Goldener Leopard an die Doku „Mrs. Fang“

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Nun also auch mal wieder in Locarno: Verwunderung ob der Entscheidungen der Jury. Die hat ihre Preise nahezu konsequent entgegen den Vorlieben und Erwartungen von Publikum und Kritik vergeben. Offenbar war der wesentliche Maßstab für die Juroren: ein Film muss verstören.

Der Hauptpreis, der „Goldene Leopard“, an die Doku „Mrs. Fang“ des chinesischen Regisseurs Wang Bing, hat viele verstört, auch verärgert. Der Film zeigt die letzten Tage einer an Alzheimer leidenden 68-Jährigen. Einzelne Familienmitglieder, alle bar jeder Empathie, sind bei ihr. Es wird viel über sie geredet, nicht mit ihr. Die wesentliche Frage die der Film aufwirft ist die, ob es ethisch vertretbar ist, einen Menschen, der dazu nicht Stellung beziehen kann, weder zustimmen noch sich verwehren, zu filmen. Die Befürworter, wie offenbar die Juroren, sagen: Es ist eine Doku, der Film zeige lediglich, was ist. Denkt man das aber weiter, wird es auch legitim, Menschen beim Rauben, Vergewaltigen und Morden zu zeigen. Da wird dann ebenfalls nur gezeigt, was ist … Es bleiben große Fragezeichen ob des Films und ob der Auszeichnung, die zu Teilen auch an deutsche Geldgeber geht, die den Film mit anderen zusammen finanziert haben.

Auch die Ehrungen der besten Schauspieler lösten bei vielen mindestens Erstaunen aus. Die deutsche Schauspielerin Johanna Wokalek in „Freiheit“ und ihr US-amerikanische Kollege Harry Dean Stanton in „Lucky“ galten als Favoriten, vor allem Harry Dean Stanton. Ihm waren tatsächlich die Herzen der Festivalbesucher zugeflogen. Nahezu alle waren fest davon überzeugt, dass er die Auszeichnung bekommt. Stattdessen gingen die Preise an die Französin Isabelle Huppert in der Rolle einer unsympathischen Lehrerin in „Madame Hyde“ (Frankreich/Belgien) und an den Dänen Elliott Crosset Hove, als ein in Gewalt verstrickter Arbeiter in „Winterbrüder“ (Dänemark/Island). Das sind beides keine schlechten Filme, die schauspielerischen Leistungen sind gut. Aber sie sind nicht herausragend, wie bei den Favoriten. Freilich: Wokalek und Stanton agieren in eher leisen, sanften Filmen vom Zuschnitt klassischen Erzählkinos. Was die Jury eindeutig nicht mochte. Denn sie hat in der Tat allein Leistungen ausgezeichnet, die fern klassischer Kinoformen auszumachen sind.

Da ist denn die Vergabe des Spezialpreises der Jury an den brasilianisch-französischen Spielfilm „Gute Manieren“ (Regie: Juliana Rojas, Marco Dutra) verständlich – und hat Beifall verdient. Das Familiendrama erzählt die Geschichte einer jungen Frau und ihres angenommenen Sohnes. Er ist ein Werwolf, verwandelt sich bei Vollmond in das Monster. Überraschend an dem Film ist, wie sich das Horror-Szenario, das wirkungsvoll und effektsicher aufbereitet ist, zum Kommentar auf den geistigen Zustand in der so genannten westlichen Welt weitet. Man kann den Film nämlich auch als Contra wider alle populistischen Parolen verstehen, die jegliches Fremde verteufeln. Wie dieser Film, so verbindet auch der Spielfilm „9 Finger“ des Franzosen F.J. Ossang Entertainment und Geist aufs beste. Ossang wurde dafür als bester Regisseur gekürt.

Die Gesellschaftsparabel fesselt mit surrealen Bildern. In diesen zwei Fällen ist das Jury-Votum nachvollziehbar: beide Filme sind exemplarisch für das, was in Locarno seit Jahrzehnten besonders gepflegt wird, nämlich eine publikumswirksame Film-Kunst, die in jeder Hinsicht intelligent ist, die eine spannende Geschichte formal originell erzählt

Die Jury der dem Experimentellen gewidmeten Sektion „Signs of Life“ hat Deutschland ebenfalls einen Erfolg geschenkt – mit der Auszeichnung für das von Produzenten aus Deutschland, der Dominikanischen Republik und Argentinien finanzierte Drama „Cocote“ von Regisseur Nelson Carlo de Los Santos Arias (Dominikanische Republik) als Besten Film. Auch hier, wie so oft in diesem Jahr in Locarno, wird eine Familiengeschichte erzählt. Sie weitet sich raffiniert zu einer Reflexion über das Mit- und auch Gegeneinander von Gestern und Heute. Sehr spannend.

Auf der Piazza Grande laufen allabendlich bekanntlich nur Filme außerhalb des Wettbewerbs. Hier wertet das Publikum, etwa 8000 haben im Kino unterm Sternenzelt Platz. Der Publikumspreis ist begehrt. Er ging an die leichte US-amerikanische Romanze „The Big Sick“. Mag sein, dass die Zuschauer ob der Fülle des Schweren, das geboten wurde, das Leichte auszeichnen wollten, das allein Vergnügliche. Es ist nichts dagegen zu sagen. Das hat, wenn so gut gemacht, wie in diesem Fall, seine Berechtigung und seinen Wert. Der „Variety Piazza Grande Award“ ging nach Deutschland, an den Spielfilm „Drei Zinnen“ von Regisseur Jan Zabeil, mit Alexander Fehling in der Hauptrolle. Die Ehrung wird von der US-amerikanischen Branchenzeitschrift „Variety“ an einen künstlerisch überzeugenden Film vergeben, dem ein großes Potential an Publikum zugetraut wird, also an einen Film, der Kunst und Kasse erfolgreich miteinander kombiniert. „Drei Zinnen“ hat die Auszeichnung verdient.

Fazit des Jubiläumsfestivals? Es war ein guter Jahrgang, insbesondere der Wettbewerb hat überzeugt. Die zum Teil seltsamen Jury-Entscheidungen fallen da nicht ins Gewicht. Mal sehen, was wir von den Locarno-Filmen im Kino-Alltag wiederfinden. Es ist zu hoffen, dass viele der am Lago Maggiore gezeigten Filme auch in Deutschland Verleiher finden!

Peter Claus

Bildmaterial: 2017 
© Locarno Festival

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Locarno – 9 (10-08-17)

Familie, Partnerschaft, Beziehungsfragen – der Wettbewerb bleibt dem Thema treu. Auf ungewöhnliche Weise beschäftigt sich auch der chinesische Spielfilm „Qing Ting zhi yan“ (internationaler Verleihtitel: „Dragonfly Eyes“/„Libellenaugen“) damit. Mit den „Libellenaugen“ sind die unzähligen Überwachungskameras gemeint, die allüberall den Alltag scannen. Regisseur Xu Bing hat über Jahre Sequenzen gesammelt, die von solchen Kameras aufgezeichnet worden sind, Alltägliches und Extraordinäres. Daraus hat er eine Lovestory montiert, wobei man als Zuschauer nicht erkennen kann, ob er ausschließlich Material der Überwachungskameras genutzt oder auch extra Szenen im Stil dieser „Libellenaugen“ gedreht hat.

Die Liebesgeschichte ist es nicht, die fesselt. Es ist deren formale Umsetzung. Wobei man monieren kann, dass der Film keinen kritischen Blick auf das System der Beobachtung einnimmt. Man kann. Man kann sich aber auch von dem lustvoll servierten Spiel von Erlebtem und dessen Spiegelung durch die „Libellenaugen“ gefangen nehmen lassen. Dazu kommt, dass innerhalb der Story durchaus kritisch auf Erscheinungen der Moderne in der so genannten westlichen Welt geblickt wird. Sowohl auf die Omnipräsenz des Internets, und die Gefahr für Einzelnen, sich darin – und also in einer Scheinwelt – zu verlieren, als auch auf die Zunahme an äußerlichen Korrekturen des Lebens durch den Schönheitsoperationswahn. So, wie es serviert wird, ist das unterhaltsam, hat gelegentlich satirisches Format. Sicher ein Film, über den die Jury bei der Diskussion zur Preisvergabe diskutieren wird.

Kurz vor dem Finale noch eine starke Wortmeldung aus Italien: „Die Asteroiden“ von Regisseur Germano Maccioni. Eine Vorstadt-Ballade im Geiste Pier Paolo Pasolinis, allerdings, das sei gleich eingeworfen, nicht von dessen künstlerischer Meisterschaft. Aber, legen wir die Latte nicht zu hoch. Erzählt wird von einigen Jugendlichen. Sie leben irgendwo, da, wo die guten Zeiten längst vorbei sind. Tristesse ist angesagt, auch Verzweiflung und materielle Not. Zwei der Jugendlichen sind schließlich in ein Verbrechen verstrickt …

Liebe gibt es hier kaum, aber sehr viel Sehnsucht danach. Überwiegend von Laien gespielt, entfaltet der Film als Sozialstudie einige Kraft. Schade, dass die Story, je länger sie dauert, mehr und mehr in Richtung TV-Krimi abdriftet, schade auch, dass die Bildgestaltung zu simpel anmutet. Aber: Der Regisseur, bisher bekannt als Schauspieler und Dokumentarfilmer, gibt mit dieser Arbeit sein Spielfilm-Debüt. Und als Debüt ist der Film beachtlich. Zudem freut man sich einfach, auf der internationalen Bühne mal wieder einen italienischen Spielfilm zu sehen, der mehr bieten möchte als pure Unterhaltung. Das ist aller Ehren wert!

Peter Claus

pardo.ch/pardo/festival-del-film-locarno

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Locarno – 8 (09-08-17)

Festival-Juroren lieben es rätselhaft. Sehr, sehr oft zeichnen sie Filme aus, die kaum oder nur sehr schwer verständlich sind, eine Vielzahl an Interpretationen zulassen, formal gern verquast daherkommen. Sollte die diesjährige Locarno-Jury darauf stehen, hat sie mit „La telenovela errante“ (The Wandering Soap Opera) den idealen Kandidaten für die Ehrung mit einem der Hauptpreise. Star des Films ist der 2011 im Alter von 70 Jahren in Paris verstorbene chilenische Regisseur Raúl Ruiz. Er liebte es rätselhaft, paradox, grotesk, war stets bemüht, dem Unsagbaren eine Form, eine Sprache, zu geben. Am berühmtesten ist sicherlich noch heute seine 1999 uraufgeführte Adaption des Proust-Meisterwerks „Die wiedergefundene Zeit“. Seine Witwe, Cutterin vieler seiner Filme, legt nun also – ihren verstorbenen Mann ausdrücklich als Ko-Regisseur nennend – eine mal grotesk, mal poetisch, mal gesellschaftskritisch anmutende Sammlung von absurden Episoden vor. Am Anfang und am Ende sieht man Archivaufnahmen: Raúl Ruiz bei Dreharbeiten. Laut Festival-Katalog hat er „La telenovela errante“ in den 1990er Jahren gedreht. Das Material sei lange verschwunden gewesen. Nun sei es aufgetaucht und vollendet worden. Als Zuschauer kann man nicht ausmachen, was alt, was neu gedreht worden ist. Aber man hat seinen Spaß an einer Sammlung überdrehter Dialoge. Die werden von Figuren von Soap-Operas gesprochen. Ausgangspunkt: diese Soap-Operas sind die eigentliche Realität. Und nun befehden sich die Protagonisten und damit die einzelnen Soaps. Das ist lustig, wirklich verständlich ist es nicht. Genau das, was eine Jury lieben könnte …

Für eine größere Zahl von Zuschauern zu begreifen – und wohl auch spannender – ist die Dokumentation „Did You Wonder Who Fired the Gun?“ („Hast Du drüber nachgedacht, wer geschossen hat?“) von Travis Wilkerson (USA). Er erforscht anhand seiner Familiengeschichte die jüngere Geschichte der USA mit dem Fokus auf den latenten Rassismus. Sein Urgroßvater war ein Südstaaten-Rassist und wurde zum Mörder. Die Familie hat das nie diskutiert. Travis Wilkerson durchbricht das Schweigen. In einer klugen Montage aus alten Filmaufnahmen, von Profis und von Amateuren, denkt er darüber nach, wie tief verankert der Rassismus im weißen Amerika ist. Dabei verschränkt er Gestriges mit Heutigem. Was ihm viel Feindschaft eingebracht hat, sogar Morddrohungen.

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Did You Wonder Who Fired the Gun?“ von Travis Wilkerson

Der Film, eher Essay denn Dokumentation, verstört, weil er ganz sachlich bleibt, weil er Bilder zwar kunstvoll montiert, gern auch mal verfremdet, damit aber auf nichts als die ungeschminkte Realität blickt. Setzt die Jury politische Brisanz als wesentlichen Maßstab ihrer Urteilsfindung an, kommt sie an diesem Film nicht vorbei.

Peter Claus

Bildmaterial: 2017 
© Locarno Festival

pardo.ch/pardo/festival-del-film-locarno

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Locarno – 7 (08-08-17)

Kino im Regen? Das gibt es so wohl nur in Locarno. Die Uraufführung von „Iceman“ fiel sozusagen ins Wasser – beziehungsweise nicht. Das Festival hat die Gala, zu Recht, wegen Regen, Blitz und Donner ins zentrale Festivalkino verlegt. Doch, das ist in so einem Fall immer so in Locarno, parallel dazu gab es auch eine Vorführung auf der Piazza Grande. Und da saßen denn ein paar Hundert unter Capes und Schirmen … Das Kino im regensicheren Bau bietet allerdings „nur“ etwa 2000 Besuchern Platz. Die waren überwiegend angetan von der Steinzeit-Ballade. Schade nur, dass das Wetter dem Film wohl die Chance vermasselt hat, den Publikumspreis zu gewinnen. Üblicherweise wertet nun mal ein Großteil von etwa 8000 Zuschauern …

Endlich gab es im Wettbewerb Ärgerliches zu sehen: „Mrs. Fang“ aus China. Endlich, weil so etwas muss es in einer internationalen Konkurrenz geben. Das ist wie das Salz in der Suppe. – Warum ärgerlich? Deshalb: Regisseur Wang Bing hält mit geradezu unmenschlicher Sturheit die Kamera auf das langsame Sterben einer gar nicht so alten Frau, Ende 60. Sie vergeht, leidet an Alzheimer. Ihr körperlicher Verfall ist zu sehen, die Ankündigung des Todes in ihren Augen. Sie kann nicht mehr reagieren, sie kann nicht mehr sprechen, hat also keinerlei Chance, „Stop!“ zu sagen, sich das Beobachtet-werden zu verbitten oder zuzustimmen. Allein das ist schon skandalös. Schlimm dazu: Der Film zeigt ihre Verwandten, die um sie versammelt sind, über sie reden, aber nicht mit ihr, zeigt die Leute beim Fischfang, beim Kartenspielen, beim Herumdödeln auf Mobiltelefonen. Dabei sieht man oft, wie die Leidende nach körperlicher Zuwendung giert, spürt, wie gut es ihr täte, wenn sich jemand ihr wirklich widmen würde, mit ihr sprechen, sie einfach mal in den Arm nehmen würde. Besäße der Regisseur Anstand, hätte er Kamera und Mikrofon einfach mal ausgeschaltet und hätte der Horde klar gemacht, welche Unmenschlichkeit er beobachtet, hätte der alten Dame schlicht mal geholfen.

Darf oder muss ein Festival so einen Film einladen? Ich sage Nein! Denn, ob gewollt oder nicht: der Film verramscht das Sterben, tritt die Würde eines Menschen mit Füßen. In einer Welt, in der immer öfter und immer breiter ein Rückgang von Respekt und Achtung zu verzeichnen ist, darf solchem kein Vorschub geleistet werden! Pfui!

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Locarno – 6 (07-08-17)

Nach „Freiheit“ im Wettbewerb und „Drei Zinnen“ auf der Piazza Grande, kam nun mit „Iceman“ („Der Mann aus dem Eis“) der dritte wichtige deutsche Film des Jubiläumsfestivals. Autor und Regisseur Felix Randau erzählt eine erfundene Geschichte um den Tod des als „Ötzi“ bekannt gewordenen Steinzeitmannes, dessen tiefgefrorene Leiche 1991, nach mehr als 5000 Jahren aus dem Eis der Ötztaler Alpen geborgen wurde. Jürgen Vogel verkörpert die Titelfigur. Und wieder ist, wie schon so oft in diesem Jahr in Locarno zu konstatieren, dass die schauspielerische Klasse (des Hauptdarstellers und seiner Mitstreiter) wesentlich die Wirkung des Films bestimmt. Vogel erzählt viel mit den Augen, seine Blicke ziehen die Aufmerksamkeit auf sich – und die Zuschauer in das Geschehen hinein.

Die Story selbst, letztlich eine Geschichte um Rache und Vergeltung, ist nicht so entscheidend. Wichtiger ist die Rekonstruktion damaligen Lebens. Daraus ergibt sich Spannendes für uns heute. Es ist nämlich schnell klar, dass der Film vor allem über eine noch heute aktuelle Menschheitsfrage nachdenkt: Was macht ihn aus, den Sinn des Lebens?

Interessant ist der Umgang mit Sprache: Die Akteure sprechen (sehr selten übrigens) eine antike Version des Rätischen, schreien und grunzen viel, schweigen aber vor allem. Darüber also wird kaum erzählt. Die Bilder sind entscheidend. Und die sind überwiegend wirklich beeindruckend. Leider gibt es mehrmals unnötige wilde Bildfolgen, die in weiten Flugbögen entstanden sind. Sie passen nicht zum Geschehen. Denn da sind Menschen zu sehen, die sich mühsam durch die Natur kämpfen. Die genannten Bildfolgen aber sind absolut heutig, zeigen, wie der Mensch sich inzwischen über die Natur erheben kann. Das entspricht den Charakteren nicht. Was aber den Gesamteindruck kaum schmälert. Man schaut fasziniert in eine Welt von Vorvorgestern und beginnt, über die Gegenwart nachzudenken.

Von den neu an den Start gegangenen Wettbewerbsbeiträgen ist „9 Doigts“ („Neun Finger“) am bemerkenswertesten, ein filmisches Pamphlet des Franzosen F. J. Ossang. Nicht unähnlich einer Theaterinszenierung im Stile eines Frank Castorf, wird ein düsteres Gesellschaftsbild entworfen. Da ist die Ausstattung wichtiger als alles andere: Die Protagonisten bewegen sich durch Labyrinthe der Zivilisation. Es sind düstere Gassen, Hafenanlagen, ein Schiff insbesondere, auf dem sich das Geschehen abspielt. Das deutsche Wort „Zeitgeist“ wird gern ins Rund geschleudert. Nicht immer ist eindeutig zu erfassen, was genau in den Gesprächen und Bildfolgen verhandelt wird. Klar ist: Die Versklavung des Menschen durch die Profitgier wird gegeißelt.

So mysteriös der Film ist, so faszinierend ist er zugleich. Vielfach wird spekuliert, dass die Jury der kunstvollen, gelegentlich auch kunstgewerblich anmutenden, Parabel einen der wichtigen Preise des Festivals zusprechen wird.

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Locarno – 5 (06-08-17)

Es bleibt dabei: das Thema „Familie“ wird in Locarno durchdekliniert, sei’s im Wettbewerb, sei’s auf der Piazza Grande. Stilistisch gesehen handelt es sich überwiegend um Filme, denen das Etikett „Arthouse“ gut steht. Was nicht Eintönigkeit heißt. Die Vielfalt der Handschriften ist erfreulich, dazu auch, dass es – neben Experimentellem und TV-Durchschnitt – bemerkenswerte Versuche (immerhin Versuche!) gibt, das Genre-Kino zu pflegen.

Der bisher originellste dieser Versuche läuft im Piazza-Programm: „Amori che non sanno stare al mondo“ („Liebesgeschichten, die nicht von dieser Welt sind“). Claudia, intellektuell, überdreht, und hyperromantisch, erlebt so eine Geschichte. Hat sie erlebt. Mit Flavio, der ihr vom Typ gar nicht so unähnlich ist, allerdings dann doch gesetzter, vielleicht auch nur phlegmatischer. Dummerweise läuft es darauf hinaus, dass sie nicht miteinander können, aber auch nicht ohne einander. Was er stoisch hinnimmt. Sie jedoch knallt durch. Von der Anlage her eine romantische Komödie, wird diese durch Ironie gebrochen und kippt gelegentlich gar in die Farce um, etwa wenn – bewusst übertriebene – pseudofeministische Attacken geritten werden. Das ist so unterhaltsam wie zum Nachdenken anregend.

Regisseurin (und Autorin) des Films ist Francesca Comencini, die Tochter der italienischen Regie-Legende Luigi Comencini (1916 – 2007), berühmt für die ersten zwei Filme der kleinen „Liebe, Brot und …“-Reihe 1953 und 1954, die 1972 uraufgeführte TV-Serie „Pinocchio“ und, sein letzter großer Erfolg, den Ensemblefilm „Stau“ (1979). Sicher vom Werk des Vaters inspiriert, versteht es Francesco Comencini, Burleskes und Dramatisches klug miteinander zu verbinden, sich über die Macken von Zeitgenossen lustig zu machen, ohne die Figuren zu denunzieren.

Gelungenes auch weiterhin im Wettbewerb. Zuletzt beeindruckte „As Boas Maneiras“ („Gute Manieren“), eine brasilianisch-französische Produktion des Autoren- und Regie-Duos Juliana Rojas und Marco Dutra. Der Film beginnt wie eine Sozialstudie: eine junge Frau, Clara, dunkelhäutig, finanziell offenbar in keiner überglücklichen Situation, weil sie aus irgendeinem Grund die Ausbildung zur Krankenschwester nicht abgeschlossen hat, bewirbt sich für den Job der Nanny des noch ungeborenen Kindes einer reichen, weißen, etwa gleichaltrigen Frau, Ana, die in Sao Paulo in einem Luxusapartment haust. Clara zieht bei ihrer Arbeitgeberin ein. Aus dem Dienstverhältnis wird rasch Freundschaft, bald gehen die zwei auch eine sexuelle Beziehung ein. Man glaubt zu wissen, was kommt. Doch dann kommt es ganz anders: Erst nachtwandelt Ana und verwandelt sich dabei in so etwas wie einen Vampir, dann gebiert sie ein Monster, das sich gleichsam aus ihrem Leib herausbombt, wobei sie stirbt. Die Krankenschwester will das Wesen im ersten Moment töten, bringt es aber nicht übers Herz. Auch aussetzen kann sie das Neugeborene nicht. Sie zieht es auf. Zunächst sieht es danach aus, als habe sich aus dem Monster ein ganz normaler Junge entwickelt. Doch dem ist ganz und gar nicht so. Bei jedem Vollmond verwandelt sich das Kind in einen Werwolf. Trotz aller Versuche Claras, den Jungen in den Phasen seiner Verwandlung zu beschützen, indem sie die Welt vor ihm schützt, kommt es zu einer blutigen Katastrophe.

Spannend und effektvoll erzählt bleibt der Horror-Reißer doch immer auch gedankenreiches Sittenbild, ist die Auseinandersetzung mit Fragen von Volksglauben, Religion, sozialen Misslichkeiten stets spürbar, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Da wird Unterhaltung auf beste Art zur anspruchsvollen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen.

Beide Filme eint in ihrer extremen Unterschiedlichkeit, Komödiantisches, Tragisches, und die Reflexion des Wertes traditioneller Familienvorstellungen. Frisch unter ihrem Eindruck stehend, meint man, die hätten ausgedient. Doch so einfach sind die Filme nicht und machen s es den Zuschauern nicht. Es leuchten doch auch immer Momente auf, die ganz anderes sagen. Jeder Einzelne im Publikum darf also seine Lesart entwickeln. Was vom Publikum in Locarno mit Freude angenommen wird.

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Locarno – 4 (05-08-17)

Isabelle Huppert auf Leopardenjagd. Im Wettbewerbsfilm „Madame Hyde“ spielt sie eine Lehrerin mit gespaltener Persönlichkeit. Die Frau ist alles andere als sympathisch. Und doch: man zittert mit ihr, ob sie ihr Leben in den Griff bekommt.

Klar: die Huppert spielt so was mit links. Regisseur Serge Bozon hat darauf vertraut. Vielleicht ein bisschen zu sehr. Eine etwas dichtere Inszenierung hätte dem Film gut getan. Doch die Huppert reißt’s raus. Oft geradezu traumwandlerisch, weggetreten, anmutend, liefert sie mal wieder eine 1A-Performance. Johanna Wokalek, bisher mit ihrer Leistung in „Freiheit“ eine Kandidatin für die Auszeichnung als beste Schauspielerin, hat Konkurrenz bekommen.

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Konkurrenzlos, immer in Locarno: die Retrospektive. In diesem Jahr ist sie dem Regisseur Jacques Tourneur (1904 – 1977) gewidmet. Wie eh und je: das Publikum strömt, steht vor den Vorstellungen Schlange. Dabei sind viele der Filme, die er im Studiosystem Hollywoods gedreht hat, allein wegen seines Inszenierungsstils, seines Fähigkeit, aus Licht und Schatten ein Maximum an Wirkung zu holen, sehenswert. Die Geschichten hingegen sind oft unter „Blödsinn“ abbuchbar. Sein wesentliches Thema: die Suche nach dem Unerhörten, Unsagbaren, ja, Übersinnlichen. Der Horror-Klassiker „Cat People“ (1942) steht dafür an vorderster Stelle. Nur fünf Jahre später entstand der Thriller „Goldenes Gift“. An beiden Filmen fasziniert, wie Tourneur immer wieder das menschliche Antlitz in seine Welten des Ungewissen als Spiegel von Ängsten, Trieben, Sehnsüchten gleichsam zeichnet. Die Retro macht klar, wie viel nachfolgende Regisseure von ihm gelernt haben – und wie viel an Inszenierungskunst im heutigen Kino meist fehlt.

Peter Claus

Bildmaterial: 2017 
© Locarno Festival

pardo.ch/pardo/festival-del-film-locarno

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Locarno – 3 (04-08-17)

Locarno ist immer für Überraschungen gut. In diesem Jahr: ein kleines Kino-Wunder im Wettbewerb. Der US-amerikanische Schauspieler John Carroll Lynch, als Akteur zuletzt im Vorjahr aufgefallen im Part des Lyndon B. Johnson im Biopic „Jackie“, hat sein Regie-Debüt „Lucky“ ins Rennen um den Goldenen Leopard geschickt.

„Paris, Texas“-Legende Harry Dean Stanton, inzwischen 91, spielt einen alten Mann. Nein, er ist dieser alte Mann. Der lebt in einem Kaff am Rande der Wüste. Jeder kennt hier jeden. Man trifft sich zum Kaffee im Diner und abends zum (gern alkoholfreien) Drink in der Bar. „Lucky“ heißt der Film, und so wird auch der Protagonist genannt. Er ist überzeugter Atheist, überzeugter Single und überzeugter Raucher. Und er ist ein überzeugter Philosoph. Sein Wissen holt er sich aus einem riesigen, immer aufgeschlagenen Lexikon. Das, immerhin, bringt Abwechslung in sein Dasein. Ansonsten ist da, abgesehen von einer Gameshow im TV, nicht viel. Als „Lucky“ eines Tages einen kleinen Unfall in seinem Haus hat und daraufhin den Arzt aufsucht, der ihm eine ziemlich robuste Gesundheit diagnostiziert, machen sich einige Leute Sorgen um den Mann, er selbst auch. Traurigkeit greift um sich. Doch einer wie Lucky, ist für Traurigkeit nicht geschaffen …

Das Drehbuchautoren-Duo Logan Sparks & Drago Sumonja, beide seit langem mit Harry Dean Stanton befreundet, hat viele, viele Original-Bonmots des wohl berühmtesten Nebendarstellers Hollywood verarbeitet, auch Situationen, die sich so, oder doch so ähnlich, irgendwann und irgendwo mit und um Harry Dean Stanton abgespielt haben. Eine große Geschichte haben sie dann nicht daraus gebastelt, sondern eine zauberhafte, bezwingende, jeden zum Schwärmen verleitende Studie zu der Frage, was das eigentlich soll, dass es Menschen auf der Erde gibt, die kommen und gehen und selten wirklich Spuren hinterlassen.

Lakonisch, humorvoll, weise, emotionsstark, gedankenreich, auf süße Weise melancholisch – es fallen einem viele Attribute ein, um den Film beschreiben zu wollen – und keines greift wirklich. Es ist die Fülle an Liebenswürdigkeit, es ist die Demut vor der Schöpfung, es ist die Aura von Harry Dean Stanton – und jeder im Zuschauerraum ist sofort gepackt. In einer Schlüsselszene des Films singt Lucky auf einer Kindergeburtstagsfeier spontan das spanische Lied „Volver“. Vielleicht nie zuvor, auf jeden Fall nie in den letzten 28 Jahren, wurde bei einer Pressevorführung – für die ach so hart gesottene Kritiker-Gemeinde – derart hörbar geschluchzt, war nach Angehen des Saallichts derart viel Schminke bei den Damen verlaufen. Und da hat niemand aus Sentimentalität geflennt, oder weil ein Filmemacher die Zuschauer mit schluchzenden Geigen dazu verführen wollte. Hier fließen Tränen des Lachens und des Weinens, weil man durch diesen Film begreift, was für ein unglaubliches Wunder das menschliche Leben an sich ist.

Peter Claus

Bildmaterial: 2017 
© Locarno Festival

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Locarno – 2 (03-08-17)

Das Thema „Familie“ bleibt tonangebend in Locarno. Jan Speckenbach, Regisseur des deutschen Wettbewerbsbeitrags „Freiheit“, bestätigte im Gespräch die Vermutung, dass es eines der Themen in der so genannten westlichen Welt sei. Wobei er anmerkte: „Ich als Drehbuchautor und Regisseur beobachte, ich urteile nicht, ich gebe keine Muster vor. Jeder muss schließlich für sich entscheiden.“

Mit dieser Offenheit ist er nicht allein. Auch der französische Autor und Regisseur Nadir Moknèche hütet sich in „Lola Pater“ davor, Patentrezepte zu verteilen. Er setzt auf einen eher leichteren Tonfall als etwa Speckenbach. Die Geschichte, die er erzählt, hat es in sich: Ein junger Mann beschließt nach dem Tod seiner Mutter, den verschwundenen Vater zu suchen. Er findet ihn. Doch aus dem Mann ist inzwischen eine Frau geworden, Lola (Fanny Ardent). Womit der Sohn zunächst gar nicht umgehen kann. Wird er seine harsche Ablehnung überwinden und zu einer toleranten Haltung finden?

Der oft sehr komische, manchmal auch etwas sentimentale Film unterhält bestens und zeigt, dass gutes Kommerz-Kino durchaus gehaltvoll sein und zum Nachdenken anregen kann. Die Erzählung weitet sich nämlich rasch zu einer grundsätzlichen Auseinandersetzung mit Fragen zum Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster Herkunft, Mentalität, Religion, Kultur.

Und, klar: da ist Fanny Ardent. Noch immer hat sie diese einmalige Aura, die schon Truffaut hinreißend zu nutzen wusste, auf die nun auch Moknèche geschickt baut. Diesem noch in den traurigsten Momenten eine schöne Gelassenheit und meist auch leichte Ironie ausstrahlenden Gesicht, dieser Würde, und, auch das noch immer, dieser Erotik kann sich wohl niemand entziehen. Ardent macht aus der letztlich kleinen Story großes Kino.

Wonach der kanadische Regisseur Denis Côté offensichtlich nicht strebt. Er will wohl vor allem eins: verstören. Dazu begibt er sich in „Eine Haut, so sanft“ in die Welt steinharter Männerphantasien und -riten. Die kanadisch-schweizer-französische Gemeinschaftsproduktion zeigt das Leben und den enormem Leistungsdruck von Bodybuildern. Sie trainieren bis zum geht-nicht-mehr, quälen sich mit Diäten, nehmen gesundheitliche Risiken in Kauf, um sich vorzuführen, ihre Körper zur Schau zu stellen. Leider hat die Dokumentation kaum mehr als Äußerlichkeiten zu bieten. Über weite Strecken stellt sich gar der unangenehme Eindruck ein, als Voyeur zu einer Vorstellung von Freaks gebeten worden zu sein. Da prägt sich dann nichts nachhaltig ein.

Anders ist das beim Wettbewerbsbeitrag „Winterbrüder“, realisiert von Produzenten aus Dänemark und Island. Auch hier das Thema „Familie“. In kühlen Bildern, die bewusst gestaltet anmuten, oft wie Kulissen auf einer Bühne, rollt eine von Gewalt geprägte Geschichte von zwei Brüdern ab. Es ist Winter. Der Wald, einer der Hauptschauplätze, klirrt in der Eiseskälte. Das Weiß des allgegenwärtigen Schnees hat nichts von Unschuld. Aus Alltäglichem entwickelt sich langsam aber stetig Brutales, schlagen Verletzungen in Hass und Zorn um. Eine Katastrophe scheint unvermeidbar zu sein.

Der Film besticht mit seinen genauen Milieu- und Charakterstudien, auch mit einem überraschenden Finale, und mit guten Darstellern. Geboten wird handfestes Arthaus-Kino, stark in der Story, stark im Stil – ein Film, der exzellent auf das Festival von Locarno passt.

Peter Claus

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Das Filmfestival Locarno wurde am Mittwoch mit dem Film “Morgen und alle anderen Tage” der französischen Regisseurin Noémie Lvovsky eröffnet.

Locarno – 1 (02-08-17)

Eine Briefmarke zum Jubiläum, modernisierte und neue Spielstätten, Novitäten auch, was die Sektionen angeht, und ein neuer Name: „Locarno Festival“ – der 70. Geburtstag wird kräftig gefeiert. Vor allem mit cineastischen Neuheiten. Carlo Chatrian, der künstlerische Leiter des Festivals, beharrt erfreulicherweise darauf, dass die Filme und die Macher nach wie vor das A und O in Locarno bleiben, obwohl man sich auch mit aktuellen Entwicklungen, wie zum Beispiel Digitalisierung, Internet, Live-Stream, auseinandersetze.

Also klar: Alles eilt vor allem wieder abends auf die Piazza Grande, um die Freiluftaufführungen von Filmen der Marke „Gehobene Unterhaltung“ zu sehen, und in den Wettbewerb. Dort kann das deutsche Kino gleich am Anfang punkten, mit „Freiheit“ von Regisseur Jan Speckenbach, getragen von Johanna Wokalek in der Hauptrolle. Sie spielt die 40jährige Nora, die unvermittelt Mann und Kinder verlässt. Dabei interessiert weniger das Warum. Es geht um die Sehnsucht dieser Frau, andernorts sich selbst anders definieren zu können. Wokalek spielt mit Wucht und Fragilität. Das gibt dem Film eine wunderbare Tiefe. Selbst, wenn einem der Verstand sagt, dass die Frau ins Leere rennen muss, rennt man doch gern mit ihr mit …

Es wäre schön, wenn Johanna Wokalek am Ende die Auszeichnung als beste Schauspielerin dieses Festivaljahrgangs bekäme. Wiewohl: Das Festival ist erst am Anfang. Die Konkurrenz, neben „Freiheit“ weitere siebzehn Filme aus aller Welt, ist sicherlich stark. Abwarten also ist angesagt. Auch Jan Speckenbach wünscht man einen Preis. Denn er gibt dem Publikum, was dieses viel zu selten bekommt: die Chance, sich selbst einzubeziehen, die Erzählung nach eigenem Gusto zu lesen. Speckenbach präsentiert nämlich ein Triptychon, beleuchtet das Geschehen aus drei Blickwinkeln, was den Zuschauern wiederum verschiedene Perspektiven ermöglicht. Das ist ausgesprochen spannend.

Weniger spannend, dafür rührend: der am Mittwochabend auf der Piazza Grande von Locarno gezeigte Eröffnungsfilm aus Frankreich, „Morgen und alle anderen Tage“ (Demain et tous les autres jours) von Regisseurin Noémie Lvovsky, mit ihr selbst als allein erziehender Mutter einer neunjährigen Tochter. Sie, die Mutter, hat, sagen wir es zurückhaltend, angekratzte Nerven. Doch die Liebe zu ihrem Kind und dessen Liebe zu ihr erscheint unerschütterlich, egal, was passiert. Lvovskys Stil ist mal plaudernd, mal pathetisch, immer von viel Zuneigung zu den Figuren geprägt. Man guckt gern zu. Wirklich tief berührt jedoch ist man nicht. Das schwere Thema „Verantwortung in der Familie“ wird denn doch etwas zu leicht abgehandelt.

Interessanterweise scheint das Stichwort „Familie“ wirklich das Stichwort dieses Jubiläumsfestivals zu sein. Blättert man nur die kurzen Inhaltsangaben im Katalog zu den einzelnen Filmen durch, springt einen das an. Wen wundert’s?! Gerade junge Filmemacher reagieren sensibel auf gesellschaftliche Veränderungen. Und in der so genannten westlichen Welt ist das Verschwinden von traditionellen Familienmustern nun mal eine der auffallendsten Erscheinungen unserer Tage.

Peter Claus

Bildmaterial: 2017 
© Locarno Festival

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