Wir kaufen einen Zoo (Cameron Crowe)

Hollywood in Hochform. Wohlfühlkino wohlfeiler Art – schön anzusehen, handwerklich top, doch total verlogen in der Message. Die nämlich lautet: Wer will, kann alles, oder „The American Way of Life“ ist die einzig wahre Art, das Dasein zu meistern. Dass der Film auf Tatsachen beruht, sagt jedenfalls die Werbung, ändert nichts am unguten Gefühl denn: die Schnulze suggeriert, dass der Einzelfall typisch ist für die derzeitige US-Gesellschaft. Und genau das ist schlichtweg nicht wahr. Mit Ärmel-hoch-krempeln und „Wir schaffen das schon“-Durchhalteposen kommen Mrs. Und Mr. Durchschnitt im Banne der Krise nämlich absolut nicht voran.

Matt Damon, mit seinem hier bewusst höchst gewöhnlich anmutenden Äußeren und seinem großen Schauspieltalent, verkörpert einen Mann, der jedwedem Schicksalsschlag die Stirn bietet, seinen Kindern ein Engel ist und nebenbei auch noch einen Zoo rettet. Unterwegs trifft er Scarlett Johansson, und da darf dann alles Schmachten auch noch erotisch angeheizt und, das macht die Kitschflut gelegentlich erträglich, sogar gelacht werden. – Kinderaugen leuchten, Miss Johansson lässt den Busen beben, Mister Damon zeigt den schönsten Dackelblick und die Tiere dürfen von putzig bis wild alle nur denkbaren Postkarten-Motive filmische Wirklichkeit werden lassen.

Regisseur Cameron Crowe drückt wirklich hemmungslos auf die Tränendrüsen, insbesondere dann, wenn er den Umgang mit Sterben, Tod und folgendem Trauern illustriert. Kuscheliges Knuddelkino.

Peter Claus

Wir kaufen einen Zoo, von Cameron Crowe (USA 2011)

Bilder: Fox

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