Ein Zug für zwei Halunken (Robert Aldrich)

Duell auf Schienen

Was wäre das US-Kino ohne die Raubeine der 70-er Jahre. Testosterongeschwängerte Streifen mit richtigen Kerlen, wie Charles Bronson, Roy Scheider, James Coburn, Steve McQueen und natürlich Lee Marvin. Robert Aldrich, bekannt durch seine Filme Das dreckige Dutzend oder Was geschah wirklich mit Baby Jane?, drehte 1973 „Ein Zug für zwei Halunken“. Ein Zug und zwei Männer, die sich darauf bekriegen. Was in John Boormans „Hell in the Pacific“ mit Lee Marvin und Toshirô Mifune auf einer Insel noch relativ gewaltfrei verlief, ist hier violent, vehement und gnadenlos geht es zu. Der Film ist eine Adaption von Jack Londons Roman „The Road“.

1933, die Zeit der Großen Depression. Betrüger und Tramps reisen auf Zügen quer durch die USA. Nur nicht auf dem Güterzug Nr. 19. Zumindest erreicht keiner der nichtzahlenden Gäste das Ziel unbeschadet. Zugführer dieses „Schreckenszuges“ ist Shack (Ernest Borgnine), ein Sadist, er scheint Freude daran zu haben, die Blinden Passagiere auf Teufel komm raus zu jagen. In der ersten Szene sieht man Borgnine, wie er sich mit diabolischem Lächeln über einen Hobo hermacht, und dem Kerl mit einem Hammer den Scheitel neu zieht. Das Opfer stürzt vom Zug auf die Schienen und wird von überrollt. Diesem Satan in Menschengestalt Paroli will Ass Nr. 1 (Lee Marvin) Paroli bieten. Ass Nr. 1 will die Zugfahrt auf Shack Nr. 19  bis zur Endstation Portland meistern. Ihn begleitet, unerwünscht, ein Grünschnabel, Cigaret (Keith Carradine), ein junger Kerl mit losem Mundwerk. Die Zugfahrt  durch die malerischen Landschaft von Oregon wird zum Höllenritt auf Leben und Tod. Eigentlich sollte Martin Ritt (Der Spion, der aus der Kälte kam ) Regie führen. Der wurde gefeuert, worauf man Sam Peckinpah wollte, doch der wiederum wollte zu viel Geld. Am Ende saß Robert Aldrich auf dem Regiestuhl und lieferte ein spannendes, actiongeladenes Duell auf Schienen.

Andre Thaetz


Ein Zug für zwei Halunken/Emperor of the North Pole (USA 1973, Regie: Robert Aldrich)

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Bilder: Koch Media

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