Michael Scholten: Reisewelten – Japan

Die japanische Fluglinie ANA setzt auf gesunde Bordverfplegung.
Die japanische Fluglinie ANA setzt auf gesunde Bordverfplegung.

 

Mittwoch, 8. August 2007

Peking und Osaka

Ich checke am Schalter der japanischen Fluggesellschaft ANA ein und lasse mich in der Nähe von Gate 17 auf einer von drei (funktionsunfähigen) Massageliegen nieder. In der Abflughalle bleibt mein Blick an den bezaubernden Gesichtern vieler Japanerinnen haften, die ab 14.15 Uhr die Maschine mit mir teilen werden.
Ich wage gar nicht zu hoffen, dass eine dieser Damen drei Stunden lang neben mir sitzen wird. So was passiert mir nämlich grundsätzlich nie. Keine Ahnung, ob die Star Alliance in mein Kundenprofil irgendwann mal den Vermerk getippt hat, grundsätzlich nur alte, graue, muffelige, wortkarge Männer neben mir zu platzieren. Zumindest war das in meinem ganzen Leben der Fall.

Die moderne Japanerin trägt Sonnenbrille statt Kimono.
Die moderne Japanerin trägt Sonnenbrille statt Kimono.

Ich gehe an Bord und begrüße selbstverständlich einen alten, grauen, muffeligen, wortkargen Japaner, der schon auf dem Gangplatz neben meinem Fensterplatz sitzt. Die jungen Damen gehen weiter nach hinten durch. Weil die Maschine nur zu gut zwei Dritteln ausgelastet ist, verlässt mich mein Sitznachbar noch vor dem Start und sucht sich einen anderen Platz. Das freut mich, denn jetzt kann ich mich sehr breit machen. Der Flughafen von Peking ist im Nebel versunken, weshalb wir 45 Minuten verspätet abheben. Während ich mich mit Hilfe diverser Bücher und Prospekte auf Japan vorbereite, servieren die Stewardessen japanisches Essen. Sehr leichte Kost mit viel Gemüse und Fisch. Ein kulinarischer Vorgeschmack auf die gesunde Küche meines nächsten Reiseziels. Aus dem Bordfenster verfolge ich ab 18 Uhr (meine Armbanduhr habe ich bereits um eine Stunde vorgestellt) den Landeanflug auf den Kansai International Airport, der auf eine künstliche Insel gebaut wurde und seit 1994 den Stadtflughafen von Osaka entlastet. Ich hätte nie gedacht, dass Osaka dermaßen groß ist. Doch ich blicke auf gigantische Betonmassen. Mit 2,6 Millionen Einwohnern ist Osaka – nach Tokio und Yokohama – die drittgrößte Stadt Japans.

Taxifahrer in Osaka bestechen durch ihre edle Garderobe, weiße Fliege und Handschuhe inklusive.
Taxifahrer in Osaka bestechen durch ihre edle Garderobe, weiße Fliege und Handschuhe inklusive.

Die Passkontrolle dauert nur wenige Minuten, das Gepäck kommt schnell, 100 Euro sind fix gegen 16 000 Yen eingetauscht. Die ersten 1300 gebe ich für ein Busticket aus. Der Flughafen ist leider 60 Kilometer von Osakas Zentrum entfernt. Die Fahrt geht über viele lange Brücken und dauert gut eine Stunde.

Durch seine überdimensionalen Leuchtreklamen kommt Osaka erst in der Nacht richtig zur Geltung.
Durch seine überdimensionalen Leuchtreklamen kommt Osaka erst in der Nacht richtig zur Geltung.

Straßenszene in Japans drittgrößter Stadt Osaka.
Straßenszene in Japans drittgrößter Stadt Osaka.

 

Japans Großstadtjugend präsentiert einen Mode-Streifzug durch die Jahrzehnte.
Japans Großstadtjugend präsentiert einen Mode-Streifzug durch die Jahrzehnte.

 

Die modernen Spielhöllen Osakas sind ein Fest für die Augen und Ohren.
Die modernen Spielhöllen Osakas sind ein Fest für die Augen und Ohren.

 

Der Stewardess Fantasy Club lädt zum Grapschen ein.
Der Stewardess Fantasy Club lädt zum Grapschen ein.

Der kuriose Höhepunkt des ersten Abends in Osaka: Der „Stewardess Fantasy Club“ wirbt auf Leuchttafeln damit, dass man drinnen in einer nachgebauten Flugzeugkabine die Animierdamen in Stewardessenuniform befummeln darf. Willkommen in Japan!

 

Donnerstag, 9. August 2007

Osaka

Wir kommen nicht aus den Betten. Nein, wir sind nicht im „Stewardess Fantasy Club“ versackt. Wir waren gar nicht drin. Artus leidet nur am Jetlag und einem aus Deutschland importierten Schnupfen, und ich gönne mir nach vier Wochen Mongolei einen faulen Vormittag.

Spätes Frühstück im Nudelrestaurant. Rechts der Autor Michael Scholten, links sein Kollege Artus.
Spätes Frühstück im Nudelrestaurant. Rechts der Autor Michael Scholten, links sein Kollege Artus.

 

Die Bestellung der Suppe erfolgt auf Knopfdruck.
Die Bestellung der Suppe erfolgt auf Knopfdruck.

Statt Frühstück gibt es gleich ein Mittagessen. Um 12 Uhr betreten wir ein Nudelrestaurant gegenüber vom Hotel. An einem Automaten werfen wir 290 Yen ein, drücken auf das kleine Foto der gewünschten Nudelsuppe und erhalten einen kleinen Papierschnipsel, den wir an der Kasse abgeben. Keine Minute später stehen die vollen Schüsseln vor uns auf dem Tresen, dazu gibt es kalten Tee. Schon sind wir für weniger als zwei Euro satt. An die Geräuschkulisse, dargebracht durch schlürfende und schmatzende Japaner um uns herum, muss ich mich gewöhnen.

Japan muss nicht immer teuer sein... Suppe mit Tee für umgerechnet weniger als zwei Euro.
Japan muss nicht immer teuer sein… Suppe mit Tee für umgerechnet weniger als zwei Euro.

 

Die U-Bahn ist auch in Osaka das zuverlässigste Transportmittel im Nahverkehr.
Die U-Bahn ist auch in Osaka das zuverlässigste Transportmittel im Nahverkehr.

 

Die Burg Osaka-jo wurde nach ihrer Bombardierung im Jahr 1945 aus Beton wieder aufgebaut.
Die Burg Osaka-jo wurde nach ihrer Bombardierung im Jahr 1945 aus Beton wieder aufgebaut.

 

Blick von der Aussichtsplattform der Osaka-jo.
Blick von der Aussichtsplattform der Osaka-jo.

 

Das 170 Meter hohe Umeda Sky Building bietet die perfekte 360-Grad-Aussicht.
Das 170 Meter hohe Umeda Sky Building bietet die perfekte 360-Grad-Aussicht.

 

Sonnenuntergang mit Ansage. Heute um punkt 18.53 Uhr.
Sonnenuntergang mit Ansage. Heute um punkt 18.53 Uhr.

 

Blick auf Osaka vom Umeda Sky Building.
Blick auf Osaka vom Umeda Sky Building.

Weit nach Mitternacht beschließen Artus und ich, dass wir unseren Aufenthalt in Osaka um einen Tag verlängern werden. Die Hotels in Nagoya, dem nächsten Ziel unserer Reise, sind zur gerade beginnenden Ferienzeit extrem teuer. Ich frage an der Rezeption nach, ob wir unser Zimmer im Ramada Hotel länger behalten können. Wir können. Und bekommen sogar eine spezielle Wochenendrate von 15 000 Yen.

 

Freitag, 10. August 2007

Osaka

Jetzt rächt sich der freie Internetzugang in unserem Hotelzimmer. Bis fünf Uhr morgens haben wir dort Fotos hochgeladen, Hotels für weitere Etappen der Reise recherchiert und unser Wissen über die Vorgänge in Deutschland aktualisiert. Der verregnete Sommer und der drohende Bahnstreik sind dort die bestimmenden Themen. In Japan ist von Regen und schlechtem Bahnservice nicht die Spur zu entdecken. Im Gegenteil.

Nipponbashi macht große Jungs durch Elektroartikel, Plastikspielzeug und Pornos froh.
Nipponbashi macht große Jungs durch Elektroartikel, Plastikspielzeug und Pornos froh.

 

Die bunte Comicwelt von Nipponbashi.
Die bunte Comicwelt von Nipponbashi.

 

Das Angebot von Nipponbashi zeigt Frauen, wie sie in der Phantasie junger Japaner vorkommen.
Das Angebot von Nipponbashi zeigt Frauen, wie sie in der Phantasie junger Japaner vorkommen.

 

Auch Mädchen und Frauen bekommen in Osaka ihe Portion Kitsch ab. Hello Kitty!
Auch Mädchen und Frauen bekommen in Osaka ihe Portion Kitsch ab. Hello Kitty!

 

Der Stadtzoo von Osaka ist enttäuschend klein und artenarm. Dieser Pinguin hat trotdem seinen Spaß.
Der Stadtzoo von Osaka ist enttäuschend klein und artenarm. Dieser Pinguin hat trotdem seinen Spaß.

 

Aktion im Zoo von Osaka. Besucher können sich selbst oder ihre Kinder hinter Gittern fotografieren.
Aktion im Zoo von Osaka. Besucher können sich selbst oder ihre Kinder hinter Gittern fotografieren.

 

Klosterbesuch
Klosterbesuch

Wir eilen zur U-Bahn. Auf dem Boden fallen mir große Aufkleber auf. Sie weisen auf bestimmte Einstiegsbereiche hin, die zu Hauptverkehrszeiten allein für Frauen reserviert sind, damit sie in männerlose Waggons einsteigen können. Sie sind vor ein paar Jahren eingeführt worden, weil zu viele Kerle das dichte Gedränge ausgenutzt haben, um Frauen zu begrapschen.

Einsteigezone für U-Bahn-Waggons, die allein für Frauen reserviert sind.
Einsteigezone für U-Bahn-Waggons, die allein für Frauen reserviert sind.

 

Die Hafenrundfahrt führt am angeblich größten Riesenrad der Welt vorbei.
Die Hafenrundfahrt führt am angeblich größten Riesenrad der Welt vorbei.

 

Große Hafenrundfahrt mit Sonnenuntergang.
Große Hafenrundfahrt mit Sonnenuntergang.

Am späten Abend müssen wir die Unterkunft in Nagoya klären. Wegen der einwöchigen Ferienzeit, die morgen beginnt, sind viele Hotels ausgebucht oder sie verlangen Wucherpreise. Unser favorisiertes Hotel in Bahnhofsnähe, das Toyoko Inn, hat leider keine Doppelzimmer mehr frei. Zwei Einzelzimmer zum Preis von je 6500 Yen pro Nacht erscheinen uns zu teuer. Also buchen wir online nur ein Zimmer, für das Artus einchecken soll. Ich werde als „blinder Passagier“ dort mitwohnen, auf dem Boden nächtigen und meinen Schlafsack, der sich schon in der Mongolei bewährt hat, reaktivieren.

Das Design des Japan Rail Passes von 2007 wirkt nach dem Tsunami von 2011 leicht makaber.
Das Design des Japan Rail Passes von 2007 wirkt nach dem Tsunami von 2011 leicht makaber.

 

Samstag, 11. August 2007

Osaka und Nagoya

Heute kommt mein Japan Rail Pass erstmals zum Einsatz. Das Sonderangebot der japanischen Bahn für ausländische Touristen habe ich schon in Deutschland kaufen müssen. Für umgerechnet 176 Euro kann ich nun sieben Tage lang fast alle Züge in Japan benutzen. Auch den Schnellzug Shinkansen, nicht aber dessen neueste Weiterentwicklung, den Nozomi. Am Bahnhof von Osaka tauscht eine Bahnangestellte meinen Gutschein gegen den Pass ein.

Bahn frei für Japans Schnellzug Shinkhansen.
Bahn frei für Japans Schnellzug Shinkhansen.

Unser topmodern eingerichteter Shinkansen verlässt den Bahnhof auf die Sekunde genau und trifft nach einer Stunde genau so pünktlich in Nagoya ein. Wir laufen zum nahe gelegenen Toyoko Inn. Weil wir dort nur ein Einzelzimmer auf Artus’ Namen reserviert haben, ich aber heimlich dort mit übernachten will, können wir nicht gemeinsam reingehen.

Getidan-Autor Michael Scholten (links) mit Yuri und Artus posieren vor der Burg von Nagoya.
Getidan-Autor Michael Scholten (links) mit Yuri und Artus posieren vor der Burg von Nagoya.

 

Der Nachbau der Delphinfiguren der Nagoya-jo ist ein beliebtes Fotomotiv.
Der Nachbau der Delphinfiguren der Nagoya-jo ist ein beliebtes Fotomotiv.

 

Die Burg von Nagoya fiel 1945 dem Bombardement der USA zum Opfer und wurde 1959 weitgehend aus Beton wiederaufgebaut.
Die Burg von Nagoya fiel 1945 dem Bombardement der USA zum Opfer und wurde 1959 weitgehend aus Beton wiederaufgebaut.

 

Das moderne Nagoya bei Nacht.
Das moderne Nagoya bei Nacht.

 

Artus präsentiert moderne Schaufensterkunst in der Autostadt Nagoya.
Artus präsentiert moderne Schaufensterkunst in der Autostadt Nagoya.

 

Hoffentlich sieht das keiner in den USA... Hollywoodstars wie Cameron Diaz machen in Japan gern lukrative Werbung.
Hoffentlich sieht das keiner in den USA… Hollywoodstars wie Cameron Diaz machen in Japan gern lukrative Werbung.

 

Sonntag, 12. August 2007

Nagoya und Kyoto

Der Bahnhof von Kyoto setzt auf moderne Mangakunst.
Der Bahnhof von Kyoto setzt auf moderne Mangakunst.

 

Lost in Kyoto.
Lost in Kyoto.

 

Kyoto überstand den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet und bietet bis heute historische Prachtbauwerke wie den Goldenen Pavillon im Kinkakuji-Tempel.
Kyoto überstand den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet und bietet bis heute historische Prachtbauwerke wie den Goldenen Pavillon im Kinkakuji-Tempel.

 

Teil des Kiyomizu-Tempels in Kyoto.
Teil des Kiyomizu-Tempels in Kyoto.

 

Die Touristenstadt Kyoto bietet jede Art von Souvenirs.
Die Touristenstadt Kyoto bietet jede Art von Souvenirs.

 

Getian-Autor Michael Scholten nähert sich der japanischen Küche.
Getian-Autor Michael Scholten nähert sich der japanischen Küche.

 

Abgerechnert wird zum Schluss. Anzahl und Farbe der Teller entscheiden im Sushi-Restaurant über den Preis.
Abgerechnert wird zum Schluss. Anzahl und Farbe der Teller entscheiden im Sushi-Restaurant über den Preis.

 

Der Nagoya Tower strahlt am Abend um die Wette mit anderen Gebäuden der Stadt.
Der Nagoya Tower strahlt am Abend um die Wette mit anderen Gebäuden der Stadt.

 

Der A-Bomb Dome, die Ruine des ehemaligen Gebäudes der Industrie- und Handelskammer, ist seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe.
Der A-Bomb Dome, die Ruine des ehemaligen Gebäudes der Industrie- und Handelskammer, ist seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe.

 

Montag, 13. August 2007

Nagoya und Hiroshima

Um kurz vor sieben schäle ich mich aus meinem Schlafsack auf dem Hotelboden. Damit unser nicht ganz legaler Plan der gemeinsamen Nutzung des günstigen Einzelzimmers auch beim Auschecken nicht auffliegt, verlasse ich das Toyoko Inn mit beiden Rucksäcken schon vor Artus. Er zahlt zehn Minuten später die Rechnung und kommt dann mit beiden Koffern ebenfalls zum Bahnhof, damit wir pünktlich den nächsten Zug nach Hiroshima nehmen können. Zu solch früher Stunde ist unser beider Aufnahmefähigkeit offenbar nicht besonders ausgeprägt. So wartet jeder von uns in einer anderen Ecke des Bahnhofs, die er für den vereinbarten Treffpunkt hält. Artus sitzt eine halbe Stunde am Eingang zu den Bahnsteigen, ich stehe mir eine halbe Stunde vor dem Ticketcenter die Beine in den Bauch. Als wir uns durch Zufall finden, ist die Stimmung gereizt und der Zug nach Hiroshima längst abgefahren. Uns bleibt nichts anderes übrig, als eine neue Verbindung über Osaka nach Hiroshima rauszusuchen.
Für unseren Plan, noch am selben Abend nach Yokohama zu fahren, um dort kostenlos bei einem Freund übernachten zu können, sehen wir schwarz.

Dieses Bild zeigt Hiroshima nach der Verwüstung am 6. August 1945 durch die US-Atombombe „Little Boy“.
Dieses Bild zeigt Hiroshima nach der Verwüstung am 6. August 1945 durch die US-Atombombe „Little Boy“.

Um 12.10 Uhr erreichen wir Hiroshima. Als Ziel des ersten kriegerischen Kernwaffeneinsatzes erlangte die Hafenstadt weltweite Bekanntheit. Am 6. August 1945 um 8.15 Uhr zündeten die Amerikaner knapp 600 Meter über Hiroshima die Atombombe „Little Boy“. Die Detonation tötete auf der Stelle mehr als 70.000 Menschen und zerstörte die Stadt zu 80 Prozent. Bis Ende 1945 stieg die Zahl der Todesopfer auf etwa 140.000 und in den folgenden Jahrzehnten starben weitere 100.000 an den Spätfolgen.

Am Ufer des Flusses Ota liegt der Friedensgedenkpark mit dem Friedensmuseum von Hiroshima.
Am Ufer des Flusses Ota liegt der Friedensgedenkpark mit dem Friedensmuseum von Hiroshima.

 

Gedenkstätte am Epizentrum der Atombomben-Detonation.
Gedenkstätte am Epizentrum der Atombomben-Detonation.

 

Getidan-Autor Michael Scholten posiert vor seinem günstigen Kapselhotel.
Getidan-Autor Michael Scholten posiert vor seinem günstigen Kapselhotel.

Wir verstauen unser Gepäck in den Schließfächern und fahren zur Bucht hinaus, um mit der Fähre zur Insel Miyajima überzusetzen. Der auf Pfählen gebaute Itsukushima-Schrein und der im Wasser stehende Torii sind zwei der meistfotografierten Wahrzeichen Japans. Der malerische Sonnenuntergang sorgt dafür, dass noch etliche Fotos dazukommen. Nämlich meine Bilder.

Die Fähre verbindet das Festland mit der Insel Miyajima.
Die Fähre verbindet das Festland mit der Insel Miyajima.

 

Der im Wasser stehende Torii vor der Insel Miyajima.
Der im Wasser stehende Torii vor der Insel Miyajima.

 

Blick in eine der günstigen Kapseln des Hotels.
Blick in eine der günstigen Kapseln des Hotels.

 

Im Schlafsaal des Kapselhotels warten die noch günstigeren Schlafstätten auf Besucher.
Im Schlafsaal des Kapselhotels warten die noch günstigeren Schlafstätten auf Besucher.

Licht aus. Gute Nacht.

Angenehme Nachtruhe!
Angenehme Nachtruhe!

 

Dienstag, 14. August 2007

Hiroshima und Yokohama

Als ich meine Kapsel um neun Uhr verlasse, sind fast alle anderen Hotelgäste ausgeflogen. Nur vereinzelt hört man hinter der kleinen Jalousie noch ein einsames Schnarchen. Ich nutze den Vormittag, um den Besuch im Friedensmuseum von Hiroshima nachzuholen. Zum symbolischen Eintrittspreis von 50 Yen, also knapp über 30 Cent, kann man hier Fotos und Dokumente des Atombombenabwurfs und seiner verheerenden Folgen sehen. Ich verzichte auf den deutschsprachigen Audioguide für 300 Yen, weil jede Vitrine eh zweisprachig auf Japanisch und Englisch beschriftet ist.

Gedenkpark in Hiroshima.
Gedenkpark in Hiroshima.

 

Bunte Papiervögel in Gedenken an das junge Leukämie-Opfer Sadako Sasaki.
Bunte Papiervögel in Gedenken an das junge Leukämie-Opfer Sadako Sasaki.

 

Artus klärt die Weiterfahrt nach Yokohama.
Artus klärt die Weiterfahrt nach Yokohama.

 

Private Unterkunft in Yamate bei Yokohama.
Private Unterkunft in Yamate bei Yokohama.

 

Mittwoch, 15. August 2007

Yokohama

Öffentlicher Personennahverkehr in Yokohama.
Öffentlicher Personennahverkehr in Yokohama.

 

Der Besuch des Freibads ist in Japan eine ernste Sache.
Der Besuch des Freibads ist in Japan eine ernste Sache.

 

In Kawasaki wartet die Masse auf den Beginn des Feuerwerks.
In Kawasaki wartet die Masse auf den Beginn des Feuerwerks.

 

Ordnungskräfte regeln die Begeisterung beim Feuerwerk.
Ordnungskräfte regeln die Begeisterung beim Feuerwerk.

 

Ooooh!
Ooooh!

Ganz in der Nähe der Abschussstelle von 6000 Raketen finden wir Asyl auf der Wolldecke einer holländischen Lehrerin und ihres japanischen Gatten. Das nun folgende Feuerwerk gehört zu den besten, die ich je gesehen habe. Auch die Massen um mich herum stoßen jede Minute im Chor ein „Aaaah“ oder „Ooooh“ aus.

Oooooooooooh!
Oooooooooooh!

 

Tokyo, so weit das Auge reicht.
Tokyo, so weit das Auge reicht.

 

Donnerstag, 16. August 2007

Tokio

Ab unserer Haltestelle Yamate in Yokohama dauert die Fahrt nach Tokio rund eine Stunde. Vor vier Jahren habe ich Japans Hauptstadt schon einmal besucht und war damals eher irritiert als fasziniert. Die größte Metropolregion der Welt mit ihren fast 35 Millionen Menschen (auf Tokio selbst entfallen 8,5 Millionen) wirkte auf mich zu gigantisch, die Menschen irgendwie unnahbar. Weil ich die klassischen Sehenswürdigkeiten wie den Tokyo Tower und den kaiserlichen Garten vor vier Jahren alle artig abgehakt habe, führt Artus mich an andere Orte, in denen das Leben wirklich pulsiert. Zum Beispiel in Harajuku, wo die exzentrische Jugend der Stadt neue Modetrends entwickelt und in einer engen Gasse zwischen vielen schrillen Shops vorführt. Wer Asiaten mit blonden, roten, blauen, gelben oder gar keinen Haaren sehen will, kommt hier ebenso auf seine Kosten wie die Freunde von Lack und Leder oder rosa Tüllkleidchen. Auch im Stadtteil Shibuya, dessen große Straßenkreuzung alle drei Minuten von gigantischen Menschenmassen bevölkert wird, lautet die Devise: Sehen und gesehen werden! Wie sich die jungen Leute hier herausputzen, ist weltweit vermutlich einmalig.

Tradition...
Tradition…

 

...und Moderne
…und Moderne

 

Außenmauer des Kaiserpalasts in Tokyo.
Außenmauer des Kaiserpalasts in Tokyo.

 

Freitag, 17. August 2007

Tokio

Wir setzen unser Besichtigungsprogramm in Tokio fort. Von der Tokyo Station geht es zum Garten des Kaiserpalasts. Die grüne Lunge inmitten des Betonmolochs soll angeblich einen höheren Grundstückswert haben als ganz Kalifornien. Doch der Garten ist am Montag und Freitag geschlossen. Heute ist Freitag.

Am Kaiserpalast von Tokyo.
Am Kaiserpalast von Tokyo.

 

Willkommen in der Plastikwelt Japans.
Willkommen in der Plastikwelt Japans.

 

In den Einkaufsstraßen Tokyos werben kostümierte junge Damen für die Technikkaufhäuser.
In den Einkaufsstraßen Tokyos werben kostümierte junge Damen für die Technikkaufhäuser.

 

Das japanische Parlament in Tokyo.
Das japanische Parlament in Tokyo.

 

Die U-Bahn ist das wichtigste Transportmittel in der Megapolis Tokyo.
Die U-Bahn ist das wichtigste Transportmittel in der Megapolis Tokyo.

 

Samstag, 18. August 2007

Tokio

Ich bin mit dem ARD-Korrespondenten Mario Schmidt verabredet. Der 37-jährige Bielefelder leitet das Ostasien-Büro in Tokio und ist neben Japan auch für Südkorea, Nordkorea, die Philippinen und viele Südseestaaten zuständig. Als Treffpunkt hat er den Mori Tower vorgeschlagen. Von der Aussichtsplattform des neuen Büroturms in Rappongi Hills hat man den besten Ausblick auf seine Traumstadt Tokio.

Getidan-Autor Michael Scholten (links) im Gespräch mit ARD-Korrespondent Mario Schmidt.
Getidan-Autor Michael Scholten (links) im Gespräch mit ARD-Korrespondent Mario Schmidt.

 

Die moderne Japanerin trägt Blond und Handy.
Die moderne Japanerin trägt Blond und Handy.

 

Japans Jugend will modisch auffallen.
Japans Jugend will modisch auffallen.

 

Damenwahl in Tokyos Rotlichtvierteln.
Damenwahl in Tokyos Rotlichtvierteln.

 

Nachts erstrahlen die Neon-Leuchtreklamen.
Nachts erstrahlen die Neon-Leuchtreklamen.

 

Große Erwartungen beim Feuerwerk.
Große Erwartungen beim Feuerwerk.

 

Hana-bi ist das japanische Wort für Feuerwerk und bedeutet übersetzt Feuerblume.
Hana-bi ist das japanische Wort für Feuerwerk und bedeutet übersetzt Feuerblume.

 

Nur in Japan wird Hello Kitty beim Feuerwerk an den Nachthimmel gezaubert.
Nur in Japan wird Hello Kitty beim Feuerwerk an den Nachthimmel gezaubert.

Irgendwann vertreiben uns die vielen Polizisten von der Wiese, damit die Reinigungsarbeiten beginnen können. Wir schnappen uns die gefalteten Planen und lassen uns mit der riesigen Menschenmasse Richtung Bahnhof treiben. Unterwegs unterhalte ich mich ausgiebig mit Joyssi, die seit einem halben Jahr in Tokio für die peruanische Botschaft arbeitet. Die gebürtige Peruanerin, deren japanische Großeltern einst nach Südamerika auswanderten, spricht perfekt Deutsch und erklärt mir, warum: Als Kind habe sie in Peru eine deutsche Fernsehshow gesehen und war von der Sprache fasziniert. Neben Deutsch und ihrer Muttersprache Spanisch spricht sie nun auch fließend Japanisch, Englisch und Italienisch. Fest davon überzeugt, gerade die künftige Botschafterin von Peru kennenzulernen, setzen wir unser Gespräch beim Abendessen fort und tauschen die Mailadressen aus.

 

 

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