Glück (Doris Dörrie)

Hure mit Herz und Loser mit Seele – sie finden sich und kämpfen um die gemeinsame Zukunft. Eine alte Geschichte. Die Protagonisten sind diesmal: Irina (Alba Rohrwacher) und Kalle (Vinzenz Kiefer). Sie ist vor dem Krieg im einstigen Jugoslawien nach Berlin geflohen und schlägt sich mühsam durch, schafft an. Er: ein Niemand aus dem Nirgendwo. Die Zwei stammen aus einer der Geschichten, die Starjurist Ferdinand von Schirach in seinem Erzähldebüt „Verbrechen“ veröffentlicht hat. Seine lakonische Sprache macht die Story zum Genuss. Die hauchdünne Membran, die Recht von Unrecht trennt, ist da greifbar. Bei Doris Dörrie ist nichts greifbar. Es legt sich eine bleierne Mattigkeit über Alles. Zuviel Süßes erstickt nun einmal alle Lebendigkeit. Und Doris Dörrie wirft geradezu mit Zuckerbomben um sich. Womit sie den Stil der Vorlage und damit auch die Figuren an schnöden Kitsch verrät. Da hilft es auch nicht, dass sie die wunderbare Alba Rohrwacher aus Italien als Hauptdarstellerin verpflichtet hat. Die schöne Schlichtheit von deren Darstellung kommt gegen den triefenden Seelenschmalz, der rundum alles verklebt, nicht an.

Doris Dörrie hat öffentlich ihren Unmut zum Ausdruck gebracht, dass ihr neuer Film nicht in den Wettbewerb der Berlinale eingeladen wurde, auch nicht in die Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis gelangte. Dafür kann man der Auswahl-Jury der Filmfestspiele und denen, die die Kandidaten für den Deutschen Filmpreis bestimmen, nur danken!

Peter Claus

Glück, von Doris Dörrie (Deutschland 2012)

Bilder: Constantin Film

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