1989

Ein Klassiker – mit kleinen Lücken   Ulrich Herberts vor 20 Jahren erstmals veröffentlichte, maßstabsetzende Biographie über den SS-Mann Werner Best liegt in einer neuen Auflage vor. Doch das private Leben Bests liegt weiter im Dunkeln „Dieses Buch ist ein großer Wurf“ schrieb vor nunmehr[…]

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Oliver Hilmes: Berlin 1936 – Sechzehn Tage im August

Feierwütige Promis, korrumpierbare Künstler, Athleten als nützliche Idioten Oliver Hilmes Chronik über die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin leidet leider unter Atemlosigkeit und Unmittelbarkeit „Jeder Repräsentant des ‚Dritten Reichs’, der etwas auf sich hält, gibt während der Sommerspiele eine eigene Festlichkeit“, schreibt Oliver Hilmes –[…]

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